Der Halbleiterhersteller Intel bereitet eine weitere Generation von Desktop-Prozessoren auf Basis der bestehenden Plattform vor. Das Unternehmen hat die Existenz kommender Prozessoren unter der Bezeichnung Raptor Lake Next über einen internen Test-Treiber für die Smart Sound Technology sowie über Frachtunterlagen bestätigt. Der gesperrte Test-Treiber trug dabei das Kürzel RPL-NEXT. Damit zeichnet sich eine Verlängerung des Lebenszyklus für den Sockel LGA 1700 ab.
Versanddaten belegen vier Desktop-Modelle
Erste Hinweise auf die Prozessoren lieferten Versandmanifeste aus Vietnam, die entsprechende Ausfuhren von Raptor Lake Next seit August 2026 verzeichnen. In den Aufzeichnungen tauchen vier konkrete Ausführungen auf: 99DLMV, 99DLMT, 99DLMW sowie 99DLMX.
Sämtliche Varianten sind als FCLGA-Desktop-Komponenten für den Sockel LGA 1700 erfasst und bieten Unterstützung für DDR4-Arbeitsspeicher, teilweise auch in Kombination mit DDR5.
Das Modell 99DLMV verfügt über acht Leistungs- und acht Effizienzkerne, was 16 Kernen und 24 Threads entspricht. Bei einem Basistakt von 3,5 GHz, einem Cache von 30 MB sowie einer Verlustleistung (TDP) von 125 W gilt der Prozessor als möglicher Ersatz für den Core i5-14600K.
Der Chip 99DLMT setzt auf acht Leistungs- und zwölf Effizienzkerne (20 Kerne, 28 Threads) bei 2,1 GHz Basis-Takt, 33 MB Cache und 65 W TDP, womit er nahe am Core i7-14700 liegt.
Für das Modell 99DLMW sind sechs Leistungs- und vier Effizienzkerne mit 16 Threads gelistet, kombiniert mit 2,6 GHz Basistakt, 24 MB Cache und 65 W TDP.
Die Variante 99DLMX weist ebenfalls 2,6 GHz Basistakt, 24 MB Cache und 65 W TDP auf, während die genaue Kernkonfiguration in den Dokumenten ungenannt bleibt.
Einordnung in das bestehende Portfolio
Die neuen Chips gelten als Nachfolger für bestehende Core-i5- und Core-i7-Modelle. Ein direkter Ersatz für die Core-i9-Spitzenmodelle ist den Unterlagen zufolge nicht vorgesehen. Zudem werden Notebook-Ableger unter der Reihenbezeichnung Core 2000HX erwartet.
Preise für die neuen Einheiten stehen derzeit nicht fest. Als Orientierung dienen die bisherigen Listenpreise etablierter Modelle wie dem Core i7-14700 für 366 US-Dollar sowie dem Core i5-14400 für 208 US-Dollar.
Auch finale Handelsbezeichnungen, maximale Turbo-Taktraten und konkrete Werte zur Spieleleistung sind noch offen. Als potenzieller Termin für eine offizielle Präsentation gilt die Technikmesse CES in Las Vegas im Januar 2027.
Mainboard-Hersteller bereiten Firmware vor
Auf Seiten der Mainboard-Partner gibt es bereits technische Vorbereitungen für die neuen Prozessoren. Gigabyte veröffentlichte BIOS-Aktualisierungen für seine gesamte Hauptplatinen-Palette mit den Chipsätzen B760 und H610, die auf kommende LGA-1700-Prozessoren ausgelegt sind, deren Marktstart für Anfang 2027 erwartet wird.
Bereits am 29.09.2026 erhielt das Mainboard Gigabyte Z790 Aero G eine entsprechende Firmware-Aktualisierung mit dem Hinweis auf die Vorbereitung für künftige Prozessoren.
In einem zwischenzeitlich entfernten Blogbeitrag hatte Gigabyte zunächst von einer neuen Runde von LGA-1700-Prozessoren für Anfang 2027 berichtet. Dieser Text wurde nachträglich durch eine am 13.10.2026 publizierte Fassung ersetzt, die sich allgemeiner auf die Erweiterung der Sockel-Unterstützung für Mainboards mit Z790-, B760- und H610-Chipsätzen beschränkt.
Bei Wettbewerbern wie MSI und Asus weisen die offiziellen Support-Webseiten für Z790-Platinen bisher keine ausdrückliche Unterstützung für künftige Prozessorgenerationen aus.
Mehr zum Thema bei Tom’s Hardware: „Intel quietly confirms Raptor Lake Next CPUs through internal driver publication — LGA 1700 chips also appear …“

