Rechenzentren: PwC prognostiziert 31,6 Billionen Dollar bis 2050

PwC prognostiziert bis 2050 bis zu 50 Billionen US-Dollar für Rechenzentren, sieht jedoch Risiken durch Lieferketten, Strom und Akzeptanz.

Die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC rechnet mit weltweiten Investitionen in Rechenzentren von 31,6 Billionen US-Dollar bis zum Jahr 2050. Diese Zahl bildet das Basis-Szenario einer aktuellen PwC-Analyse. Bei einer beschleunigten Verbreitung von Künstlicher Intelligenz könnten die Investitionen laut PwC sogar auf bis zu 50 Billionen US-Dollar steigen.

USA dominieren die Investitionen

Nach den Berechnungen von PwC entfallen 48 Prozent bzw. 15,1 Billionen US-Dollar der weltweiten Investitionssumme auf die USA. Auf den Raum Asien-Pazifik fallen demnach 8,2 Billionen US-Dollar, auf Europa 5,6 Billionen US-Dollar, auf den Nahen Osten 1,1 Billionen US-Dollar und auf Afrika 255 Milliarden US-Dollar.

Auch der zeitliche Verlauf der Ausgaben zeigt laut PwC eine deutliche Beschleunigung: Von rund 800 Milliarden US-Dollar im Jahr 2026 sollen die jährlichen Investitionen auf 1,1 Billionen US-Dollar im Jahr 2030 und schließlich auf 1,8 Billionen US-Dollar im Jahr 2050 ansteigen.

Verschiebung zu Hardware

PwC hebt zudem eine strukturelle Veränderung der Investitionen hervor: Der Anteil der IKT-Ausrüstung an den Gesamtinvestitionen soll von derzeit 70 Prozent auf 93 Prozent bis 2050 steigen. Der Großteil der Mittel fließt demnach künftig nicht mehr in Gebäude, sondern in interne Ausrüstung wie KI-Chips, Speicher, Netzwerke und Server.

Als treibenden Faktor nennt PwC Hardware-Upgrade-Zyklen von vier bis sechs Jahren. Die prognostizierte Gesamtsumme übertrifft laut der Analyse frühere Infrastrukturwellen wie Eisenbahnbau, Elektrifizierung oder den Ausbau des Internets – und liegt sogar über dem aktuellen US-Bruttoinlandsprodukt von rund 30 Billionen US-Dollar.

Risiken durch Lieferketten und Widerstand

PwC weist gleichzeitig auf Risiken hin, die das Wachstum bremsen könnten. Engpässe in der Lieferkette könnten die Investitionssumme demnach um etwa 20 Prozent auf 25,5 Billionen US-Dollar reduzieren. Auch strengere Exportkontrollen könnten laut PwC zu weiteren Kürzungen führen.

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Als konkretes Beispiel für Verzögerungen nennt PwC 75 Projekte im Gesamtwert von 130 Milliarden US-Dollar, die im ersten Quartal 2026 aufgrund von Widerständen aus der lokalen Bevölkerung ins Stocken gerieten.

Als zusätzliche Nachfragetreiber benennt PwC China und Indien, wobei die Verfügbarkeit von Strom als Schlüsselfaktor für die weitere Entwicklung gilt.

Hyperscaler und Chiphersteller als Treiber

Die Prognose fällt in eine Phase, in der große Technologiekonzerne ihre Investitionen bereits massiv ausweiten. Microsoft, Amazon, Alphabet und Meta planen für 2026 gemeinsam Investitionsausgaben zwischen 700 und 760 Milliarden US-Dollar, gegenüber rund 410 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025. Chiphersteller Nvidia erzielte im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026 einen Umsatz von 96,2 Milliarden US-Dollar, wovon 89 Milliarden US-Dollar auf das Rechenzentrumsgeschäft entfielen – ein Plus von 117 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

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Die PwC-Prognose unterstreicht damit die Dimension eines Investitionsbooms, der Rechenzentren nach Einschätzung der Analysten zu einem der größten Infrastrukturprojekte der kommenden Jahrzehnte macht – bei gleichzeitig wachsenden Herausforderungen durch Lieferketten, Energieverfügbarkeit und lokale Akzeptanz.