Revolut erhält französische Banklizenz: 1 Mrd. € für Westeuropa-Expansion

Revolut sichert sich die zweite EU-Banklizenz in Frankreich. Mit über einer Milliarde Euro Investitionen und 600 neuen Stellen will das Fintech in Westeuropa massiv wachsen.

Das Finanztechnologieunternehmen Revolut Bank S.A. hat nach einer gemeinsamen Prüfung durch die französische Aufsichtsbehörde ACPR und die Europäische Zentralbank (EZB) eine vollwertige französische Banklizenz erhalten. Die Entscheidung wurde durch den EZB-Rat getroffen und markiert einen strategischen Wendepunkt für die Präsenz des Instituts auf dem europäischen Markt.

Bei der französischen Konzession handelt es sich um die zweite volle EU-Banklizenz des Unternehmens nach der bereits bestehenden Lizenz in Litauen. Während die litauische Einheit weiterhin für die verbleibenden Staaten des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) zuständig bleibt, bildet die neue Lizenz die Grundlage für eine massive Ausweitung der Geschäftsaktivitäten in Westeuropa.

Investitionsprogramm und neuer Standort in Paris

Im Zuge dieser regulatorischen Aufwertung plant das Unternehmen Investitionen in Höhe von über 1 Mrd. € in Westeuropa. Ein wesentlicher Teil dieser Mittel soll in den personellen Ausbau fließen; insgesamt ist die Schaffung von mehr als 600 neuen Stellen vorgesehen. Allein für den Standort Frankreich plant das Institut die Einstellung von 400 Mitarbeitern.

Um das künftige Wachstum zu koordinieren, wird Revolut sein Hauptquartier ab 2027 in Paris ansiedeln. Hierfür wurde ein Mietvertrag über zehn Jahre für eine Fläche von 2.400 m² in der französischen Hauptstadt unterzeichnet. Die Eröffnung dieser Räumlichkeiten ist für Anfang 2027 geplant. Darüber hinaus bestehen Pläne für die Errichtung einer neuen Europa-Zentrale in einem Gebiet westlich von Paris.

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Migration von Millionen Kunden in sechs Kernmärkten

Die neue Lizenzstruktur hat unmittelbare Auswirkungen auf die Kundenbasis in mehreren europäischen Ländern. Nutzer in Frankreich, Deutschland, Irland, Italien, Portugal und Spanien sollen schrittweise migriert werden. In diesen sechs Ländern ist zudem eine verstärkte Expansion geplant.

Das Unternehmen verzeichnete zuletzt ein deutliches Wachstum seiner Nutzerzahlen. In Westeuropa werden rund 30 Mio. Kunden bedient, wovon etwa 8 Mio. Neukunden im Jahr 2025 gewonnen wurden. Auf globaler Ebene beziffert das Institut seine Kundenanzahl auf insgesamt 75 Mio.

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Regulatorische Fortschritte und Ausblick auf den Börsengang

Die Erteilung der französischen Vollbanklizenz reiht sich in eine Serie regulatorischer Erfolge im laufenden Jahr ein. Bereits im März 2026 erhielt das Unternehmen eine britische Banklizenz, im Juli 2026 folgte die Eröffnung einer australischen Niederlassung.

Diese Entwicklung spiegelt sich auch in der Marktbewertung wider, die mit Stand Juni 2026 bei 115 Mrd. US-Dollar lag. Für die weitere Zukunft bereitet sich das Unternehmen auf einen Börsengang vor, der nach derzeitigem Stand für das Jahr 2028 geplant ist. Mit der neuen Lizenz in einem der wichtigsten Finanzmärkte der EU festigt das Institut seine Position gegenüber etablierten Banken und stärkt seine Infrastruktur für künftige Finanzdienstleistungen im EWR.