Recoverit V15: Wondershare ergänzt KI-Suche und SD-Kartenrettung

Wondershare kündigte Recoverit V15 an; zugleich wachsen Risiken alter Speichermedien und der Markt für Datenvernichtung.

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In der IT-Branche zeichnet sich für das Jahr 2026 eine Zäsur bei klassischen Speichertechnologien ab. Branchenanalysen identifizieren derzeit mehrere alternde Medientypen, die zunehmend als obsolet eingestuft werden. Parallel dazu treiben Softwareentwickler die Bereitstellung hochspezialisierter Datenrettungswerkzeuge voran, um den Anforderungen moderner Dateisysteme und aktueller Hardwarearchitekturen gerecht zu werden.

Risiken durch schleichende Datenkorruption bei Legacy-Medien

Branchenexperten warnen verstärkt vor der sogenannten schleichenden Datenkorruption (Bit Rot), die insbesondere lange ungenutzte Speichermedien betrifft. Bei klassischen Festplattenlaufwerken (HDDs) können magnetische Bits mit der Zeit ihre Ausrichtung verlieren. Da die Fehlerkorrekturverfahren (ECC) in der Regel nur aktiv werden, wenn das Laufwerk eingeschaltet ist und Daten aktiv liest, bleibt der Verfall im stromlosen Zustand oft unbemerkt.

Ähnliche Risiken bestehen bei Solid-State-Drives (SSDs), bei denen Ladungsverluste in den Speicherzellen zu beschädigten Daten führen können, wenn die Medien über längere Zeiträume nicht mit Energie versorgt werden. Umwelteinflüsse wie Hitze und Feuchtigkeit beschleunigen diesen physischen Verfall zusätzlich.

Fachleute betonen daher, dass einzelne alte Laufwerke kein verlässliches Langzeitarchiv darstellen. Als Standard wird weiterhin die 3-2-1-Regel empfohlen: Insgesamt drei Kopien der Daten auf mindestens zwei verschiedenen Medientypen, wobei eine Kopie an einem externen Standort aufbewahrt werden sollte.

Innovationen in der Datenwiederherstellung

Als Reaktion auf die Komplexität moderner Datenstrukturen hat Wondershare am 23. September 2026 die Version Recoverit V15 für Windows und Mac angekündigt.

Die Software führt neue Funktionen ein, darunter eine professionelle Wiederherstellung für SD-Karten sowie eine KI-gestützte Suche nach Abschluss des Scanvorgangs. Zudem bietet die Anwendung nun eine Bewertung der Wiederherstellungsqualität und automatisierte Reparaturmechanismen für beschädigte Dateien.

Die neue Version unterstützt laut Unternehmensmitteilung hochauflösende Videoformate in 4K, 6K und 8K. Für Anwender im Apple-Ökosystem wurde die Kompatibilität auf M5-basierte Macs sowie das Modell Mac Neo ausgeweitet. Dabei können spezifische Datenbibliotheken aus Anwendungen wie Final Cut Pro, iMovie und Photos wiederhergestellt und die Ergebnisse direkt in der iCloud gesichert werden.

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Hardware-Strategien für NAS und Enterprise-Umgebungen

Im Bereich der Netzwerkspeicher (NAS) zeigen aktuelle Marktvergleiche differenzierte Empfehlungen für verschiedene Anwendungsszenarien. Für Heim- und kleine Bürosysteme wird die WD Red Plus mit 4 TB (5.400 RPM, 64 MB Cache, CMR) als ausgewogene Lösung für Systeme mit bis zu acht Laufwerksschächten bewertet.

Für größere Konfigurationen mit bis zu 24 Schächten rücken Modelle wie die Seagate IronWolf Pro mit 16 TB in den Fokus, die mit 7.200 RPM arbeitet und für eine jährliche Arbeitslast von 550 TB ausgelegt ist.

Weitere marktübliche Optionen für spezialisierte Anforderungen umfassen:
– WD Red Pro (16 TB): 7.200 RPM, 512 MB Cache, ausgelegt für eine unbegrenzte Anzahl an Schächten.
– Toshiba N300 (20 TB): 7.200 RPM, 512 MB Cache, für Systeme mit bis zu acht Schächten.
– Synology HAT3300 (4 TB): 5.400 RPM, SATA/600-Schnittstelle, optimiert für kleinere NAS-Einheiten.

Für den Unternehmenseinsatz verweisen Einkaufsleitfäden für das Jahr 2026 auf Plattformen von Cohesity, Dell und HPE. Bei der Auswahl solcher Enterprise-Backup-Appliances sollten Unternehmen Faktoren wie Deduplizierung, Unveränderbarkeit von Backups (Immutability) und die Cloud-Anbindung prüfen, bevor Kapazitäts- und Leistungsanforderungen festgelegt werden.

Fehlerbehebung bei Betriebssystem-Backups

Auch auf Ebene der Betriebssysteme bleibt die Datensicherung ein kritisches Feld. Microsoft behob kürzlich einen Fehler, der nach den Sicherheitsupdates vom September 2026 auftrat.

Betroffene Systeme unter Windows 10 (Version 21H2 oder neuer) sowie Windows 11 (23H2 oder neuer) konnten über die Funktion „Dateiversionsverlauf“ (File History) keine Backups mehr erstellen oder aktualisieren.

Ursache waren Abstürze der Systemdateien FileHistory.exe und KERNELBASE.dll. Für Windows 11 werden die Korrekturen bereits über die optionalen Updates KB5124006 und KB5124010 verteilt. Systeme ohne manuelle Installation erhalten den Fix automatisch mit dem kommenden Patch Tuesday am 13. Oktober 2026.

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Wachstum im Markt für Datenvernichtung

Parallel zur Sicherung gewinnt die kontrollierte Vernichtung von Daten an wirtschaftlicher Bedeutung. Marktanalysen der Business Research Company prognostizieren für den globalen Markt der Datenvernichtungsdienste einen Anstieg von 11,93 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025 auf voraussichtlich 14 Milliarden US-Dollar im Jahr 2026. Dies entspricht einer jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von 17,3 %.

Getrieben wird diese Entwicklung durch strengere Datenschutzregulierungen, den Sicherheitsbedarf bei Cloud-Migrationen und Anforderungen an eine nachhaltige IT-Entsorgung.

Große Marktteilnehmer reagierten bereits in den vergangenen Jahren auf diesen Trend, etwa durch die Übernahme von Assured Security Shredding durch die Avena Group oder die Einführung von Data Erasure Services durch IBM in Kooperation mit spezialisierter Software von Blancco. Bis zum Jahr 2030 wird ein Marktvolumen von 24,75 Milliarden US-Dollar erwartet.