Meta hat ein neues Firmware-Update für seine Smart Glasses ausgerollt, das eine bislang bestehende Schutzlücke schließt: Künftig stoppt die Kamera automatisch, wenn die Aufnahme-LED während einer laufenden Videoaufnahme abgedeckt wird. Bislang war es möglich, die Aufnahme zu starten und die Leuchte anschließend zu verdecken, sodass Umstehende nicht bemerkten, dass sie gefilmt wurden.
Zweite Korrektur binnen kurzer Zeit
Es ist bereits die zweite Datenschutz-Nachbesserung innerhalb von zwei Monaten. Ein vorheriges Update hatte die Kamera bereits deaktiviert, wenn die LED physisch manipuliert oder beschädigt wurde. Frühere Anpassungen richteten sich zudem gegen das Aufkleben oder Aufbohren der LED durch Nutzer, die den Aufnahmehinweis unsichtbar machen wollten.
AR-Vizepräsident Alex Himel kündigte die Neuerung auf Threads an. Er erklärte, dass nur eine „winzige Minderheit“ der Nutzer versuche, den Schutzmechanismus zu umgehen, kündigte aber weitere Updates in diese Richtung an.
Begleitet wird die technische Maßnahme von einer Awareness-Kampagne in Großstädten. Den Auftakt bildete ein Billboard in Los Angeles mit der Botschaft, dass die Kamera den Moment festhalte, während das Licht allen in der Umgebung signalisiere, wann dies geschehe.
Wachsender Regulierungsdruck
Der Schritt fällt in eine Phase, in der Metas Smart Glasses zunehmend unter regulatorischer Beobachtung stehen. Über 7 Millionen Ray-Ban Meta Glasses wurden 2025 verkauft, was das Gerät zu einem der meistdiskutierten Wearables überhaupt macht – und entsprechend auch die Kritik verstärkt hat.
In der EU prüfen Datenschutzbehörden die bisherigen Maßnahmen. Frankreichs CNIL hält die Hinweis-LED für unzureichend, ein Bericht des Europäischen Datenschutzausschusses (EDPB) wird erwartet. In Deutschland erwägt Hamburg, dass die Brille gegen deutsches Recht verstoßen könnte, während auf Bundesebene ein Verbot diskutiert wird.
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In den USA sieht sich Meta einer Sammelklage ausgesetzt, die dem Unternehmen vorwirft, Privatsphäre-Risiken verschwiegen zu haben – unter anderem, weil menschliche Annotatoren in Kenia Aufnahmen der Brillen sichten.
Instagram hat unterdessen begonnen, Konten zu sperren, die heimlich aufgenommenes Material verbreiten. In Großbritannien konfisziert die Gerichtsverwaltung HMCTS die Brillen bereits am Eingang von Gerichtsgebäuden, und in Australien wird der Regulierungsdruck im Zusammenhang mit Jugendschutzmaßnahmen thematisiert.
Patent für Hardware-Sperre
Über die Firmware-Anpassungen hinaus hat Meta ein Patent für eine Hardware-Sperre veröffentlicht, die offenbar auf eine dauerhaftere technische Lösung des Problems abzielt. Ob und wann eine solche Sperre in kommende Modelle einfließt, ist bislang nicht bekannt.
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Die Häufung der Nachbesserungen zeigt, dass Meta unter zunehmendem öffentlichen und regulatorischen Druck steht, Missbrauchsmöglichkeiten seiner Kamerabrillen zu unterbinden. Gleichzeitig verdeutlicht die parallele Prüfung durch Behörden in Europa, Deutschland und Australien sowie die laufende Sammelklage in den USA, dass technische Updates allein die grundsätzliche Debatte um heimliche Aufnahmen durch smarte Brillen nicht beenden dürften.

