Rechnungsautomation: Japans Banken sparen 60% Bearbeitungszeit

Japanische Firmen setzen auf KI und Automatisierung für Rechnungswesen. NTT Data verbindet Banken mit Buchhaltungssystemen.

Ein neuer Digitalisierungsschub erfasst die japanische Wirtschaft: Mehrere Großkonzerne und Finanzinstitute haben am heutigen Mittwoch automatisierte Systeme zur Rechnungsverarbeitung und Zahlungsabwicklung vorgestellt. Im Zentrum steht die Plattform TetraBRiDGE for Bank von NTT Data.

NTT Data verbindet Banking mit Rechnungswesen

Mit TetraBRiDGE for Bank schafft der japanische IT-Dienstleister eine Schnittstelle zwischen Firmenkunden-Portalen und externen Rechnungsmanagementsystemen. Konkret angebunden ist die AnserBizSOL-Plattform für das Online-Banking von Unternehmen. Das Ziel: Manuelle Dateneingaben und separate Logins für Überweisungen entfallen.

Noch am selben Tag brachte invox seine spezialisierte Lösung „invox受取請求書 for TetraBRiDGE“ auf den Markt. Das System nutzt KI-gestützte Texterkennung mit einer Trefferquote von 99,9 Prozent, um eingehende Rechnungen zu digitalisieren. Der gesamte Prozess – vom Rechnungseingang bis zur Zahlung – läuft automatisiert ab. invox plant, den Dienst künftig um Ausgabenmanagement und Rechnungsstellung zu erweitern.

Auch Rakus zog nach: Der Anbieter integrierte seine Dienste „楽楽精算“ und „楽楽請求“ in die NTT-Data-Plattform. Rechnungsdaten werden per CSV-Datei übertragen und Zahlungen automatisch ausgelöst – ein Schutzschild gegen menschliche Eingabefehler.

Regionalbanken als Treiber der Digitalisierung

Sansan unterzeichnete am heutigen Mittwoch einen Vertriebs- und Wiederverkaufsvertrag mit NTT Data. Das Unternehmen bietet seine Plattform Bill One künftig gemeinsam mit TetraBRiDGE for Bank an – gezielt für regionale Finanzinstitute. Über 80 Banken sind bereits an Bord.

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Die Integration von Bill One soll den Zeitaufwand für manuelle Rechnungsverarbeitung um bis zu 60 Prozent senken. Für kleine und mittelständische Unternehmen in Japans Regionen eröffnet sich damit der Zugang zu digitaler Buchhaltung und automatisierten Zahlungen.

Breite Front für digitale Dokumente

Auch andere Anbieter treiben die Digitalisierung voran. Canon MJ und Opro starteten eine integration zwischen „DigitalWork Accelerator“ und „帳票DX“. Die Lösung automatisiert die Dokumentenerstellung und sorgt mit Zeitstempeln und elektronischen Siegeln für die Einhaltung der japanischen E-Buchhaltungsvorschriften.

Im Bankensektor kündigten Emerada und die Hokkaido Bank den Start von „資金管理PayMaster“ zum 3. August 2026 an. Auch hier kommt KI-gestützte Texterkennung zum Einsatz, um Zahlungsdaten aus Rechnungen zu generieren – kompatibel mit Überweisungen und Kartenzahlungen.

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Unternehmen sparen Tausende Arbeitsstunden

Die Nachfrage ist real: ADK Holdings hat das KI-System Robota von First Accounting implementiert. Es verarbeitet monatlich rund 5.000 Rechnungen – davon 4.000 ohne visuelle Prüfung. Ergebnis: 10.000 eingesparte Arbeitsstunden pro Jahr bei einer Genauigkeit von über 80 Prozent.

Bereits Anfang Juli, bei einer Hauptversammlung am 1. Juli 2026, berichtete ein Vertreter von Morinaga Milk über den rasanten Digitalisierungsschub des Molkereikonzerns. Das Unternehmen erwartet, dass sich das Volumen digitaler Rechnungseingänge innerhalb von sechs Monaten vervierzigfacht. Die Vertreter forderten zugleich mehr branchenweite Standardisierung, um die Effizienzgewinne voll auszuschöpfen.

Globaler Trend zur Automation

Die Entwicklung in Japan ist Teil einer weltweiten Bewegung. Erst am Dienstag gaben Epicor und Conexiom die Ausweitung ihrer Partnerschaft bekannt. Ziel ist die Integration KI-gestützter Auftrags- und Rechnungsautomation in ERP-Systeme – mit einer angestrebten 99-prozentigen Genauigkeit bei der Automatisierung von Verkaufsaufträgen und Kreditorenrechnungen. Der Trend ist eindeutig: Manuelle Eingriffe im Order-to-Cash-Zyklus werden zur Ausnahme.