Ein neues Open-Source-Skript ermöglicht die radikale Entfernung von KI-Komponenten aus Windows 11. Das Tool „RemoveWindowsAI“ löscht systemtief Features wie Copilot und die umstrittene „Recall“-Funktion – und blockiert deren automatische Wiederinstallation. Es ist der bisher deutlichste Protest gegen Microsofts „KI-first“-Strategie.
Tiefenreinigung statt einfacher Deaktivierung
Das Skript, entwickelt vom GitHub-Nutzer „zoicware“, existiert seit Monaten. Doch Updates vom 6. bis 9. Januar 2026 haben seine Fähigkeiten massiv erweitert. Technische Analysen zeigen: Das Tool geht weit über einfache Registry-Einstellungen hinaus.
Es entfernt die KI-Funktionalität direkt aus dem Windows Component-Based Servicing (CBS) Store. Damit löscht es die zugrundeliegenden Dateien, statt sie nur zu verstecken. Die neueste Version nutzt einen „TrustedInstaller Fallback“-Mechanismus. Dieser umgeht den Dateischutz von Windows und erlaubt das Löschen systemeigener, gesperrter KI-Pakete.
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Ein entscheidender Fortschritt: Das Skript blockiert Windows Update. Es verhindert, dass die KI-Komponenten bei Routine-Updates stillschweigend neu installiert werden. Betroffen sind Dienste wie der „AI Fabric Service“, „Input Insights“ und KI-Buttons in Kern-Apps wie Notepad, Paint und Photos.
Breite Nutzung durch Integration in Setup-Tools
Die Verbreitung beschleunigte sich am 5. Januar. Damals integrierte das beliebte Windows-Konfigurationstool „FlyOOBE“ die Funktionen von RemoveWindowsAI. Die Version 2.4 bietet nun eine „Slopilot“-Entfernungsoption. Dieser Schritt machte das Skript für eine breitere Masse an Systemadministratoren und Power-Usern zugänglich.
Der Aufstieg des Tools fällt mit dem breiten Rollout von Windows 11 Version 25H2 zusammen. Dieses Update zementierte die „KI-first“-Architektur des Betriebssystems. Für viele Nutzer war es der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Besonders die „Recall“-Funktion stößt auf Widerstand. Sie erstellt regelmäßig Schnappschüsse der Nutzeraktivität für eine durchsuchbare Timeline. Microsoft preist sie als Produktivitäts-Boost an, Datenschützer sehen darin ein Sicherheitsrisiko.
RemoveWindowsAI bietet ein granulares Menü. Nutzer können wählen, ob sie nur bestimmte Elemente – wie den Recall-Dienst – entfernen oder die „nukleare“ Option wählen, die alle erkannten KI-Komponenten löscht. Wichtig: Die Januar-Updates verbesserten den „Revert Mode“. Er erlaubt die Wiederherstellung gelöschter Komponenten bei Systemproblemen. Diese Sicherheitsnetz ermutigt auch weniger technikaffine Nutzer.
Vertrauenskrise und Performance-Frage
Die Popularität des Tools spiegelt einen tiefen philosophischen Graben wider. Microsoft will Windows zu einem „agentischen Betriebssystem“ entwickeln, in dem KI-Agenten proaktiv Aufgaben übernehmen. Eine lautstarke Nutzergruppe sieht darin einen Eingriff in Privatsphäre und Systemleistung.
Sicherheitsanalysten betonen: Der Erfolg des Skripts speist sich aus Vertrauensproblemen. Die Möglichkeit, „Recall“ zu löschen, ist besonders relevant. Cybersecurity-Experten warnen, die Datenbank mit Nutzeraktivitäten könne bei Sicherheitslücken zur Goldgrube für Malware werden.
Performance ist ein weiterer Treiber. In Tech-Foren berichten Nutzer diese Woche von „reaktionsschnelleren“ Systemen nach der Bereinigung. Das Deaktivieren von Hintergrundprozessen wie dem AI Fabric Service soll Systemressourcen freisetzen. Das spielt besonders Gamern und Nutzern älterer Hardware in die Karten, die die KI-Features als unnötigen „Bloat“ empfinden.
Risiken und der Kampf mit Redmond
Trotz des Nutzens raten Sicherheitsexperten zur Vorsicht. Eingriffe auf Ebene des Komponenten-Stores bergen inhärente Risiken. Zwar ist der Code von „zoicware“ open-source und kann überprüft werden. Das gewaltsame Entfernen von Systemabhängigkeiten kann jedoch zu unvorhergesehener Instabilität führen. Einige Nutzer meldeten kleinere Probleme mit der Windows-Suche oder Drittanbieter-Apps.
Der Katz-und-Maus-Kampf mit Microsoft dürfte sich zuspitzen. Branchenbeobachter erwarten, dass künftige Windows-Updates die vom Skript genutzten Schwachstellen schließen. Denkbar ist auch, dass Microsoft Defender das Tool als „potenziell unerwünschte Software“ einstuft. Es gibt Präzedenzfälle: Frühere Debloating-Tools wurden oft von Antivirenprogrammen erkannt oder durch Systemupdates unbrauchbar gemacht.
Aktuell ist RemoveWindowsAI die effektivste Lösung für ein traditionelles, KI-freies Windows-Erlebnis. Der rasante Entwicklungszyklus – mit mehreren Updates allein in der ersten Januarwoche 2026 – zeigt das Engagement des Entwicklers. In der Ära des „KI-PCs“ unterstreicht das Tool eine marktrelevante Tatsache: Für viele Nutzer ist die wünschenswerteste KI-Funktion die, sie komplett abschalten zu können.
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