RCS-Verschlüsselung: Apple und Google einigen sich auf neuen Standard

Apple und Google setzen auf RCS als neuen Standard. Verschlüsselung per MLS und KI-Funktionen in iOS 27 und Google Messages stehen im Fokus.

RCS wird zum neuen Standard: Nach dem Aus von Samsung Messages setzen beide Tech-Giganten auf einheitliche, sichere Nachrichtenübermittlung.

Die Zeiten fragmentierter Messenger-Dienste neigen sich dem Ende zu. Apple und Google forcieren die Integration von Rich Communication Services (RCS) – dem Nachfolger von SMS und MMS. Nachdem Samsung seine eigene Messaging-Plattform im Juli eingestellt hat, rücken beide Ökosysteme nun enger zusammen. Im Fokus stehen dabei vor allem plattformübergreifende Verschlüsselung und neue Funktionen, die WhatsApp & Co. Konkurrenz machen sollen.

Neue Verschlüsselungsstandards nach Wiener Gipfel

Technische Weichenstellungen fielen auf der IETF-126-Konferenz in Wien (18. bis 24. Juli 2026). Dort einigten sich die Experten auf die Implementierung von Messaging Layer Security (MLS) – einem Protokoll, das durch kontinuierliche Schlüsselerneuerung selbst nach einer Kompromittierung eines Geräts die Sicherheit gewährleistet.

Bereits im März 2025 hatte die GSM Association mit dem Universal Profile 3.0 die Grundlage für MLS in RCS gelegt. Google und Apple rollten die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung ab Mai 2026 schrittweise aus – eine direkte Folge von Apples Zusage aus dem Frühjahr 2025, den Standard auf allen Plattformen (iOS, iPadOS, macOS) zu unterstützen.

Erste Tests für verschlüsselte RCS-Chats auf dem iPhone laufen seit Jahresbeginn in Entwickler-Betas. Teilnehmer berichten von einem Schlosssymbol, das geschützte Unterhaltungen kennzeichnet. Allerdings ist die Funktion derzeit noch auf Apple-Geräte beschränkt – die Ausweitung auf Android soll mit kommenden Updates folgen. Die Unterstützung durch Mobilfunkanbieter ist in dieser Phase noch begrenzt.

iOS 26.5 und iOS 27: Was auf iPhone-Nutzer zukommt

Apple bereitet gleich zwei große Updates für die Nachrichten-App vor. iOS 26.5, das für Ende Juli 2026 erwartet wird, bringt neben der RCS-Verschlüsselungs-Beta auch neue Pride-Hintergründe sowie Verbesserungen für Apple Maps und die Erinnerungen-App (präzises Schlummern).

Der große Wurf folgt im September mit iOS 27. Dann kommt RCS 2.7 – mit Inline-Antworten, echten Emoji-Reaktionen (Tapbacks) und der Möglichkeit, Nachrichten zu bearbeiten oder zu löschen. Das sind Funktionen, die Nutzer von WhatsApp seit Jahren kennen.

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Apple Intelligence: KI erobert die Nachrichten-App

Künstliche Intelligenz spielt unter dem Label Apple Intelligence eine Hauptrolle. Die neuen Funktionen im Überblick:

  • Ein-Klick-Vorschläge: Siri erkennt Kontext und schlägt vor, Termine anzulegen, Fotos zu suchen oder Erinnerungen zu setzen – direkt aus dem Chat.
  • KI-Zusammenfassungen: Automatische Kurzfassungen für lange Textnachrichten.
  • Personalisierte Smart Replies: Antwortvorschläge, die den individuellen Sprachstil des Nutzers imitieren.
  • Kindersicherung: Automatische Blockade gewalthaltiger Inhalte für Kinderkonten.

Außerdem plant Apple eine Zeichen-App direkt in Messages sowie Performance-Optimierungen wie schnelleren Medien-Sync und verbesserte Suche nach Spitznamen oder Telefonnummern.

Android: Google Messages wird zur zentralen Schaltstelle

Im Android-Lager hat Google seine Position als führender Messenger-Anbieter weiter gefestigt. Samsung stellte am 6. Juli 2026 seine hauseigene Samsung Messages App ein und migrierte die Nutzer zu Google Messages.

Google rollt derzeit mehrere Updates aus: Anpassbare Chat-Designs mit individuellen Hintergründen und Sprechblasenfarben für einzelne Unterhaltungen. Um die Kompatibilität mit iOS 27 zu gewährleisten, kommen Zitat-Antworten und standardisierte Emoji-Reaktionen auf Fotos hinzu.

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Die Integration von Gemini AI ermöglicht intelligente Antwortvorschläge und Bildbearbeitung direkt im Chat. Weitere Neuerungen in den Beta-Versionen: ein überarbeitetes Long-Press-Menü, das gleichzeitige Weiterleiten mehrerer Nachrichten und eine Funktion zur Erkennung doppelter Gruppen.

Dennoch fehlen Google Messages im Vergleich zu Konkurrenten noch einige Features – etwa Cloud-basiertes Messaging unabhängig von der SIM-Karte oder integrierte Peer-to-Peer-Zahlungen. Branchenbeobachter rechnen jedoch damit, dass auch diese Lücken in den kommenden Monaten geschlossen werden.