RAM-Krise: DDR5-32GB für 402 Dollar, DDR4 für 179 Dollar

DDR5-Preise explodieren, DDR4 wird zur günstigen Alternative. AM4-Plattformen und neue B450-Mainboards bieten preisbewussten PC-Bauern weiterhin attraktive Optionen.

Die anhaltende Verknappung bei DRAM-Speicher hat die Preise für aktuelle DDR5-Module in den vergangenen Monaten drastisch nach oben getrieben. In dieser Situation rückt eine ältere Speichergeneration zunehmend in den Fokus von PC-Bauern: DDR4 gilt inzwischen als tragfähige Alternative für preisbewusste Systeme.

Ein 32-GB-Kit mit DDR5-6000 kostet aktuell rund 402 US-Dollar, während die vergleichbare DDR4-3200-Variante mit 179 US-Dollar deutlich günstiger zu haben ist.

Preisentwicklung bei DRAM als Treiber

Die Preisdynamik lässt sich anhand mehrerer Kennzahlen nachvollziehen. Laut Marktdaten von Tom’s Hardware kostet ein 32-GB-DDR5-6000-Kit inzwischen rund 400 US-Dollar – ein Anstieg von 400 Prozent gegenüber einem früheren Tiefststand von 80 US-Dollar. DDR5-4800 liegt bei 359 US-Dollar, ein 128-GB-DDR5-Kit bei 3.399 US-Dollar.

Auch DDR4 ist von der Entwicklung nicht verschont geblieben: Ein Corsair-Vengeance-RGB-Pro-Kit mit 32 GB DDR4-3200 CL16 wird bei Newegg für 259,99 US-Dollar angeboten, reduziert von 299,99 US-Dollar – ein Rabatt von etwa 13 Prozent, während die grundsätzliche DDR4-Preisrichtung laut Marktbeobachtern durch die gestiegene KI-Nachfrage nach Speicherbausteinen ebenfalls nach oben zeigt.

Branchendaten von futuretechmarkets.com zeichnen ein noch drastischeres Bild der Gesamtsituation: Im ersten Quartal 2026 stiegen DRAM-Vertragspreise um 90 bis 95 Prozent, im zweiten Quartal um weitere 58 bis 63 Prozent. Server-DRAM legte im dritten Quartal 2026 um 13 bis 18 Prozent zu, während DDR4 im ersten Quartal um 50 Prozent teurer wurde.

Auch Marktforscher von TrendForce beobachten für den Cloud-Service-Provider-Bereich einen kräftigen Anstieg der Investitionsausgaben – 2026 um 98 Prozent im Jahresvergleich, 2027 um weitere 50 Prozent –, wobei DRAM und NAND zusammen 2026 rund 47 Prozent und 2027 rund 68 Prozent dieser Ausgaben ausmachen sollen.

Warum DDR4-Plattformen für Bestandsnutzer sinnvoll bleiben

Für Nutzer, die bereits ein DDR4-basiertes System besitzen, ergibt sich laut Einschätzung von techradar.com ein klarer Vorteil: Ein Speicher-Upgrade auf der bestehenden Plattform ist günstiger als ein kompletter Plattformwechsel zu DDR5. Diese Rechnung wird durch die Performance-Analyse aktueller AM4-CPUs gestützt.

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Der Ryzen 7 5800X3D, der zu einem Preis von 349 US-Dollar neu aufgelegt wurde, liegt zwar bei der Single-Thread-Leistung 16 bis 26 Prozent und bei der Multi-Thread-Leistung 21 Prozent hinter dem aktuellen 7800X3D zurück. Beim Gaming-Erlebnis fällt der Abstand jedoch moderater aus: Der 7800X3D bietet bei 1440p lediglich 15 Prozent bessere 1-Prozent-Lows gegenüber dem 5800X3D.

Zusätzlich relativiert eine Untersuchung von GamersNexus den Wechsel auf neuere Schnittstellen-Standards: Der Unterschied zwischen PCIe 4.0 und PCIe 5.0 beim Gaming beträgt demnach nur 1 bis 4 Prozent – ein Argument, das zusätzlich für den Verbleib auf älteren, günstigeren Plattformen spricht.

Neue Hardware für die AM4-Plattform

Auch auf Herstellerseite gibt es Signale, dass die DDR4-Plattform AM4 weiterhin unterstützt wird. Gigabyte hat zwei neue Mainboards für das B450-Chipset vorgestellt: das B450M D3HP und das B450M D3HP WIFI6E, beide im microATX-Format.

Beide Modelle unterstützen Ryzen-Prozessoren der 3000er- bis 5000er-Generation, verfügen über vier DDR4-Slots für bis zu 128 GB Speicher, bieten die Q-Flash-Plus-Funktion sowie eine 4+2-Phasen-VRM-Auslegung. Die WIFI6E-Variante ergänzt zusätzlich WiFi 6E und Bluetooth 5.3. Preis und Verfügbarkeit der beiden Boards wurden bislang nicht bekanntgegeben.

Marktumfeld: Scalping und strukturelle Verknappung

Die Nachfragesituation wird zusätzlich durch automatisierten Wiederverkauf verschärft. Nach Angaben von DataDome machten Scalper-Bots in einem zweiwöchigen Beobachtungszeitraum 91 Prozent des Traffics auf RAM-Angebotsseiten aus. Die DDR5-RAM-Preise seien im Jahresvergleich um bis zu 500 Prozent gestiegen.

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Beispielhaft zeigt sich das bei einem G.Skill-Flare-X5-Kit mit 2×32 GB: Bei Amazon kostet es 468 US-Dollar, bei Newegg 490 US-Dollar, während ein Reseller namens Tulibao mit 658,79 US-Dollar einen Aufschlag von 34 Prozent verlangt. Fertig konfigurierte PCs sind laut denselben Beobachtungen inzwischen um 50 Prozent teurer als zuvor.

Strukturell verschärft wird die Lage zudem durch den Rückzug von Micron aus dem Consumer-Geschäft mit der Marke Crucial. Gleichzeitig setzen Unternehmen wie Marvell auf alternative Konzepte: Für CXL-basierten Speicher wird recyceltes DDR4 beworben, während Speicher laut Prognosen 2026 rund 30 Prozent der Investitionsausgaben von Hyperscalern ausmachen soll – gegenüber 8 Prozent in den Jahren 2023 und 2024. Für PC-Bauer bleibt angesichts dieser Gesamtlage die Beobachtung bestehen, dass sich RAM-Preise laut Tom’s Hardware weiter erhöhen dürften und sich die Situation 2027 voraussichtlich noch verschärfen wird.