Rentenversicherung warnt: Betrüger nutzen gefälschte Videos

Deutsche Behörden warnen vor gefälschten Renten-Nachrichten, Schockanrufen, Phishing und KI-Betrug mit hohen finanziellen Schäden.

Sicherheitsbehörden und Institutionen beobachten eine wachsende Welle von Betrugsversuchen, bei denen Täter manipulierte digitale Kommunikation und vorgetäuschte Notlagen nutzen, um hohe Geldbeträge von Verbrauchern zu fordern. Die Vorgehensweise der Kriminellen wird dabei technisch immer versierter und setzt verstärkt auf die Ausnutzung persönlicher Krisensituationen sowie die Nachahmung offizieller Stellen.

Neue Masche mit gefälschten Lebensnachweisen

Die Deutsche Rentenversicherung hat in diesem Zusammenhang eine dringende Warnung vor einer neuen Betrugsform veröffentlicht. Dabei werden Empfänger durch SMS, E-Mails oder Anrufe kontaktiert, die den Anschein einer offiziellen Nachricht erwecken.

Neu ist laut den Berichten der Einsatz gefälschter Videos, mit denen die Betroffenen unter Druck gesetzt werden. In diesen Aufzeichnungen wird die Einhaltung kurzer Fristen für einen sogenannten Lebensnachweis gefordert.

Die Rentenversicherung stellte klar, dass sie niemals sensible Daten oder Zahlungen über solche Kanäle anfordere. Zur Verifizierung verdächtiger Anfragen wird auf das kostenlose Servicetelefon unter der Nummer 0800 1000 4800 verwiesen.

Investmentbetrug und Phishing über täuschend echte Plattformen

Parallel dazu verbreiten sich im Internet gefälschte Medienangebote. Eine manipulierte Website, die das Erscheinungsbild der Tagesschau imitiert, wirbt derzeit für betrügerische Investmentgeschäfte. Dabei werden die Namen bekannter Persönlichkeiten wie Chrupalla, Klingbeil und Maischberger missbraucht, um Seriosität vorzutäuschen. Opfer werden dazu gedrängt, eine Ersteinzahlung von rund 250 Euro zu leisten.

Auch Finanzbehörden in der Region München berichten von einer Zunahme koordinierter Phishing-Angriffe. Betrüger versenden E-Mails mit dem offiziellen Elster-Logo und fordern die Empfänger über manipulierte Links zur Preisgabe vertraulicher Steuerdaten auf. Die Steuerverwaltung betonte hierzu, dass sensible Informationen grundsätzlich nicht per E-Mail abgefragt werden.

Anzeige

Angesichts der Zunahme von gefälschten Nachrichten und manipulierten Links ist ein fundierter Schutz gegen Phishing-Angriffe für jeden Internetnutzer unerlässlich. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Leitfaden, wie Sie betrügerische Versuche in vier einfachen Schritten erkennen und stoppen können. Anti-Phishing-Paket jetzt gratis herunterladen

Massive Vermögensschäden durch Schockanrufe und Messenger-Betrug

Besonders drastisch zeigen sich die Auswirkungen bei sogenannten Schockanrufen, die sich gezielt gegen ältere Menschen richten. In Jena-Lobeda erbeuteten Täter mehrere Zehntausend Euro von einer 83-jährigen Rentnerin, nachdem sie eine Krebserkrankung innerhalb der Familie vorgetäuscht hatten.

In einem weiteren Fall in Rhäsa im Kreis Meißen verlor ein 87-jähriger Mann 30.000 Euro Bargeld sowie vier Unzen Gold im Wert von 15.000 Euro. Die Betrüger behaupteten, sein Sohn habe einen tödlichen Unfall verursacht und benötige eine Kaution.

Dass diese Taten konsequent verfolgt werden, zeigt ein aktuelles Urteil gegen den Abholer einer Schockanrufer-Bande. Ein 27-Jähriger wurde zu fünf Jahren Haft und einem Wertersatz von rund 918.000 Euro verurteilt. Er hatte innerhalb von sechs Wochen zehn Senioren um Geld und Wertsachen gebracht.

Zudem warnt die Polizei vor Manipulationen auf Messenger-Plattformen wie WhatsApp. Unter dem Vorwand einer Abstimmung für ein angebliches Stipendium einer Person namens Klara versuchen Kriminelle, Mobilfunknummern und Verifizierungscodes zu erschleichen, um Konten zu übernehmen.

Anzeige

Wer Messenger-Dienste wie WhatsApp für den Austausch nutzt, sollte die psychologischen Taktiken der Angreifer kennen, um nicht auf Manipulationen hereinzufallen. Ein neuer Gratis-Report enthüllt die aktuellen Methoden der Cyberkriminellen und zeigt auf, wie man diese gezielt entlarvt. Kostenlosen Report zur Hacker-Abwehr sichern

Technologische Aufrüstung durch Künstliche Intelligenz

Hintergrund dieser Entwicklung ist laut Experten auch der verstärkte Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI). In einem offenen Brief wiesen über 100 Organisationen darauf hin, dass KI-gestützte Angriffe zunehmend personalisierter und kostengünstiger durchgeführt werden könnten.

Das FBI verzeichnete für das Jahr 2025 bereits über 22.000 Anzeigen im Zusammenhang mit Internetverbrechen unter Einsatz von KI, wobei die Verluste bei über 893 Millionen US-Dollar lagen. Besonders Deepfakes werden hierbei als wachsendes Risiko für die Bürger eingestuft.

Ergänzend warnt die Verbraucherzentrale Niedersachsen vor unseriösen Onlineshops, die mit Rabatten von 50 bis 80 Prozent wegen angeblicher Geschäftsaufgaben locken. Da sich die tatsächlichen Firmensitze oft in Wyoming oder Hongkong befinden, erweisen sich Widerrufsrechte aufgrund hoher Rücksendekosten nach Fernost meist als wertlos.