Auf dem Branchengipfel Semiconductors Powering Humanoids Summit in Südkorea hat Intel die Entwicklung seiner künftigen Prozessorplattform Razor Lake-AX offiziell bestätigt. Wie Cho Min-sung, Senior Vice President bei Intel, darlegte, peilt der Halbleiterhersteller mit der Plattform eine Rechenleistung von rund 700 TOPS für künstliche Intelligenz an.
Der Marktstart ist für das Jahr 2028 vorgesehen. Damit würde die Plattform das 3,88-Fache der KI-Leistung der vorangehenden Generation Panther Lake erreichen, die auf bis zu 180 TOPS beziffert wird.
Roadmap-Ziel für integrierte KI-Beschleunigung
Die angekündigten 700 TOPS Rechenleistung sollen laut Unternehmensangaben direkt auf dem chip für INT8- und FP8-Berechnungen zur Verfügung stehen. Intel stuft diesen Wert derzeit als offizielles Roadmap-Ziel ein. Genaue Spezifikationen hinsichtlich der realen Leistung, der Leistungsaufnahme, der konkreten Speicherkapazität sowie der Aufteilung zwischen CPU, Grafikeinheit und neuronaler Recheneinheit (NPU) wurden bislang nicht bestätigt.
Nach vorliegenden Berichten soll Razor Lake-AX in zwei Ausführungen der integrierten Grafikeinheit erscheinen: einer Basiskonfiguration mit 16 Kernen sowie einem Flaggschiff mit 32 Kernen, beide basierend auf Intels Xe3-Architektur. Das GPU-Die weist eine Fläche von rund 162,84 mm² auf und wird in einem BGA-Paket mit 4.326 Pins (BGA-4326) untergebracht.
Zudem kehrt mit der Plattform On-Package-Speicher in Form von LPDDR5X oder LPDDR6 zurück. Bei den Prozessorkernen setzt Intel Berichten zufolge auf die Wiederverwendung von Coyote-Cove-Performance-Kernen und Arctic-Wolf-Effizienzkernen aus der Nova-Lake-Reihe, während auf einen bLLC-Cache verzichtet werden soll.
Eine ursprünglich geplante Nova-Lake-AX-Variante mit 48 Xe3-Kernen und einem 28-Kern-CPU-Cluster wurde unterdessen verworfen, womit Razor Lake-AX der erste chip dieser Linie wird.
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Zeitplan für mobile und humanoide Robotik
Die Neuausrichtung ist eng mit Intels Zeitplan für den Robotiksektor verknüpft. Das Unternehmen erwartet die Serienfertigung autonomer mobiler Roboter bei Kunden für das Jahr 2027, während humanoide Systeme im Jahr 2028 folgen sollen. Vor dem Erscheinen von Razor Lake-AX soll dafür zunächst Anfang 2027 eine Robotik-Variante von Nova Lake bereitstehen, flankiert von aktuellen Panther-Lake-Lösungen mit bis zu 180 TOPS.
Parallele Initiativen im Rechenzentrum
Flankierend zu den Entwicklungen im Edge- und Robotiksegment treibt Intel seine Hardware-Architektur auch im Serverbereich voran. Mitte Oktober 2026 stellte das Unternehmen auf dem OCP Global Summit in San Jose seine neue Data-Center-GPU-Serie D mit dem Codenamen Crescent Island vor, die ebenfalls auf der Xe3P-Architektur aufsetzt. Das erste Modell, die GPU D270, zielt auf reine Inferenzanwendungen ab und verzichtet zugunsten maximaler Siliziumfläche für KI-Matrizen vollständig auf klassische Raytracing- und 3D-Grafikeinheiten. Erste Kundenmuster werden derzeit verteilt.
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Als langfristigen Nachfolger für Crescent Island bereitet Intel bereits die Architektur Xe Next vor. Für das anspruchsvollere KI-Training kündigte das Unternehmen zudem die Plattform Jaguar Shores an, deren Design bis Mitte 2026 finalisiert werden und HBM4-Speicher nutzen soll. Die Plattform Razor Lake-AX bildet hierbei das Gegenstück für Robotikanwendungen direkt vor Ort.

