Sicherheitsanalysten von Kaspersky GReAT beobachten derzeit eine besorgniserregende Entwicklung im Bereich der Cyberkriminalität. Berichten der Forscher zufolge nutzen Advanced Persistent Threat (APT)-Gruppen verstärkt manipulierte Versionen der populären Künstlichen Intelligenz Claude, um Schadsoftware zu verbreiten. Dabei machen sich die Angreifer das enorme Interesse an Sprachmodellen und KI-Tools zunutze, um Nutzer zur Installation infizierter Anwendungen zu verleiten.
Die Experten identifizierten insbesondere die SilverFox-APT-Gruppe als treibende Kraft hinter einer aktuellen Kampagne. Diese Gruppe nutzt gezielt gefälschte Claude-Applikationen, um Angriffe in der Region Asien-Pazifik (APAC) durchzuführen. Die Vorgehensweise zielt darauf ab, die Bekanntheit seriöser KI-Marken auszunutzen, um Sicherheitsbarrieren bei den Anwendern zu umgehen und direkten Zugriff auf deren Systeme zu erhalten.
Regionaler Schwerpunkt in Greater China
Die Analyse der Angriffsdaten verdeutlicht eine starke geografische Konzentration der Aktivitäten. Den Sicherheitsforschern zufolge richten sich über 90 Prozent der dokumentierten Angriffe gegen Ziele in der Region Greater China.
Innerhalb dieses Raums entfällt mit 71 Prozent der Großteil der Cyberattacken auf das chinesische Festland. Diese Zahlen unterstreichen, dass die Akteure hinter der SilverFox-Gruppe ihre Infrastruktur und Ködermethoden spezifisch auf den dortigen Markt und die dortigen Nutzerpräferenzen zugeschnitten haben.
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Das Volumen der Kampagne wird durch die Auswertung der genutzten Kommunikationskanäle deutlich. Im Zeitraum von Anfang Januar bis Ende Februar 2026 registrierten die Experten von Kaspersky GReAT mehr als 1.600 bösartige E-Mails, die im Zusammenhang mit dieser spezifischen Bedrohung stehen. Diese Nachrichten dienen primär dazu, die Opfer auf Download-Seiten für die präparierten KI-Anwendungen zu führen.
Einsatz von KI-gesteuerter Ransomware
Ein besonders kritischer Aspekt dieser Angriffswelle ist die technologische Weiterentwicklung der eingesetzten Schadsoftware. Im Zusammenhang mit der Kampagne beobachteten die Forscher den Einsatz der sogenannten JADEPUFFER-Ransomware. Dabei handelt es sich um ein LLM-gesteuertes (Large Language Model) Verschlüsselungsprogramm, das eine ungewöhnlich hohe Effizienz aufweist.
Sicherheitsforscher wiesen darauf hin, dass die JADEPUFFER-Ransomware in der Lage ist, einen vollständigen Angriff innerhalb von lediglich 31 Sekunden durchzuführen. Diese Geschwindigkeit stellt herkömmliche Sicherheitsmechanismen vor erhebliche Herausforderungen, da die Zeitspanne zwischen der ersten Infektion und der vollständigen Kompromittierung der Daten extrem kurz ist.
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Die Integration von KI-Technologien in die Schadsoftware selbst markiert laut den Analysten eine neue Stufe der Bedrohungslage, da die Angriffe dadurch nicht nur schneller, sondern auch adaptiver erfolgen können.
Unternehmen und Privatanwender in den betroffenen Regionen werden dazu angehalten, Software-Downloads ausschließlich über offizielle Kanäle der Hersteller zu beziehen. Die Forscher betonten, dass die Täuschung durch gefälschte Benutzeroberflächen, die den Originalen der KI-Anbieter nachempfunden sind, ein zentrales Element der Strategie von SilverFox bleibe.
Eine erhöhte Wachsamkeit gegenüber unaufgeforderten E-Mails und Applikationsangeboten sei daher unerlässlich, um die Gefahr einer Infektion durch APT-Gruppen zu minimieren.

