Ray-Ban Meta Audio: Neue Smart-Glasses verzichten auf die Kamera

Das neue Modell setzt auf Musik, Telefonie und Sprachsteuerung; Fachleute sehen trotz fehlender Kamera offene Datenschutzfragen.

Im Rahmen der Connect-Konferenz hat der Technologiekonzern Meta in Zusammenarbeit mit EssilorLuxottica die Ray-Ban Meta Audio vorgestellt. Dabei handelt es sich um eine neue Variante der Smart-Glasses, die im Gegensatz zu den bisherigen Modellen vollständig auf eine integrierte Kamera verzichtet.

Während das Unternehmen mit diesem Schritt die Attraktivität der Brillen für Umgebungen mit strengen Privatsphäre-Regeln steigern will, warnen Kritiker bereits vor neuen datenschutzrechtlichen Herausforderungen durch die verbaute Audiotechnik.

Fokus auf Audiofunktionen und Design

Die Ray-Ban Meta Audio ist primär als tragbares Audiosystem konzipiert. Über Open-Ear-Lautsprecher und ein System aus Mikrofonen ermöglicht das Gerät die Wiedergabe von Musik und Podcasts sowie das Führen von Telefonaten.

Zudem ist der Zugriff auf Meta AI direkt in die Hardware integriert, wodurch Nutzer KI-Dienste per Sprachbefehl steuern können. Das Gewicht des neuen Modells wird von Meta mit 43 Gramm angegeben, wobei Berichte von Drittanbietern teilweise ein leicht geringeres Gewicht von 42 Gramm nennen.

Die Akkulaufzeit der Audio-Variante ist laut Herstellerangaben auf bis zu 12 Stunden pro Ladung ausgelegt. In Kombination mit dem mitgelieferten Ladeetui soll eine Gesamtlaufzeit von bis zu 48 Stunden erreicht werden.

Bei der Markteinführung setzt Meta auf die klassischen Brillendesigns Clubmaster und Burbank, die in insgesamt 23 verschiedenen Farb- und Glaskombinationen erhältlich sein werden. Auch Optionen für Gläser mit Sehstärke sind vorgesehen.

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Kritik an unzureichender Signalisierung von Aufnahmen

Trotz des Verzichts auf die Kamera steht das Gerät in der Kritik. Fachleute weisen darauf hin, dass die Brille weiterhin über leistungsfähige Mikrofone verfügt und eine permanente Verbindung zu den KI-Diensten des Konzerns hält.

Der Vorwurf lautet, dass die Audiobrille zwar keine Bilder aufnimmt, aber weiterhin Gespräche in der Umgebung aufzeichnen kann, ohne dass dies für Außenstehende eindeutig erkennbar ist.

Eine unabhängige Prüfung der von Meta abgegebenen Datenschutz-Zusagen liege laut Medienberichten derzeit nicht vor. In ersten Praxistests wurde zwar der Tragekomfort gelobt, der Anschaffungspreis jedoch kritisch bewertet.

Erweiterung des Portfolios und neue Gesundheitsfunktionen

Parallel zur Audio-Variante wurde die Ray-Ban Meta Gen 3 präsentiert, die weiterhin mit einer 12-Megapixel-Kamera für Foto- und Videoaufnahmen in 3K-Auflösung ausgestattet ist. Dieses Modell verfügt über sechs Mikrofone, die laut Meta eine Geräuschreduktion von über 90 Prozent ermöglichen sollen, bietet jedoch mit bis zu 9 Stunden eine kürzere Akkulaufzeit als die reine Audio-Version.

Ein signifikanter Ausbau im Bereich Health-Tech ist die angekündigte Hörhilfe-Funktion („Hearing Enhancement“). Diese soll später im Jahr in den USA für Erwachsene mit leichter bis mittlerer Hörminderung starten.

Die Funktion ist laut Hersteller mit der zweiten Generation sowie neueren Modellen kompatibel und erfordert eine einmalige Gebühr von 149 beziehungsweise 150 US-Dollar oder ein entsprechendes Abonnement. Bis Ende 2026 plant Meta, das Angebot an KI-gestützten Brillen unter den Marken Ray-Ban und Oakley auf über 100 Varianten auszuweiten.

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Preise und Verfügbarkeit

Die Vorbestellungen für die Ray-Ban Meta Audio sind bereits angelaufen. Der Einstiegspreis liegt laut Meta bei 349 US-Dollar, während eine weitere Quelle für den europäischen Markt einen Preis von 349 Euro nennt. Beim Verkaufsstart gibt es unterschiedliche Angaben: Während Meta den 13. Oktober 2026 als offiziellen Versandtermin nennt, kursieren in Fachkreisen auch frühere Daten wie der 3. oder 7. Oktober.

Die ebenfalls vorgestellte Ray-Ban Meta Gen 3 wird ab einem Preis von 449 US-Dollar angeboten. Für Sondereditionen, wie etwa ein Modell zum 90. Jubiläum des Aviator-Designs, werden Preise zwischen 549 und 579 US-Dollar aufgerufen. Während Vorbestellungen für verschiedene Modelle bereits in Deutschland, Frankreich und Italien möglich sind, sollen künftig weitere Märkte wie Singapur, Mexiko und Südkorea erschlossen werden.

Mehr zum Thema bei Engadget: „Meta Announces Ray-Ban Meta Audio, Its First Smart Glasses Without A Camera“