Ein neues Gerät vereint die Ästhetik der 90er mit moderner Anschlussvielfalt. Der RetroBox kombiniert einen funktionsfähigen VHS-Rekorder mit einem Bildschirm, der auch aktuelle Konsolen bedient.
Die Neuheit, entwickelt vom Duo Daniela und Chase, trifft den Nerv einer wachsenden Community. Sammler und Retro-Gamer sehnen sich nach dem haptischen Erlebnis vergangener Jahrzehnte – scheitern aber oft an der Kompatibilität mit heutiger Technik. Der RetroBox soll diese Lücke schließen. Seit der Ankündigung Mitte Januar 2026 sorgt das Gerät für Diskussionen in Tech-Foren und sozialen Medien.
Technik-Brücke zwischen gestern und heute
Das Herzstück ist die ungewöhnliche Anschluss-Palette. Das Gerät bietet beides: klassische Eingänge für alte Konsolen wie Super Nintendo oder PlayStation und einen modernen HDMI-Port. So lassen sich Streaming-Sticks oder eine PS5 direkt an den Retro-Körper anschließen.
Der integrierte Bildschirm löst ein großes Problem für Enthusiasten. Er zeigt das Bild im originalen 4:3-Format und mit für Retro-Spiele typischer Auflösung. Doch im Inneren verbirgt sich keine schwergewichtige Kathodenstrahlröhre (CRT). Stattdessen kommt ein modernes Display zum Einsatz, das den Look alter Röhrenbildschirme per Software emuliert. Es simuliert Scanlines und das typische „Glühen“.
Für die Macher steht die emotionale Erfahrung im Vordergrund. Ihr Ziel: das besondere Gefühl der 90er-Jahre-Unterhaltungseinheit wiederbeleben. Das Design bricht bewusst mit der heutigen Minimal-Ästhetik. Statt flach und schwarz ist der RetroBox klobig und in knalligen Farben wie Pink oder Grün erhältlich – eine Reminiszenz an die durchsichtige „Jellybean“-Optik der Jahrtausendwende.
Streitpunkt: Echte Röhre oder cleveres Update?
In der Retro-Community entfacht das Konzept eine Grundsatzdebatte. Puristen bedauern, dass es sich nicht um eine echte CRT-Röhre handelt. Für sie sind die physikalischen Eigenschaften der alten Technik unersetzlich, besonders für Light-Gun-Spiele oder bestimmte visuelle Effekte.
Pragmatiker und viele Fachmedien sehen das anders. Echte Röhrenfernseher altern, sind schwer zu reparieren und stellen ein Sicherheitsrisiko dar. Ein zuverlässiges, modernes Gerät mit Garantie, das den Look imitiert und HDMI bietet, ist für die breite Masse der Nutzer die praktikablere Lösung. Der integrierte VHS-Player ist dabei kein Gimmick. Er ermöglicht das Abspielen von Familienvideos oder raren Filmen, die nie auf DVD erschienen – ohne komplizierte Adapter für den 4K-Fernseher.
Marktstart und Perspektiven
Der RetroBox ist mit einem Preis von umgerechnet etwa 343 Euro im Premium-Segment positioniert. Die Nachfrage scheint trotzdem hoch: Kurz nach Start der Verkaufswebsite waren erste Farbvarianten ausverkauft oder nur noch vorbestellbar.
Beobachter deuten den Launch als Teil eines Trends zu „New-Retro“-Hardware. Da funktionierende Originale aus den 80ern und 90ern immer seltener werden, könnten solche Hybrid-Lösungen an Bedeutung gewinnen. Der Erfolg des RetroBox könnte ähnliche Projekte inspirieren, etwa moderne CRT-Monitore für PC-Spieler.
Ob das Gerät dauerhaft überzeugt, hängt von der Qualität der Emulation und der Langlebigkeit des VHS-Laufwerks ab. Gelingt der Spagat zwischen authentischem Feeling und moderner Bequemlichkeit, hat der RetroBox das Zeug zum Kultgerät. Er beweist schon jetzt: Die Sehnsucht, in einfachere Zeiten zurückzuspulen, ist für viele Konsumenten einen Aufpreis wert.





