Rapsöl im Test: Stiftung Warentest widerspricht Warnungen vor Krebs und Entzündungen

Der Test findet in 24 Rapsölen keine kritischen Schadstoffmengen; 22 Produkte schneiden gut ab, eines erhält die Note ausreichend.

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In sozialen Medien verbreiteten Influencer wiederholt Warnungen vor dem Konsum von Rapsöl und behaupteten, dieses könne gesundheitliche Risiken wie Entzündungen oder Krebs verursachen. Eine Untersuchung der Stiftung Warentest für die Ausgabe 10/2026 widerspricht diesen Thesen deutlich.

Die Prüfer nahmen insgesamt 24 Rapsöle unter die Lupe, darunter elf raffinierte Varianten, elf kaltgepresste Erzeugnisse und zwei Produkte mit buttergeschmack. Sechs der getesteten Artikel trugen ein EU-Bio-Siegel.

Die Ergebnisse zeigen ein durchweg hohes Qualitätsniveau: 22 von 24 Produkten sicherten sich das Qualitätsurteil „gut“. Kritische Mengen an bedenklichen Stoffen wie Pestiziden, Weichmachern oder Mineralölkohlenwasserstoffen waren in keinem der untersuchten Öle nachweisbar. Auch bei der potenziell schädlichen Erucasäure gab es Entwarnung.

Während der gesetzliche Grenzwert der Europäischen Union bei 2 Prozent liegt, war der Stoff bei acht Ölen überhaupt nicht nachweisbar; in den übrigen Produkten betrug der Gehalt im Durchschnitt lediglich 0,2 Prozent. Die Preisspanne der getesteten Produkte reichte von 1,59 bis 11,04 Euro pro Liter.

Spitzennoten bei raffinierten und kaltgepressten Sorten

Die Bestnote von 1,6 teilten sich zwei Produkte aus unterschiedlichen Kategorien: das raffinierte „Rapso 100% reines Rapsöl“, dessen 0,75-Liter-Flasche im Mittel 4,15 Euro kostet (5,53 Euro pro Liter), sowie das kaltgepresste „Bellasan Nativ kaltgepresstes Rapsöl“ von Aldi für 1,29 Euro je 0,5 Liter (2,58 Euro pro Liter).

Im Segment der raffinierten Speiseöle schnitten alle elf Kandidaten mit „gut“ ab. Neben Rapso mit der Note 1,6 überzeugte Rapsgold „Reines Rapsöl“ mit der Note 1,7 bei einem Preis von 5,52 Euro pro Liter. Das günstigste gute Ergebnis erzielte Kaufland K-Classic mit der Note 1,8 für 1,59 Euro pro Liter.

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Edeka Gut & Günstig sowie Lidl Vita D’or erhielten jeweils die Note 1,9 zum selben Preis von 1,59 Euro pro Liter. Das Lidl Vita D’or Reines Rapsöl erzielte dabei in der Sensorik die Bewertung 1,0 („sehr gut“), bei der Hitzestabilität eine 1,7 sowie eine chemische Qualität von 2,1. Es folgten Penny Solvel mit der Note 2,1 sowie Aldi Bellasan und Rewe Ja mit jeweils 2,2.

Bei den kaltgepressten Ölen erzielten Alnatura und Dennree jeweils die Note 1,8, gefolgt von Rapunzel mit 1,9. Das Produkt „Raps Kernöl nussig-fein“ der Teutoburger Ölmühle kam auf eine Wertung von 2,0 bei einem Literpreis von 11,04 Euro. Einzig Lidl Vita D’or nativ fiel in dieser Kategorie mit der Note 2,8 („befriedigend“) etwas ab.

Abzüge bei Aromen und Kennzeichnung

Unter den zwei getesteten Spezialölen mit buttergeschmack schnitt Albaöl mit der Note 1,8 bei einem Preis von 9,45 Euro pro Liter positiv ab. Dagegen war „Rapsgold mit Buttergeschmack“ das einzige Erzeugnis im gesamten Testfeld, das mit „ausreichend“ (Note 4,0) bewertet wurde. Die Prüfer kritisierten hierbei die Deklaration, da die Angabe eines natürlichen Aromas nicht nachvollziehbar war.

In der methodischen Bewertung bildete die Sensorik mit einem Anteil von 40 Prozent am Gesamturteil den größten Einzelposten. Zudem absolvierten die Proben einen Hitzetest über zwei Stunden bei 170 Grad Celsius.

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Die Untersuchung ergab, dass raffiniertes Rapsöl auch bei Temperaturen über 180 Grad Celsius stabil bleibt und sich somit verlässlich zum Braten eignet. Für das Backen lässt sich Butter unkompliziert ersetzen: 100 Gramm Butter können durch 80 Gramm Öl sowie 20 Milliliter Wasser oder Milch ausgetauscht werden.