Der französische Chiphersteller SiPearl hat erste Muster seines Prozessors Rhea1 an den IT-Konzern Bull übergeben, der sie in die Plattform BullSequana XH3000 für den Supercomputer JUPITER am Jülich Supercomputing Centre (JSC) des Forschungszentrums Jülich integriert. Das berichtete electronicsweekly.com am 22. September 2026. JUPITER gilt als Europas erster Exascale-Supercomputer und wird von der europäischen Beschaffungsorganisation EuroHPC JU beschafft.
Ein europäischer Prozessor für eine europäische Plattform
Bruno Lecointe von Bull bezeichnete die Integration eines europäischen Prozessors in eine europäische Plattform für Europas Vorzeige-Exascale-System als Meilenstein. Für SiPearl markiert die Auslieferung zugleich einen wirtschaftlichen Wendepunkt: Laut einem Bericht von dailyguardian.ca vom 22. September 2026 handelt es sich um die erste signifikante Umsatzquelle des Unternehmens überhaupt.
Technische Eckdaten des Rhea1
Der Rhea1-Chip basiert auf 80 Arm-Neoverse-V1-Kernen mit jeweils zwei 256-Bit-Scalable-Vector-Extension-Einheiten, verfügt über vier HBM-Stacks sowie vier DDR5-Schnittstellen. Insgesamt umfasst der Prozessor 61 Milliarden Transistoren, wie dailyguardian.ca berichtete.
Gefertigt wird er bei TSMC im 6-Nanometer-Verfahren, wie tweakers.net am selben Tag meldete. Laut SiPearl läuft das Benchmarking bereits, erste Ergebnisse fielen den Angaben zufolge stark aus und lägen teils über den Erwartungen des Unternehmens; finale Zahlen sollen im Herbst folgen. Der offizielle Release des Rhea1 ist für Ende 2026 vorgesehen.
Lange Entwicklungszeit
Der Weg zu diesem Meilenstein war lang: Ursprünglich war Rhea1 bereits für 2022 geplant, wurde jedoch mehrfach verschoben. SiPearl arbeitet seit 2020 mit Arm zusammen und ist Teil der European Processor Initiative. Das Unternehmen beschäftigt nach Angaben von dailyguardian.ca rund 200 Mitarbeiter an Standorten in Frankreich, Spanien und Italien.
Mit der Auslieferung erster Rhea1-Muster an Bull beginnt die Integration eines europäischen Prozessors in Europas Vorzeige-Exascale-System — ein Signal für alle, die ihre HPC-Beschaffung diversifizieren wollen. Wer die Abhängigkeit von US-Chipherstellern reduzieren will, braucht jetzt belastbare Entscheidungsgrundlagen. Kostenlosen HPC-Beschaffungs-Report anfordern
JUPITER: Zusammenspiel mehrerer Architekturen
Der GPU-Booster von JUPITER ist laut computerbase.de bereits am Netz und erreicht mehr als 1 ExaFLOP Rechenleistung, verteilt auf 5.884 Nodes mit jeweils vier Nvidia-GH200-Beschleunigern.
Der sogenannte Universal Cluster soll 162 Nodes mit je zwei Rhea1-Prozessoren umfassen – ausgestattet mit 80 Arm-Neoverse-V1-Kernen, gefertigt im N6-Verfahren bei TSMC, mit 64 Gigabyte HBM2e-Speicher und DDR5-Anbindung. Ergänzt wird dieser Cluster um 582 Nodes mit jeweils zwei AMD-Epyc-9655-Prozessoren mit 96 Kernen – der AMD-Anteil liegt damit 3,5-mal höher als der von Rhea1.
Ursprünglich waren laut computerbase.de Mitte 2024 mehr als 1.300 Rhea-Nodes für JUPITER vorgesehen gewesen. Die offizielle Leistungsangabe für Rhea1 steht noch aus und soll im Herbst folgen.
Ausblick auf Rhea2
SiPearl arbeitet bereits an einem Nachfolger: Rhea2 mit 128 Kernen ist für das französische System Alice Recoque vorgesehen, das mehr als 100.000 Kerne umfassen soll.
Die offiziellen Leistungsdaten des Rhea1 stehen noch aus, finale Benchmark-Zahlen sollen erst im Herbst folgen — doch die Beschaffungszyklen für HPC-Hardware laufen bereits. Dieser Report ordnet ein, welche Rolle Rhea1 neben AMD Epyc im JUPITER-Universal-Cluster spielt und wie Sie trotz unklarer Datenlage eine tragfähige Plattform-Entscheidung treffen. Vergleichs-Analyse jetzt sichern
Den Hauptanteil dieses Systems werden jedoch AMD-Komponenten stellen – AMD-Epyc-9006-Prozessoren (Zen 6, 256 Kerne, Codename Venice) sowie AMD-Instinct-MI430X-Beschleuniger mit 432 Gigabyte HBM4-Speicher, verteilt auf 94 Racks. Der Start ist für 2026 geplant, die Abnahme für die zweite Jahreshälfte 2027.
Mehr zum Thema bei ComputerBase: „Deutscher Supercomputer: Die europäischen Rhea1-CPUs für Jupiter sind endlich da“

