Reisesicherheit: Fast jeder zweite Deutsche von Cyberbedrohungen betroffen

Fast jeder zweite Deutsche erlebte bereits Cyberangriffe auf Reisen. Experten geben konkrete Schutzmaßnahmen für Smartphone und Daten.

Das zeigt eine Untersuchung des Sicherheitsanbieters McAfee. Rund 47 Prozent der Betroffenen erlitten finanzielle Verluste – häufig über 500 Euro.

Die beginnenden Sommerferien und ein prognostiziertes starkes Reisejahr veranlassen Sicherheitsbehörden und Branchenexperten nun zu verstärkten Warnungen. Sie haben konkrete Tipps zusammengestellt, wie Urlauber ihre Geräte und Daten schützen können.

Drei Schutzschichten für dein Smartphone

IT-Sicherheitsexperten raten zu einem mehrstufigen Ansatz. Dazu gehört der Einsatz eines VPN bei der Nutzung öffentlicher WLAN-Netzwerke. Ebenso wichtig: die Aktivierung der Zwei-Faktor-Authentifizierung oder biometrischer Verfahren.

Zudem empfehlen die Experten, auf eSIM-Technologien statt physischer SIM-Karten zu setzen. Auch digitale Schlüssel für Unterkünfte gelten als sicherer als herkömmliche Lösungen.

Was tun bei Verlust oder Diebstahl?

Das Polizeipräsidium Südosthessen und das Polizeipräsidium Karlsruhe raten: Wertsachen und Smartphones bei Großveranstaltungen oder in Freibädern stets körpernah tragen. Die technische Vorbereitung entscheidet im Ernstfall.

Das Handelsblatt empfiehlt, vor Reiseantritt die IMEI-Nummer des Geräts über den Code *#06## abzufragen und zu notieren. Ortungsdienste wie „Wo ist?“ (iOS) oder „Gerät finden“ (Android) sollten aktiviert sein.

Die neuen Sicherheitsprotokolle unterscheiden zwischen Verlust und gezieltem Diebstahl. Bei einem Verlust können Kontaktinformationen auf dem Sperrbildschirm helfen. Bei Diebstahl raten Hersteller wie Apple davon ab – um Social-Engineering-Angriffe zu verhindern.

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Die US-Sicherheitsbehörde CISA empfiehlt Hardware-Sicherheitsschlüssel statt SMS-basierter Zwei-Faktor-Authentifizierung. Das minimiert das Risiko des SIM-Swappings.

Roaming: Darauf solltest du achten

Für Reisende in der EU sowie in Island, Liechtenstein, Norwegen, der Ukraine und Moldau gelten die „Roam like at Home“-Regelungen. Das Forum Mobilkommunikation erinnert an das automatische Kostenlimit von 60 Euro.

Vorsicht ist bei der Nutzung von Mobilfunknetzen auf Schiffen oder in Flugzeugen geboten. Hier fallen oft deutlich höhere Tarife an. Der EU-weite Notruf 112 ist dagegen in allen Mitgliedstaaten kostenlos und ohne Vorwahl erreichbar – selbst ohne Guthaben auf der Prepaid-Karte.

Experten raten, die internationale Sperrhotline (+49 116 116 für deutsche Zahlungskarten) sowie die individuellen Sperrnummern der Mobilfunkanbieter vorab zu speichern.

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Urlaubsfotos erst nach der Rückkehr posten

Die Polizei mahnt auch zur Vorsicht in sozialen Netzwerken. Das Polizeipräsidium Südosthessen und Sicherheitsdienstleister wie Verisure empfehlen: Urlaubsfotos erst nach der Rückkehr veröffentlichen. So geben Einbrechern keine Hinweise auf leerstehende Wohnungen.

Die hessische Polizei hat zum Ferienbeginn verstärkte Kontrollen auf Autobahnen und in Ferienunterkünften angekündigt. Die Fallzahlen bei Wohnungseinbruchdiebstahl sind im vergangenen Jahr deutlich gestiegen.

Vorsicht vor Fake-Shops zur WM

Die Watchlist Internet warnt vor aktuellen Betrugsmaschen rund um die Fußball-Weltmeisterschaft. Kriminelle nutzen gefälschte Online-Shops für Trikots und Gewinnspiele auf Plattformen wie WhatsApp, um Kreditkartendaten abzugreifen.

Woran erkennst du Fake-Shops? Fehlendes Impressum, sehr junge Web-Domains oder ein fehlerhafter Sprachmix auf den Seiten sind typische Anzeichen.