Record a Skill: Claude lernt Arbeitsschritte durch Zuschauen

Anthropic stellt "Record a Skill" vor: Claude erstellt Automatisierungsskripte per Video-Demonstration. Sicherheitsupdates und neue Entwickler-Tools begleiten den Launch.

Claude kann ab sofort digitale Arbeitsabläufe durch Zuschauen erlernen und automatisieren.

Der KI-Entwickler Anthropic hat am 21. Juli 2026 eine neue Automatisierungsfunktion für seine Plattform Claude Cowork vorgestellt. Die Funktion namens „Record a Skill“ erlaubt es Nutzern, Arbeitsabläufe per Bildschirmaufnahme und Sprachkommentar zu demonstrieren – die KI wandelt diese anschließend in wiederverwendbare Automatisierungsskripte um.

Lernen durch Zuschauen

Das Prinzip ist simpel: Wer regelmäßig Dateien sortiert, Tabellen pflegt oder Berichte erstellt, kann Claude diese Arbeitsschritte nun einmalig vormachen. Über die Desktop-Anwendung starten Nutzer eine Aufnahme, führen die gewünschte Aktion aus und kommentieren ihre Schritte per Sprache.

Claude analysiert anschließend das Video – Mausbewegungen, Klicks, Tastatureingaben und verbale Anweisungen werden erfasst. Das System destilliert daraus ein wiederholbares Skill, das im persönlichen Nutzerkatalog gespeichert wird. Bisher mussten Anwender solche Automatisierungen manuell als SKILL.md-Dateien programmieren. Die neue Funktion steht Abonnenten der Tarife Pro, Max und Team zur Verfügung.

Sicherheit und neue Entwickler-Werkzeuge

Parallel zur Workflow-Funktion hat Anthropic Details zu den Sicherheitssystemen seiner KI-Umgebungen veröffentlicht. Für Claude.ai kommen isolierte gVisor-Container zur Code-Ausführung zum Einsatz. Claude Code, das Entwickler-Tool, nutzt Betriebssystem-Sandboxing – konkret Seatbelt auf macOS und bubblewrap auf Linux. Dadurch konnten die Berechtigungsabfragen um 84 Prozent reduziert werden. Claude Cowork selbst läuft in einer virtuellen Maschine und verwendet einen Request-Proxy zur Absicherung.

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Anthropic hat zudem Claude Code für Mac aktualisiert: Der Simulator für Live-macOS-iOS-Umgebungen wurde erweitert, ein Screen-Reader-Modus hinzugefügt. Außerdem senkte das Unternehmen die Einstiegshürde für den Team-Tarif auf zwei Plätze.

Wettbewerb und Marktentwicklung

Die Einführung von „Record a Skill“ reiht sich in eine Serie ähnlicher Entwicklungen ein. OpenAI hatte bereits am 18. Juni 2026 eine „Record and Replay“-Funktion für seine Codex-Plattform vorgestellt – allerdings beschränkt auf Mac-Nutzer und unter Ausschluss mehrerer Regionen, darunter Großbritannien, die Schweiz und der Europäische Wirtschaftsraum.

Nur einen Tag später, am 22. Juli 2026, präsentierte Loom Video-Prompts, die Bildschirmaufnahmen in strukturierte Aktionspläne umwandeln. Diese Pläne sind kompatibel mit KI-Agenten wie Claude, Cursor und Rovo oder können direkt Jira-Aufgaben generieren.

Der Trend zur KI-gestützten Arbeitsautomatisierung spiegelt sich auch in Arbeitsmarktdaten wider. Eine Studie der Harvard Business School vom März 2026 zeigt: Während KI-exponierte Stellenausschreibungen um 17 Prozent zurückgingen, stiegen Ausschreibungen mit Fokus auf Mensch-KI-Zusammenarbeit um 22 Prozent.

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Rechtliche Hürden und interne Projekte

Die Funktionserweiterung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Anthropic bedeutende rechtliche Meilensteine bewältigt. Ein Bundesrichter genehmigte kürzlich den 1,5 Milliarden Dollar schweren Vergleich des Unternehmens in einem Urheberrechtsstreit. Allerdings sieht sich die Firma nun einer neuen Patentverletzungsklage der University of Tennessee Research Foundation ausgesetzt.

Intern schließt Anthropic derzeit die Tests mehrerer Projekte ab. Die Erprobung von Conway, einem stets aktiven Cloud-Agenten, endet am 24. Juli 2026. Ebenfalls in der Testphase: Managed Projects, eine Funktion für dedizierte Cloud-Umgebungen zur Projektausführung. Parallel läuft ein A/B-Test für ein überarbeitetes Layout der Claude-Desktop-Anwendung. In der Forschung sorgte derweil das Modell Claude Fable 5 für Aufsehen – es widerlegte kürzlich die Jacobi-Vermutung, ein seit Jahrzehnten ungelöstes mathematisches Problem.