Die Ransomware-Gruppierung Anubis hat die Verantwortung für einen Cyberangriff auf den US-amerikanischen Verpackungshersteller Scholle IPN übernommen. Wie aus Berichten von Sicherheitsdienstleistern hervorgeht, droht das Kollektiv mit einer unmittelbar bevorstehenden Datenpanne. Scholle IPN ist als Tochtergesellschaft Teil der weltweit operierenden SIG-Gruppe, einem führenden Anbieter von Verpackungslösungen.
Mitte August meldete der Sicherheitsdienstleister ThreatMon, dass Anubis das Unternehmen Scholle IPN offiziell zu seiner Liste der Opfer hinzugefügt hat. Die Erfassung erfolgte laut den vorliegenden Daten um 09:03:59 Uhr UTC+3. Zum jetzigen Zeitpunkt bleibt die Behauptung der Hacker jedoch unverifiziert.
Bisher gibt es keine öffentlich zugänglichen Beweise für eine erfolgreiche Verschlüsselung der Unternehmenssysteme oder einen tatsächlichen Diebstahl von Datensätzen. Parallel zu diesem Vorfall wurde bekannt, dass die Gruppierung mit AuditTeam „Deup“ ein weiteres potenzielles Opfer auf ihrer Plattform gelistet hat, wobei auch in diesem Fall eine unabhängige Bestätigung der Vorwürfe noch aussteht.
Aktivitäten von Ransomware-Affiliates im Fokus
Analysten von GRIT haben im Zusammenhang mit derartigen Vorfällen Aktivitäten eines Ransomware-Affiliates identifiziert, der unter der Bezeichnung „Ransom Busters“ agiert.
Dieser Akteur kontaktiert betroffene Organisationen häufig direkt per E-Mail und behauptet, Zugriff auf die Server verschiedener Ransomware-Gruppen zu besitzen. Das Angebot umfasst die vermeintliche Löschung gestohlener Daten gegen eine Gebühr, die sich in einem Rahmen von 20.000 bis 60.000 US-Dollar bewegt.
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Sicherheitsexperten bewerten dieses Vorgehen als Strategie eines einzelnen Affiliates, der darauf abzielt, Lösegeldzahlungen für sich zu vereinnahmen. Ähnliche Muster und technische Indikatoren wurden bereits bei Vorfällen beobachtet, die mit Gruppierungen wie DragonForce und Settra in Verbindung stehen.
Bei der technischen Analyse der Angriffe fielen spezifische Werkzeuge auf, darunter der SoftPerfect Network Scanner, das Tool s5cmd sowie die Fernwartungssoftware Remotely RMM. Zudem identifizierten Forscher ein wiederkehrendes Backdoor-Passwort („Numlock!123“) und den Hostnamen DESKTOP-BBETH6K, was die Vermutung eines einzelnen, koordiniert handelnden Akteurs stützt.
Empfehlungen für betroffene Unternehmen
Als Warnsignale für die Kontaktaufnahme durch solche Akteure gelten E-Mails zum Thema Datenschutz, die bereits vor einer öffentlichen Offenlegung des Vorfalls eingehen, sowie die Aufforderung zur Zahlung mittels Bitcoin.
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Fachleute raten betroffenen Organisationen angesichts der drohenden Veröffentlichungen zu einer Reihe von Sicherheitsmaßnahmen. Dazu zählt die systematische Überwachung des Dark Web auf abfließende Informationen sowie eine detaillierte Bewertung des Kompromittierungsgrades der internen Netzwerke.
Des Weiteren wird empfohlen, vorhandene Backups auf ihre Validität zu prüfen und die IT-Abwehr durch die Anwendung aktueller Threat Intelligence zu härten. Im Falle einer drohenden Datenpanne sei zudem die frühzeitige Einbindung spezialisierter Response-Teams entscheidend, um den Schaden zu begrenzen und die Widerstandsfähigkeit der Systeme zu erhöhen.

