Raspberry Pi 5: Linux-Kernel 6.18.3 und Wayland-Update live

Das neue Raspberry Pi OS bringt Kernel 6.18.3, Wayland labwc 0.9.7 und einheitliche Touchscreen-Standards. Neue Handhelds nutzen die Plattform.

Der Raspberry Pi 5 bekommt ein umfassendes Software-Update und neue Hardware-Standards für Zubehör – das steigert die Leistung deutlich.

Neuer Linux-Kernel und modernere Grafik

Das offizielle Betriebssystem Raspberry Pi OS wurde am 22. Juni aktualisiert. Herzstück des Updates ist der Wechsel zum Linux-Kernel 6.18.3, der zusammen mit angepasster Firmware speziell die Performance des Raspberry Pi 5 verbessert. Die Entwickler bezeichnen die Aktualisierung als „sanfte Wartung“ – doch die Änderungen haben es in sich.

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Ein zentraler Bestandteil ist die Integration von Wayland labwc in Version 0.9.7. Damit setzt die Plattform ihren Übergang zu moderneren Display-Protokollen fort. Neu eingeführt wurden außerdem Standards für Touchscreens, die ein einheitlicheres Verhalten über verschiedene Bildschirm-Hardware hinweg ermöglichen sollen.

Als Teil der Systembereinigung wurde das Paket python3-flask aus der Standardinstallation entfernt. Nutzer sollten das Update über die üblichen Befehlszeilen-Tools durchführen, um von den Firmware-Verbesserungen und einem neuen Satz System-Icons zu profitieren.

Neue Handheld-Geräte auf Raspberry-Pi-Basis

Die Software-Entwicklungen fallen mit einem Boom an spezialisierten Hardware-Projekten zusammen. Gleich mehrere neue Handheld-Geräte wurden vorgestellt, die auf dem Raspberry Pi 5 und dem Compute Module 5 (CM5) basieren:

  • Cybert: Ein Gerät mit 4-Zoll-Touchscreen und M.2-Slot zur Speichererweiterung
  • Pi Slate: Bietet ein 5-Zoll-High-Resolution-Display und einen 10.000-mAh-Akku

Das wachsende Ökosystem setzt zudem verstärkt auf anspruchsvolle I/O-Anwendungen. Aktuelle Praxisleitfäden identifizieren den Raspberry Pi 5 als primäre Plattform für KI-gestützte Bildverarbeitung am Rand (Edge Vision). Mit Komponenten wie dem Hailo-8L lassen sich Inferenzzeiten von unter 100 Millisekunden erreichen. Auch als NVMe-basiertes NAS (Network Attached Storage) macht der Mini-Computer eine gute Figur – mit Geschwindigkeiten von über 300 MB/s.

Bugfixes und Systemverbesserungen

Das Update vom 22. Juni adressiert mehrere technische Probleme, die die Hardware-Interaktion beeinträchtigten. Zu den wichtigsten Fehlerbehebungen gehören:

  • Korrektur des Schließ-Handlers im Piclone-Dienstprogramm
  • Behebung von Hängern bei Drucker-Plug-ins
  • Verbesserte Auswahllogik für Audio-Eingabegeräte
  • Korrigierte Tastaturnavigation in Systemmenüs

Maßgeschneiderte Projekte und Eigenbau-Lösungen

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Über das offizielle Betriebssystem hinaus entwickeln Bastler zunehmend eigene Umgebungen für die Plattform. Ein aktuelles Projekt zeigt einen minimalen Linux-Build für den Pi Zero W mit Buildroot. Die Bootzeit liegt bei beeindruckenden 6,77 Sekunden, während I2C- und OLED-Hardware unterstützt werden.

Parallel dazu wurden für das PiDP-8/I-Projekt neue Boot-Optionen für den Raspberry Pi 5 veröffentlicht. Sie nutzen physische Frontpanel-Schalter, um zwischen verschiedenen Legacy-Betriebssystemen und Simulatoren zu wählen.

Diese Entwicklungen passen in einen breiteren Trend zur selbst gehosteten Infrastruktur. Immer mehr Nutzer steigen von kommerziellen Cloud-Speichern auf DIY-Backup-Systeme mit dem Raspberry Pi 5 um – trotz Anschaffungskosten von rund 430 Euro für hochkapazitive Konfigurationen.