Rechenzentren: Kapazitätskosten sprangen um 174% in 2025-26

Die UTC plant Regeln gegen eine Umlage hoher KI-Stromkosten. Zugleich steigen Kapazitätsausgaben und technische Belastungen für das US-Netz.

Die Washington State Utilities and Transportation Commission (UTC) erarbeitet derzeit umfassende Richtlinien, die verhindern sollen, dass die massiven Stromkosten für KI-Rechenzentren auf andere Endverbraucher abgewälzt werden. Mit diesem Vorstoß reagiert die Behörde auf den rasant wachsenden Energiebedarf der Branche und die damit verbundenen Herausforderungen für die Netzstabilität und Preisgestaltung.

Regulatorische Maßnahmen gegen Kostenabwälzung

Die Vorschläge der UTC sehen verschiedene Mechanismen vor, um die finanzielle Last des Infrastrukturausbaus gerecht zu verteilen. Zu den diskutierten Maßnahmen gehören mögliche Stromkürzungen für Rechenzentren in Zeiten von Netzengpässen sowie die Einführung spezieller Preisaufschläge.

Zudem erwägt die Behörde, Betreiber von KI-Anlagen zu längeren Vertragslaufzeiten zu verpflichten, um die langfristige Planungssicherheit für Energieversorger zu erhöhen.

Die Behörde kündigte an, einen Entwurf dieser Richtlinien-Erklärung im Herbst 2026 vorzulegen. Dieser Schritt erfolgt vor dem Hintergrund wachsender öffentlicher Bedenken. Eine Umfrage von Reuters/IPSOS aus dem Juni ergab bereits, dass sich 77 % der Amerikaner Sorgen darüber machen, dass Künstliche Intelligenz die Stromkosten für private Haushalte in die Höhe treiben wird.

Auch auf Bundesebene nimmt der regulatorische Druck zu: Die Federal Energy Regulatory Commission (FERC) wies Netzbetreiber im Juni 2026 an, spezifische Regeln für den Umgang mit Großlasten im Stromnetz zu adressieren.

Massive Kostensteigerungen und steigender Energiebedarf

Die Auswirkungen der Rechenzentrumsnachfrage auf den Energiemarkt sind bereits messbar. Laut Daten des Netzbetreibers PJM erhöhte der Bedarf dieser Anlagen die Kapazitätskosten im Zeitraum 2025-26 um 9.3 Mrd. US-Dollar, was einer Steigerung von 174 % entspricht.

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Analysten erwarten weltweit eine weitere Verschärfung der Lage. Die Internationale Energieagentur (IEA) prognostiziert, dass der globale Stromverbrauch von Rechenzentren von 485 TWh im Jahr 2025 auf etwa 950 TWh bis zum Jahr 2030 ansteigen wird.

Für die USA schätzt das Lawrence Berkeley National Laboratory (LBNL), dass Rechenzentren im Jahr 2030 im Referenzfall 11,8 % des gesamten Stroms verbrauchen könnten, wobei die Spanne je nach Entwicklung zwischen 9,5 % und 15,3 % liegt.

BloombergNEF geht zudem davon aus, dass der Strombedarf für KI-Chips bis zum Jahr 2033 die Marke von 300 GW übersteigen wird, wobei die USA etwa 64 % des neuen KI-bezogenen Stromverbrauchs im Zeitraum von 2022 bis 2033 ausmachen dürften.

Technische Risiken und instabile Infrastrukturen

Neben der schieren Menge an Energie stellt die Art des Verbrauchs die Netzbetreiber vor Probleme. Laut Berichten von Bloomberg können KI-Rechenzentren innerhalb von Millisekunden bis zu 50 % mehr Strom ziehen, als ihre eigentliche Auslegungskapazität vorsieht. So könnte eine Anlage, die für 1 GW konzipiert ist, kurzzeitig 1,5 GW anfordern.

Diese extremen Lasten führen auch bei den Betreibern selbst zu technischen Schwierigkeiten. Am „Colossus“-Standort von xAI kam es Berichten zufolge zu Rissen in Gasturbinen, während Batterien teilweise innerhalb weniger Wochen verschleißen. Einige dieser Anlagen erreichen demnach nur eine Betriebszeit von etwa 80 %.

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Innovative Laststeuerung als Lösungsansatz

Während Regulatoren an rechtlichen Rahmenbedingungen arbeiten, gibt es technologische Fortschritte bei der Steuerung des Verbrauchs. Luxor Energy und Bentaus demonstrierten mit der Ziani-Plattform eine Lösung, die den Stromverbrauch von Grafikprozessoren (GPUs) in weniger als 500 Millisekunden auf 25 % drosselte.

Diese Reaktion erfolgte auf Signale des texanischen Netzbetreibers ERCOT, ohne dabei die laufenden KI-Inferenz-Prozesse zu stören. Solche flexiblen Laststeuerungen könnten künftig ein Schlüssel sein, um die Anforderungen von KI-Betreibern mit der Stabilität des öffentlichen Stromnetzes in Einklang zu bringen.