Grund ist eine massive Verknappung von Speicherchips, ausgelöst durch den KI-Boom. Branchenkenner sprechen bereits vom „RAMageddon“.
Apple, Samsung und Co. erhöhen die Preise
Die großen Tech-Konzerne haben ihre Preise für Flaggschiff-Produkte deutlich angehoben. Apples Einstiegs-iPad kostet nun 449 Euro statt bisher 349 Euro, das MacBook Air stieg von 1.099 auf 1.299 Euro. In Indien verteuerte sich das MacBook Neo um 14,3 Prozent auf umgerechnet rund 900 Euro.
Auch die Spielebranche bleibt nicht verschont. Microsoft erhöhte die Preise für seine Xbox-Konsolen um 100 bis 150 Euro – für einige Modelle ist es bereits die dritte Preisanpassung innerhalb eines Jahres. Die Xbox Series S und X liegen damit 30 bis 40 Prozent über dem Vorjahresniveau. Für die Nintendo Switch 2 wird ab September ebenfalls eine Preiserhöhung erwartet.
Samsung zog bei seinen neuesten Falt-Smartphones nach. Das Galaxy Z Flip8 verteuerte sich um 13,3 Prozent auf umgerechnet rund 1.100 Euro. Die Premium-Version des Fold8 Ultra mit einem Terabyte Speicher kostet nun 2.799 Euro – ein Plus von 280 Euro. Auch indische Hersteller wie Nothing, Vivo und Realme haben ihre Preise um umgerechnet 11 bis 80 Euro angehoben.
Speicherchips werden zum teuersten Bauteil
Der Haupttreiber dieser Entwicklung sind die explodierenden Kosten für Speicherchips. Bereits im ersten Quartal 2026 stiegen die Preise um bis zu 98 Prozent. Dieser Trend setzte sich im Frühjahr fort: Für das zweite Quartal werden Zuwächse von 58 bis 63 Prozent erwartet. Marktforscher rechnen für das dritte Quartal mit einem weiteren Anstieg der DRAM-Preise um 13 bis 18 Prozent. Samsung soll sogar Aufschläge von über 20 Prozent fordern.
Die Auswirkungen auf die Herstellungskosten sind dramatisch. Anfang 2025 machten Speicherchips bei einem 800-Euro-Smartphone noch rund 14 Prozent der Materialkosten aus. Im zweiten Quartal 2026 stieg dieser Anteil auf etwa 40 Prozent. Konkret: Die Kosten für DRAM und NAND sind um das 4,6-Fache auf 291 Euro gestiegen. Beim iPhone 17 Pro lagen die Speicherkosten noch bei 39 Euro – für das iPhone 18 werden bereits 145 Euro prognostiziert.
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KI-Boom frisst Produktionskapazitäten
Die Knappheit hat einen klaren Auslöser: Die enorme Nachfrage nach High Bandwidth Memory (HBM) für KI-Rechenzentren bindet einen Großteil der Produktionskapazitäten. Standard-DRAM für Endverbrauchergeräte wird dadurch knapp. Zwar investieren Samsung, SK Hynix und Micron Milliarden in neue Fabriken, doch Experten zufolge dauert es drei bis fünf Jahre, bis neue Kapazitäten verfügbar sind.
Samsungs jüngste Quartalszahlen zeigen die Schieflage: Der Konzern erzielte im zweiten Quartal 2026 einen Rekordgewinn von umgerechnet rund 58,4 Milliarden Euro – ein 19-facher Anstieg im Jahresvergleich. Doch dieser Erfolg geht fast ausschließlich auf die Chipsparte zurück, die im ersten Quartal 94 Prozent der Gewinne beisteuerte. Die Mobilfunk-Sparte verzeichnete dagegen einen Verlust von rund 653 Millionen Euro.
Um die Abhängigkeit zu verringern, verhandelt Apple Berichten zufolge mit den chinesischen Chip-Herstellern CXMT und YMTC über Speicherlieferungen für den chinesischen Markt.
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Nachfrageeinbruch zeichnet sich ab
Die anhaltend hohen Preise dürften die Kauflust der Verbraucher dämpfen. Die Marktforscher von IDC prognostizieren für 2026 einen Rückgang der Smartphone-Verkäufe um 14 Prozent und einen Einbruch der PC-Absätze um 11,3 Prozent. Die weltweiten Smartphone-Auslieferungen könnten um 12,9 Prozent sinken – in einigen Märkten haben sich die Preise für Laptops bereits verdoppelt.

