Reisesicherheit: Gefälschte Buchungen kosten 470 bis 1.500 Euro

Cyberkriminelle nutzen die Reisesaison für vermehrte Angriffe. Behörden raten zu verstärkter Vorsicht bei digitalen Diensten im Ausland.

Sicherheitsbehörden und IT-Dienstleister melden einen deutlichen Anstieg der Angriffe. Schon im vergangenen Jahr waren rund elf Prozent der Internetnutzer in Deutschland von Cyberkriminalität betroffen, ein Drittel erlitt finanzielle Schäden. Experten raten deshalb zu besonderer Vorsicht bei Smartphone und digitalen Diensten im Ausland.

Gefälschte Buchungsbestätigungen und QR-Codes

Besonders verbreitet ist der Betrug über Messenger-Dienste wie WhatsApp. Eine Reisende aus Tirol verlor 470 Euro, nachdem sie auf einen Link in einer gefälschten Buchungsbestätigung von Booking.com klickte und ihre Kreditkartendaten eingab. Die österreichische Arbeiterkammer verzeichnet derzeit wöchentlich 20 bis 30 Anfragen zu solchen Urlaubsbetrugsfällen.

Anzeige: Eine Reisende aus Tirol verlor 470 Euro durch eine gefälschte Buchungsbestätigung auf WhatsApp. Mit der richtigen Checkliste erkennen Sie solche Fallen sofort. Dieser Leitfaden zeigt Ihnen in 5 Schritten, wie Sie Ihre Daten und Ihr Geld schützen. Jetzt kostenlosen Sicherheits-Leitfaden anfordern

Auch QR-Codes werden zur Gefahr. In Sankt Augustin gab eine Frau ihre Bankdaten zur angeblichen Verifizierung auf einem Online-Verkaufsportal ein und bestätigte die Transaktion per Fingerabdruck. Ergebnis: 1.500 Euro wurden von ihrem Konto abgebucht. Die Polizei warnt zudem vor dem „Stranded Traveller Scam“, bei dem Betrüger vorgeben, gestrandete Urlauber zu sein, und Bargeld gegen gefälschte Überweisungsbestätigungen erschleichen.

So schützen Sie Ihre Daten unterwegs

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und die Polizei Mittelhessen empfehlen die konsequente Nutzung der Zwei-Faktor-Authentisierung (2FA) sowie starker Passwörter oder Passkeys. Kriminalhauptkommissar Ulrich Kaiser rät: Öffentliche WLAN-Netzwerke nur über eine verschlüsselte VPN-Verbindung nutzen und auf Online-Banking während der Reise möglichst verzichten.

Für die physische Sicherheit sollten Sie Bordkarten offline speichern oder ausdrucken und regelmäßige Backups Ihrer Geräte erstellen. Der Sicherheitsdienstleister ESET betont: Der Verlust eines Smartphones kann den Zugriff auf sämtliche Buchungen und Konten sperren. Aktivieren Sie daher Geräteortungsfunktionen und notieren Sie wichtige Adressen zusätzlich analog.

Risiken im Ausland und bei Großereignissen

In italienischen Städten wie Neapel beobachten Sicherheitsforscher Diebstähle per Funk. Kriminelle nutzen die NFC-Technologie für kontaktlose Zahlungsdiebstähle direkt aus den Taschen der Urlauber. Auch klassische Kriminalität bleibt eine Bedrohung: Im Juni wurde auf Mallorca ein Raubüberfall mit einer Beute von über 200.000 Euro gemeldet.

Reisende sollten zudem die rechtlichen Rahmenbedingungen ihres Ziellandes kennen. Das BSI weist darauf hin, dass in Hongkong seit März 2026 die Verweigerung der Passwort-Herausgabe gegenüber Behörden unter Strafe steht – mit bis zu einem Jahr Haft. Ähnliche Regelungen gelten im Vereinigten Königreich.

Anzeige: Öffentliches WLAN im Urlaub ist praktisch, aber riskant. Ohne VPN können Betrüger Ihre Daten abfangen. In diesem Leitfaden erfahren Sie, wie Sie mit einer verschlüsselten Verbindung sicher surfen – und was Sie tun, wenn Ihr Smartphone gestohlen wird. Sicherheits-Leitfaden für unterwegs sichern

Parallel zur Urlaubsthematik warnt Check Point Research vor einer Flut gefälschter Domains rund um den Prime Day 2026. Allein im April und Mai wurden über 2.700 neue verdächtige Domains registriert, die Muster wie „amazon-prime“ verwenden. Verbraucherschützer fordern einen nationalen Aktionsplan gegen Fake-Shops.

Hilfe und Präventionsangebote

Die Schweizer Helpline des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) verzeichnete 2025 über 47.000 Anfragen und leistete in mehr als 1.200 Fällen Hilfe – ein Anstieg von 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Für deutsche Urlauber bietet die Polizei Heinsberg am 3. Juli 2026 eine spezielle Präventionsaktion für Camper an. Neben Ladungssicherung stehen dort Tipps zu Zahlungskriminalität und Einbruchsschutz im Fokus.