Luxusuhren, Schmuck und Bargeld – das sind die bevorzugten Ziele einer aktuellen Serie von Raubüberfällen und dreisten Diebstählen in mehreren Bundesländern. Die Täter schlagen sowohl im öffentlichen Raum als auch über Online-Kleinanzeigen zu.
Razzia gegen Jugendbande: Pfefferspray und Rolex-Fallen
Ein Ermittlungserfolg gelang der Polizei am 3. Juli mit Razzien in Bielefeld und Halle. Die Beamten gingen gegen eine Jugendbande vor, die über Kleinanzeigen-Portale Kaufinteressenten für Rolex-Uhren anlockte. Bei den Treffen setzten die Täter Pfefferspray ein und raubten die Opfer aus. Ein Fall betrifft eine Uhr im Wert von 7.000 Euro. Die Ermittler sehen Verbindungen zu ähnlichen Taten in Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und Rheda-Wiedenbrück.
In Berlin-Karlshorst eskalierte ein Raub am S-Bahnhof. Eine Gruppe von fünf Verdächtigen zwischen 14 und 21 Jahren überfiel ein Opfer und verletzte es erheblich. Mit 60 Kräften durchsuchte die Polizei sieben Objekte und nahm einen 21-jährigen Tatverdächtigen fest.
Keine Einbruchsspuren: Wertgegenstände aus verschlossenem Mercedes gestohlen
Neben Raubdelikten melden die Behörden schwere Diebstähle. Auf dem Parkplatz eines Golfclubs in Egling entwendeten Unbekannte am 2. Juli Wertgegenstände im Gesamtwert von 15.000 Euro aus einem verschlossenen Mercedes. Der Geschädigte vermisste eine Uhr, Eheringe und Bargeld. Besonders brisant: Am Fahrzeug fanden sich keinerlei Einbruchsspuren.
In Stolberg beraubten vier Männer am frühen Morgen des 4. Juli einen Passanten am Bastinsweiher und entwendeten seine Bauchtasche. Das Opfer erlitt leichte Verletzungen. In Aachen-Laurensberg wehrte sich eine 38-jährige Frau erfolgreich gegen zwei Unbekannte, die sie auf einem Feldweg mit einer Schusswaffe bedrohten. Trotz eines Schusses flüchteten die Täter ohne Beute.
Die Polizei zerschlug eine Jugendbande, die über Kleinanzeigen Rolex-Käufer mit Pfefferspray überfiel. Auch Trickdiebe und Auto-Einbrüche ohne Spuren nehmen zu. Mit dem kostenlosen Sicherheits-Check sehen Sie, wo Sie nachbessern sollten. Sicherheits-Check per E-Mail anfordern
Trickdiebe zielen auf Senioren: Stadtwerke-Masche und falsche Putzhilfen
Ein weiterer Schwerpunkt der aktuellen Kriminalitätsstatistik sind Trickdiebstähle gegen ältere Menschen. In Minden verschaffte sich ein angeblicher Stadtwerke-Mitarbeiter Zutritt zur Wohnung eines 87-Jährigen. Während der Senior abgelenkt war, entwendete ein Komplize wertvollen Schmuck.
Ähnliches geschah in Cottbus. Dort nutzten Frauen Vorwände wie Fensterputzen oder die Bitte um Toilettenbenutzung, um in Senioren-Wohnungen zu gelangen. Sie stahlen Bargeld und Dokumente. In Büttelborn kam es in einer Bankfiliale zu einem Ablenkungsmanöver: Während eine Seniorin am Geldautomaten stand, entnahm ein Täter das ausgegebene Bargeld, ein zweiter lenkte die Frau ab.
Bewaffneter Überfall und Kabeldiebstahl: Bahnverkehr eingestellt
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Die Bandbreite der Delikte umfasst auch bewaffnete Raubüberfälle. In St. Gallen überfiel ein maskierter Mann am 3. Juli einen Tankstellenshop. Mit einem Messer forderte er Bargeld und flüchtete auf einem schwarzen E-Scooter.
Abseits von Raub und Diebstahl an Personen kam es in der Nacht zum 3. Juli bei Euskirchen zu erheblichen Sachbeschädigungen. Unbekannte kappten Oberleitungskabel an der Erfttalstrecke. Der Zugverkehr wurde eingestellt, ein Schienenersatzverkehr eingerichtet. Die Bundespolizei sucht Zeugen, die verdächtige Fahrzeuge beobachtet haben – insbesondere einen weißen Kleintransporter oder eine schwarze Limousine.

