Reisesaison 2026: Polizei verstärkt Kampf gegen Taschendiebstähle

Behörden in Spanien, Italien und Deutschland gehen verstärkt gegen Eigentumsdelikte vor. Auch neue Reisehinweise für Schweden und Nicaragua wurden veröffentlicht.

Besonders in touristischen Zentren Europas gehen die Sicherheitsbehörden jetzt verstärkt gegen Eigentumsdelikte vor.

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Großrazzia auf Mallorca

In Palma de Mallorca hat die Polizei im Rahmen der „Operación Verano“ im Mai 2026 insgesamt 13 mutmaßliche Taschendiebe festgenommen. Ein aktueller Fall ereignete sich am 30. Mai am Passeig del Born. Eine dreiköpfige Gruppe entwendete dort die Brieftasche eines Touristen.

Die Verdächtigen gingen arbeitsteilig vor: Eine Frau führte den Diebstahl aus, während zwei männliche Begleiter das Umfeld sicherten. Das Diebesgut konnten die Beamten sicherstellen und dem Opfer zurückgeben.

Italiens Carabinieri kontrollieren Luxus-Hotspots

Ähnliche Schwerpunkteinsätze melden die italienischen Carabinieri aus der Region Versilia. In Forte dei Marmi führten sie Ende Mai gezielte Kontrollen gegen den Raub von Luxusuhren durch. Die Beamten identifizierten 315 Personen und kontrollierten 190 Fahrzeuge.

Dabei nahmen sie zwei vorbestrafte Männer fest, die die sogenannte „finto abbraccio“-Technik anwandten – einen Umarmungstrick. Zudem konnten vier weitere Personen nach dem Diebstahl einer Umhängetasche in einem Restaurant gefasst werden.

Schwerpunktkontrollen in deutschen Städten

Auch in Deutschland verzeichnen die Behörden eine Zunahme von Eigentumsdelikten im öffentlichen Raum. Am Hauptbahnhof in Hannover führten Landes- und Bundespolizei am 30. Mai eine großangelegte Schwerpunktkontrolle durch. Mehr als 500 Durchsuchungen führten zu mehreren Ermittlungsverfahren wegen Diebstahls, Körperverletzung und Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz.

Im ländlichen Raum wurden ebenfalls Vorfälle gemeldet. In der Region Wittlich entwendeten Unbekannte am 29. Mai einem 62-jährigen Fahrgast in einem Linienbus die Umhängetasche mit persönlichen Dokumenten. In Meerfeld ermittelt die Polizei wegen der Unterschlagung einer Geldbörse nach einer Veranstaltung am 24. Mai.

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Tourismus-Boom befeuert Kriminalität

Die Entwicklung fällt in eine Phase des deutlichen Wachstums im deutschen Tourismussektor. Branchenzahlen zeigen für den März 2026 ein Plus von 3,1 Prozent bei den Übernachtungen im Vergleich zum Vorjahr. Der gesamte Tourismusumsatz belief sich 2025 auf über 390 Milliarden Euro.

Experten beobachten jedoch, dass die steigenden Besucherzahlen in Hotspots wie Berchtesgaden zunehmend zu Herausforderungen durch „Overtourism“ führen.

Neue Reisehinweise für Schweden und Nicaragua

Das Auswärtige Amt hat Ende Mai seine Sicherheits- und Reisehinweise für mehrere Länder angepasst. Für Schweden warnt es vor einer Zunahme der Bandenkriminalität in größeren Städten. Neben Schießereien und Explosionen im kriminellen Milieu weist die Behörde explizit auf Kleinkriminalität hin – Taschendiebstähle in Innenstädten, auf Fähren und an Flughäfen. Auch Überfälle auf Wohnmobile an Campingplätzen wurden zuletzt vermehrt registriert.

Für Reisende nach Nicaragua gilt seit dem 30. Mai ebenfalls eine Warnung vor ansteigender Kleinkriminalität. Besonders an Touristenorten wie Granada, León und San Juan del Sur sei das Risiko für Raubüberfälle und Diebstähle gestiegen. Zudem warnt das Amt vor der beginnenden Hurrikansaison, die üblicherweise von Mai bis November andauert.

Internationale Erfolge gegen Kriminalität

In anderen Regionen konnten die Behörden größere kriminelle Strukturen zerschlagen. In Brasilien nahm die Polizei am 29. Mai eine Bande fest, die mittels moderner Kommunikationstechnik Überfälle auf Farmen plante. In Griechenland deckte die Polizei ein weitreichendes Netzwerk auf, das seit 2024 über 560 Kupferdiebstähle begangen haben soll. Der Schaden: rund drei Millionen Euro.