Der Vorfall vom 5. Juni führte zu massiven Störungen bei Google Cloud-Diensten und traf Unternehmen hart.
Brandursache noch unklar – Ermittlungen laufen
Die Betreiberfirma STT GDC India bestätigte heute, dass sich das Feuer auf eine einzelne Datenhalle und deren Versorgungseinrichtungen beschränkte. Dennoch sind die Schäden enorm. Eine Ursachenanalyse läuft und soll in fünf bis sieben Wochen abgeschlossen sein.
Das Feuer brach am 5. Juni gegen 2:47 Uhr Ortszeit im Stadtteil Greater Kailash-I aus. Es entstand im Batterieraum und erfasste eine Fläche von rund 18 Quadratmetern. Zwei Feuerwehrleute wurden bei den Löscharbeiten verletzt. Die Anlage gehört gemeinsam ST Telemedia und Tata Communications. Die Schwere der Schäden veranlasste die Tata-Tochter Novamesh am 15. Juni zur Ausrufung höherer Gewalt – eine sofortige Wiederherstellung sei nicht möglich.
Google Cloud in drei Metropolen gestört
Die Kettenreaktion ließ nicht lange auf sich warten: Ab dem 9. Juni kam es zu einem schwerwiegenden Google-Cloud-Ausfall in Indien. Betroffen waren Delhi, Mumbai und Chennai. Google zufolge musste die Notstromversorgung der Netzwerkgeräte im Fremdrechenzentrum in Delhi heruntergefahren werden, um einen Netzwerkknoten zu isolieren.
Die Folgen: reduzierte Kapazitäten, erhöhte Latenzzeiten und Paketverluste für Nutzer in der gesamten Region. Zwar wurde der Datenverkehr umgeleitet, doch eine schnelle Lösung für die isolierte Hardware gab es nicht. Branchenkreisen zufolge blieb die Krypto-Infrastruktur zwar verschont, doch zahlreiche Internetanbieter kämpften mit Störungen.
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Firmen verlieren Jahrzehnte an Daten
Besonders hart traf es langjährige Kunden des Rechenzentrums. Der Mobilfunkanbieter Matrix Cellular verlor nach eigenen Angaben 20 Jahre gespeicherte Daten. Der Chef des IT-Dienstleisters R2 Net bezifferte den Schaden seines Unternehmens auf rund 1,8 Millionen Euro.
Die Gesamtschäden für die Anlage und ihre Ausrüstung werden auf mehrere hundert Millionen Rupien geschätzt – umgerechnet zig Millionen Euro. Erste Untersuchungen deuten auf Lithium-Batterien als Brandursache hin. STT GDC India versicherte, die betroffenen Kunden bei der Wiederherstellung zu unterstützen.
Parallel: Cyberangriff auf Tata Electronics
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In einer separaten Entwicklung erschüttert ein Ransomware-Angriff auf Tata Electronics die Branche. Die Gruppe World Leaks behauptet, über 200.000 Dateien mit einem Volumen von 630 Gigabyte im Darknet veröffentlicht zu haben. Die geleakten Dokumente sollen angeblich Geschäftsgeheimnisse und Fabrikdaten von Apple und Tesla enthalten.
Tata Electronics bestätigte den Vorfall und eine Lösegeldforderung, betonte aber, dass der Geschäftsbetrieb nicht beeinträchtigt sei. Apples globales Cybersicherheitsteam prüft den Vorfall. Ein Großteil der Daten stammt wohl aus dem Jahr 2021 oder früher. Der Angriff reiht sich ein in eine Serie von Cyberattacken auf Zulieferer – erst 2025 hatte ein ähnlicher Vorfall bei einem Branchenkollegen Milliardenschäden verursacht.

