RCMP warnt vor gefälschten Festnahme-Drohmails

Kanadische Polizei klärt über neue Betrugsmethode auf: Kriminelle geben sich per E-Mail als Kommissare aus und drohen mit Haft wegen angeblicher Sexualstraftaten.

Die kanadische Bundespolizei warnt vor einer neuen Welle aggressiver Erpressungs-E-Mails. Betrüger geben sich als hohe Beamte aus und drohen mit sofortiger Festnahme wegen angeblicher Sexualstraftaten.

Die Royal Canadian Mounted Police (RCMP) sieht sich mit einer perfiden Masche konfrontiert: Cyberkriminelle verschicken täuschend echte E-Mails, in denen sie sich als Kommissare der berühmten Polizeitruppe ausgeben. Die Nachrichten beschuldigen die Empfänger pauschal der Verbreitung von Kinderpornografie und setzen eine Frist von 48 Stunden – andernfalls werde ein Haftbefehl vollstreckt.

So funktioniert der Betrug mit falscher Autorität

Die Mails wirken auf den ersten Blick täuschend echt. Sie verwenden offizielle Logos und sind angeblich von der RCMP-Kommandantur unterzeichnet. In einem konkreten Fall, der Ende Januar der Polizei in Neufundland gemeldet wurde, nutzten die Täter sogar die Absenderadresse „rcmpgrcweb@gmail.com“.

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„Das ist ein klassisches Warnzeichen“, erklärt ein Sprecher der kanadischen Betrugszentrale CAFC. „Keine staatliche Behörde kommuniziert über einen öffentlichen Gmail-Account.“ Die Betrüger spekulieren auf den Schockmoment: Wer unvermittelt eine solche Beschuldigung erhält, reagiert oft impulsiv – genau das wollen die Kriminellen ausnutzen.

Polizei klärt über echte Verfahren auf

Die RCMP betont, dass echte Ermittlungen anders ablaufen. „Ein offizieller Kontakt erfolgt niemals ausschließlich per E-Mail“, heißt es in einer Stellungnahme. Bei schweren Vorwürfen wie Sexualstraftaten suchen Beamte persönlich auf. Schuldsprüche spricht ausschließlich ein Gericht – nicht die Polizei per E-Mail.

Das Muster ist international bekannt. Auch in Deutschland warnt das Bundeskriminalamt (BKA) regelmäßig vor ähnlichen Methoden. Oft nutzen Täter persönliche Daten aus geleakten Quellen, um ihre Drohungen glaubwürdiger wirken zu lassen.

Diese Schutzmaßnahmen empfehlen Experten

Cybersicherheitsexperten raten zu einem dreistufigen Vorgehen:

  • Absender prüfen: Offizielle Behörden nutzen Domain-Adressen (z.B. „@rcmp-grc.gc.ca“), niemals öffentliche Provider wie Gmail oder Web.de.
  • Nicht reagieren: Keine Antwort senden, keine Links anklicken. Schon eine Rückmeldung signalisiert den Betrügern, dass die Adresse aktiv ist.
  • Vorfall melden: Verdächtige E-Mails sollten bei der lokalen Polizei und der kanadischen Betrugszentrale gemeldet werden. In Deutschland ist die richtige Anlaufstelle die örtliche Polizeidienststelle oder das BKA.

Die aktuelle Betrugswelle zeigt, wie Kriminelle das Ansehen staatlicher Institutionen für ihre Zwecke missbrauchen. Die beste Verteidigung bleibt Skepsis: Echte Behörden fordern niemals per unangemeldeter E-Mail zur sofortigen Stellungnahme unter Androhung von Haft auf.