Raspberry Pi hat am 6. Oktober 2026 eine neue Version des Betriebssystems Raspberry Pi Desktop für Standard-PCs und Mac-Systeme freigegeben. Das Abbild steht als Build vom 5. Oktober 2026 mit einer Dateigröße von rund 2,6 GB und dem SHA256-Prüfwert 270fdcf1585fcc6a30760e78c37d1d0c522e33e4a809adf51fc4027f053e6513 zum Download bereit. Es handelt sich um die erste Aktualisierung der Desktop-Ausgabe seit fast vier Jahren: Die vorangegangene Version aus dem Juli 2022 basierte noch auf Debian 11 „Bullseye“ und war damit um zwei Hauptversionen veraltet.
Die Neufassung setzt nun auf Debian 13 „Trixie“ in Verbindung mit dem Linux-Kernel 6.12 LTS auf, um eine konsistente Umgebung über unterschiedliche Hardwareplattformen hinweg bereitzustellen.
Wechsel auf 64-Bit und überarbeitete Oberfläche
Mit dem Versionssprung vollzieht Raspberry Pi den Wechsel von 32-Bit auf eine reine 64-Bit-Architektur (amd64), da Debian die Unterstützung für 32-Bit-PCs eingestellt hat. Ein Upgrade-Pfad von bestehenden 32-Bit-Installationen existiert nicht; Nutzer müssen eine vollständige Neuinstallation vornehmen.
Laut Raspberry Pi läuft das Betriebssystem auf den meisten PCs der vergangenen rund 15 Jahre sowie auf den meisten Intel-basierten Macs. Rechner mit Apple Silicon werden hingegen nicht unterstützt, da die Debian-Unterstützung für diese Plattform noch experimentell ist. Laut Entwickler Simon Long ist ein entsprechender ARM-Build bis zu einer stabilen Unterstützung voraussichtlich nicht zu erwarten.
Die Desktop-Umgebung bringt mehrere optische und funktionale Neuerungen mit. Anstelle von lxpanel nutzt das System nun Wayland. Ergänzt wird die Benutzeroberfläche durch ein neues Dock, bei dem sich Position, Farbgebung und Symbolgröße konfigurieren lassen und das über eine automatische Ausblendfunktion verfügt, sowie durch ein überarbeitetes Kontrollzentrum. Einzelne Programme sind aus lizenzrechtlichen Gründen nicht im Image enthalten.
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Cloud-Fernzugriff und Hintergründe zur Entwicklung
Zu den zentralen Abweichungen gegenüber einem regulären Debian gehören ein angepasstes LXDE-Design sowie der integrierte Client für Raspberry Pi Connect. Der Dienst fungiert als Cloud-Alternative zu SSH und VNC und ermöglicht Fernsteuerung per Bildschirmfreigabe sowie ein Terminal über den Webbrowser, ohne dass Portfreigaben im Netzwerk erforderlich sind.
Da auf herkömmlichen x86-Rechnern keine hardwarebezogene Identifikationsnummer wie bei den Einplatinenrechnern vorliegt, verlangt die Ersteinrichtung die manuelle Eingabe eines Gerätenamens.
Das System wird als Live-ISO ausgeliefert, die wahlweise mit einer Persistenz-Option inklusive Reset-Funktion genutzt oder über den Calamares-Installer fest auf einer Festplatte oder SSD eingerichtet werden kann.
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Die Nutzung bleibt kostenfrei, da Raspberry Pi seine Einnahmen über Hardwareverkäufe generiert und Software traditionell ohne Lizenzgebühren anbietet. Simon Long erklärte, dass die PC-Version außerhalb des Kerngeschäfts lag und daher intern schwer zu rechtfertigen war.
Die lange Unterbrechung seit den früheren Versionen für Buster und Bullseye sei auf Zeitmangel und die Priorisierung der eigenen Einplatinenrechner zurückzuführen gewesen, obwohl wöchentlich zwei bis drei E-Mail-Anfragen nach Aktualisierungen eingingen. Künftige Updates sind vorgesehen, deren Fortführung soll jedoch vom Nutzerinteresse abhängen.

