AMD hat laut einem Bericht der Plattform ifeng.com für seine RDNA-4-Grafikarchitektur eine mehr als vierfache KI-Rechenleistung im Vergleich zur Vorgängergeneration RDNA 3 in Aussicht gestellt. Nach Unternehmensangaben erreichen die entsprechenden GPUs bis zu 1557 TOPS. Zugleich mehren sich in der Community Berichte über inoffizielle Werkzeuge, die versuchen, Nvidias DLSS-5-Neural-Rendering auf Radeon-Grafikkarten lauffähig zu machen.
Mehr KI-Beschleuniger pro Recheneinheit
Laut AMD verfügt jede Compute Unit der RDNA-4-Architektur über zwei KI-Beschleuniger, die die Formate FP8 und INT8 sowie eine Beschleunigung für dünnbesetzte Datenstrukturen (Sparsity) unterstützen. Diese Kombination soll die genannte Steigerung der KI-Rechenleistung gegenüber RDNA 3 ermöglichen. Die Radeon-RX-9000-Serie, die auf dieser Architektur basiert, erreicht demnach bis zu 1557 TOPS.
Bei den Speicherausstattungen bietet die Reihe bis zu 16 GB GDDR6, wobei die RX 9070 mit 16 GB ausgestattet ist. Für Workstation-Anwendungen positioniert AMD zudem die Radeon AI PRO R9700 mit 32 GB Speicher. Software-seitig nennt der Hersteller Unterstützung für DirectML sowie ROCm auf ausgewählten Radeon-Karten.
Community-Projekte experimentieren mit DLSS-5-Umleitung
Parallel zu den offiziellen Angaben von AMD berichten mehrere Quellen über inoffizielle Software-Projekte, die RDNA-4-Hardware für Nvidias DLSS-5-Neural-Rendering nutzbar machen wollen. Laut einem Blogbeitrag erzielte ein Community-Tool auf RX-9000- und RX-7000-Karten binnen eines Tages einen Leistungsgewinn von 74 Prozent.
Das Tool namens DLSS-NR-on-AMD leitet laut Bericht von techpowerup.com DLSS-5-DLL-Aufrufe auf Radeon-Hardware um und macht sich dabei die FP8-Unterstützung von RDNA 4 zunutze. Nach GitHub-Release-Angaben brachten die Alpha-Versionen 0.3.3 und 0.4.0 zusammen rund 74 Prozent mehr Leistung auf Radeon-Karten.
Ein Test von Ancient Gameplays in Cyberpunk 2077 bei einer Auflösung von 3440×1440 zeigte demnach etwa 30 FPS auf früheren Builds und rund 50 FPS mit der Alpha-Version 0.4.0. Die nachfolgende Version 0.4.1 habe laut Entwicklerangaben weitere 8 Prozent Leistung insgesamt sowie 9 Prozent unter hoher Spielelast gebracht, während Version 0.3.3 zusätzlich einen grafischen Installer einführte.
Ein weiterer Bericht von neoteo.com nennt für die Alpha-Version 0.4.2 einen Leistungsgewinn von 15 Prozent gegenüber Version 0.4.1 bei 1080p im sogenannten Fast-Modus.
Nach Projektangaben ergaben sich für Version 0.3.3 plus 23 Prozent gegenüber 0.3.2, für 0.4.0 plus 42 Prozent gegenüber 0.3.3 und für 0.4.1 plus 8 Prozent gegenüber 0.4.0, ergänzt um weitere 9 Prozent bei hoher Spielelast im Priority-Queue-Modus.
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Der rechnerische Gesamtwert von rund 74,7 Prozent gegenüber Version 0.3.2 stellt laut dem Bericht keine tatsächlich gemessene FPS-Steigerung dar, sondern eine kumulierte Herleitung.
In einer Cyberpunk-2077-Demo auf der RX 9070 XT stieg die Bildrate bei 3440×1440 mit Pre-Pass von 30-35 auf 45-50 FPS – allerdings handelte es sich um eine Einzelvorführung ohne standardisierten Benchmark. Als Alpha-Software kann die Lösung zudem von Anti-Cheat-Systemen blockiert werden.
Laut einem Bericht von hardio.ru existieren zwei unabhängige inoffizielle Projekte, die DLSS-5-Neural-Rendering über eigens entwickelte HIP-Kernels auf Radeon-GPUs bringen: Eines von einem Entwickler namens Kien als Open Source, das andere von Daniel Blanco als proprietäre Lösung.
Nach Blancos Angaben summierten sich die Leistungssteigerungen der Versionen 0.3.3, 0.4.0 und 0.4.1 gegenüber ihren jeweiligen Vorgängern auf 23, 42 und 8 Prozent, zusammen rund 89 Prozent gegenüber Version 0.3.2. Auf einer RX 7800 XT senkte die Version AMDNR 0.3.4 bei 1440p mit FSR Quality die Laufzeit eines Neural-Network-Passes von 73 auf 52 Millisekunden, was einer Beschleunigung von 29 Prozent entspricht.
Ein neuer Launcher soll die Installation vereinfachen, die Modifikationen gelten aber weiterhin als experimentell: Bildartefakte sind möglich, und die verwendete DLL-Injektion beschränkt den Einsatz auf Einzelspieler-Titel.
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Neue Raytracing-Technik senkt Speicherbedarf deutlich
Neben der Neural-Rendering-Thematik berichtet ein Blogbeitrag über eine Raytracing-Technik, die den Speicherbedarf einer BVH-Struktur (Bounding Volume Hierarchy) von 80 GB auf 1,7 GB senken soll. Damit ließen sich laut dem Bericht 500 Millionen animierte Dreiecke mit über 60 Bildern pro Sekunde auf einer RX 9070 XT darstellen.
Hinweise auf mögliche kommende Variante
Ein weiterer Bericht von dpshk.com verweist darauf, dass Mesa 26.3 Unterstützung für eine Kennung namens GFX1171 aufgenommen hat. Der Bericht ordnet diese Kennung der RDNA-4-Architektur zu, kennzeichnet dies jedoch ausdrücklich als Schlussfolgerung und nicht als bestätigte Tatsache.
Ein möglicher Fokus auf mobile oder stromsparende Geräte bleibt demnach unbestätigt; die Mesa-Unterstützung bereite lediglich den Linux-Treiberstack vor, ohne dass daraus eine offizielle Produktankündigung oder konkrete Leistungsdaten abzuleiten wären.
Zusätzlich beschreibt ein Blogbeitrag mögliche Einsatzfelder der Radeon RX 9000 beziehungsweise der RDNA-4-Architektur für Remote-Rendering, KI-Inferenz und virtuelle Desktop-Infrastrukturen (VDI). Die RX 9000 wird jedoch nicht als offizielle Server-GPU vermarktet, sodass es sich hierbei um denkbare Anwendungsszenarien und nicht um bestätigte Produktpositionierungen handelt.

