Der Ausbau der digitalen Infrastruktur im malaysischen Bundesstaat Selangor erfährt durch neue Kooperationen im Bereich der künstlichen Intelligenz (KI) und verschärfte Nachhaltigkeitsvorgaben eine strategische Neuausrichtung. Im Zentrum dieser Entwicklung steht das Bestreben, die steigende Nachfrage nach Hochleistungsrechnern mit dem Schutz regionaler Ressourcen in Einklang zu bringen.
Strategische Partnerschaften für KI-Infrastruktur
Ein wesentlicher Schritt in dieser Entwicklung war die Unterzeichnung einer Absichtserklärung (Memorandum of Cooperation, MoC) zwischen SSDU Innovations und EER Digital im Juli 2026. Im Rahmen der AIBP Conference Malaysia wurde vereinbart, die Möglichkeiten für ein Pilotprojekt zur Errichtung nachhaltiger Rechenzentren in Selangor zu prüfen. Der Fokus dieser Zusammenarbeit liegt auf dem Aufbau einer spezialisierten KI-Infrastruktur, die insbesondere auf GPU-Immersion-Cooling (Flüssigkeitskühlung für Grafikprozessoren) setzt.
Nach Angaben von CEO Gaddafi Musli stelle dieses Vorhaben einen ersten Schritt dar, um eine verantwortungsvolle Infrastruktur für Rechenzentren mit hoher Leistungsdichte zu schaffen. Die Vereinbarung gilt zunächst als explorativ und beinhaltet noch keine verbindlichen Zusagen für die Umsetzung, markiert jedoch den technologischen Trend hin zu effizienteren Kühlverfahren in der Region.
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Ressourcenmanagement und regulatorische Anforderungen
Angesichts des Wachstums im Sektor der Rechenzentren haben die regionalen Behörden in Selangor spezifische Anforderungen an die Betreiber formuliert, um die Versorgungssicherheit der Bevölkerung zu gewährleisten. Der zuständige Exco Ng Sze Han betonte in diesem Zusammenhang, dass die Nachfrage durch Rechenzentren die häusliche Wasserversorgung gegenwärtig nicht belaste. Daten von Air Selangor belegen für den August 2026 eine Reservemarge bei der Wasserversorgung von 16,23 %, was einem Volumen von 1.055 MLD (Millionen Liter pro Tag) entspricht.
Für die Zukunft wird der Wasserbedarf der Rechenzentren auf prognostizierte 632 MLD ansteigen. Um diesem Bedarf gerecht zu werden, sind Projektentwickler dazu verpflichtet, eine dreitägige Wasserspeicherung vor Ort bereitzustellen. Zudem sehen die Richtlinien vor, dass mindestens 30 % der verwendeten Inhalte und Ressourcen aus lokaler Wertschöpfung stammen müssen. Zwischen den Jahren 2021 und 2025 wurden in Selangor insgesamt 39 Rechenzentrumsprojekte genehmigt, durch die mehr als 2.400 Arbeitsplätze entstanden sind. Mögliche Auswirkungen neuer Vorhaben werden bereits in Pre-Investment-Gesprächen detailliert bewertet.
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Marktdynamik und energetische Herausforderungen
Die Attraktivität des Standorts spiegelt sich auch in der Anzahl der Projektanträge wider. Laut Daten von Schneider Electric Malaysia wurden bis März 2026 landesweit 138 Anträge für den bau von Rechenzentren verzeichnet, von denen sich 38 bereits im Betrieb befanden. Eugene Quah, Präsident von Schneider Electric Malaysia, wies darauf hin, dass KI-gestützte Stromnetze eine entscheidende Rolle bei der Unterstützung des Energiewandels spielen könnten.
Die langfristigen Prognosen deuten auf einen massiven Anstieg des Energiebedarfs hin. Es wird erwartet, dass Rechenzentren bis zum Zeitraum 2033/34 eine zusätzliche Nachfrage von rund 6 GW erzeugen könnten. Dies steht im Vergleich zu einer aktuellen Spitzenlast von etwa 21 GW. Diese Entwicklung ist eingebettet in die nationalen Ziele Malaysias, bis zum Jahr 2035 einen Anteil von 40 % an erneuerbaren Energien im Strommix zu erreichen und bis 2050 die Netto-Null-Emissionsgrenze zu realisieren.

