Ramp Stack: KI-Betriebssystem spart beim Monatsabschluss 50%

Ramp launcht mit Stack ein KI-System für Wirtschaftsprüfer, das Monatsabschlüsse um 50 Prozent beschleunigt und dem Fachkräftemangel entgegenwirkt.

Das Fintech-Unternehmen Ramp bringt mit „Stack“ ein KI-Betriebssystem auf den Markt, das speziell für Wirtschaftsprüfungsgesellschaften entwickelt wurde. Der Schritt kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Branche mit einem massiven Personalschwund kämpft – mehr als 300.000 zertifizierte Buchhalter haben den Beruf in den letzten Jahren verlassen.

Automatisierung gegen den Fachkräftemangel

Der Markt für Buchhaltungsdienstleistungen wird auf rund 130 Milliarden Euro geschätzt. Stack soll genau dort ansetzen: Die Plattform automatisiert den Monatsabschluss, Abgleiche und allgemeine Buchhaltungsprozesse. Nach Angaben von Ramp übertrifft das System herkömmliche KI-Modelle bei mehr als 200 spezifischen Buchhaltungsaufgaben. Erste Tests mit Partnerfirmen zeigten, dass sich die Zeit für einen Monatsabschluss um 50 Prozent reduzieren ließ.

Anzeige: Wer den Personalschwund in der Buchhaltung spürt, findet in diesem Leitfaden die 5 wichtigsten Schritte zur KI-Automatisierung – inklusive Integration in bestehende Tools. Jetzt Praxisleitfaden anfordern

Ramp arbeitet bereits mit mehr als 4.500 Unternehmen zusammen, darunter 92 der 100 größten US-Wirtschaftsprüfungsgesellschaften. Das System wurde mit besonderem Fokus auf Prüfbarkeit entwickelt. „Unser Ziel ist es, manuelle Arbeit in strategische Beratung zu verwandeln“, erklärt Produktchef Geoff Charles. Die Plattform integriert sich in bestehende Tools wie QuickBooks Online und nutzt editierbare Standardarbeitsanweisungen, die das Unternehmen „Skills“ nennt.

Branche setzt auf KI: Vom Rebranding zur Revolution

Nicht nur Ramp drängt in den Markt. Diese Woche gab auch die Crete Professionals Alliance bekannt, dass sie sich in „Current“ umbenennt. Der Verbund von rund 30 unabhängigen Firmen mit einem Gesamtumsatz von über 430 Millionen Euro setzt künftig voll auf KI-gestützte Steuer- und Buchhaltungsdienstleistungen.

Die hauseigene Steuer-KI, entwickelt mit OpenAI und Thrive Holdings, hat bereits 7.000 Steuererklärungen bearbeitet. Die Ergebnisse sind beeindruckend: Bis zu 98 Prozent Genauigkeit und eine durchschnittliche Zeitersparnis von 31 Prozent. In einem Extremfall reduzierte sich der Arbeitsaufwand für eine bestimmte Aufgabe von 180 auf 15 Stunden. Allerdings zeigt eine interne Umfrage auch die Grenzen der Technologie: Während 65 Prozent der Mandanten KI positiv gegenüberstehen, wünschen sich 75 Prozent weiterhin persönlichen Kontakt zu ihren Beratern.

Große Prüfungsgesellschaften modernisieren ihre Prozesse

Auch die großen Akteure der Branche rüsten auf. Cherry Bekaert, eine der 20 größten Prüfungsgesellschaften, hat Fieldguide als strategischen KI-Partner ausgewählt. Die Plattform kommt in der Finanzprüfung, Innenrevision und Beratung zum Einsatz. Fieldguide ist die erste Plattform ihrer Art, die die AIUC-1-Zertifizierung und ISO-42001-Konformität erhalten hat.

Anzeige: Bevor Ihre Konkurrenz die KI-Offensive nutzt: Erfahren Sie, wie Ramp Stack den Monatsabschluss um 50% verkürzt und Ihre Mitarbeiter zu Strategieberatern macht. KI-Strategie für 2026 sichern

Weitere Entwicklungen im Überblick:

  • Wolters Kluwer hat seine Zusammenarbeit mit OpenAI ausgeweitet. Die „Expert AI“ für regulierte Berufe reduziert manuelle Aufgaben für Steuerberater um 20 bis 30 Prozent. Das Unternehmen erwartet, dass seine medizinische KI bis Mitte 2026 bei 70 Prozent der US-Krankenhauskunden im Einsatz sein wird.
  • Suralink präsentierte diese Woche eine „agentische“ KI-Plattform, die mit Microsoft Copilot und Anthropics Claude zusammenarbeitet. Die Technologie überprüft Kundendaten vorab, um wiederholte Datenanfragen überflüssig zu machen.
  • Xero integrierte bereits im Frühjahr Anthropics Claude direkt in seine Plattform. Kleine Unternehmen erhalten so in Echtzeit Zugriff auf Cashflow- und Gewinndaten, ohne zwischen verschiedenen Anwendungen wechseln zu müssen.

Der Zeitpunkt für diese technologischen Umwälzungen könnte nicht günstiger sein. Die Zahl der Neueinschreibungen in Buchhaltungsstudiengänge hat einen 20-Jahres-Tiefstand erreicht. Die Branche setzt daher zunehmend auf automatisierte Systeme, um das Servicelevel zu halten und die wachsenden Arbeitslasten zu bewältigen. Ob die KI-Offensive den Beruf des Wirtschaftsprüfers grundlegend verändern wird – oder ob der persönliche Berater doch unersetzlich bleibt –, dürfte eine der spannendsten Fragen der kommenden Jahre sein.