Rivian Assistant: KI-Assistent übernimmt Steuerung von E-Autos

Rivian führt einen KI-Assistenten ein, der Fahrzeugfunktionen und Google Kalender per Sprachbefehl steuert und Amazon Alexa ersetzt.

Rivian rollt seinen neuen KI-Assistenten aus – und der kann weit mehr als nur Navi-Befehle.

Der Elektroauto-Hersteller Rivian hat am Dienstag seinen neuen Sprachassistenten vorgestellt. Der „Rivian Assistant“ ist Teil des Software-Updates 2026.15 und wird für alle kompatiblen Modelle der ersten und zweiten Generation der R1T- und R1S-Baureihen freigegeben. Auch der kommende R2-Mittelklasse-SUV, der noch dieses Jahr ausgeliefert werden soll, wird die Technologie an Bord haben.

Was den Assistenten besonders macht: Er greift tief in die Fahrzeughardware ein und kann Aufgaben über verschiedene Dienste hinweg ketten – eine Fähigkeit, die Rivian als „agentisches Framework“ bezeichnet.

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Google-Kalender als erster externer Partner

Die Integration mit Google Calendar ist die erste externe Anwendung des Systems. Fahrer können Termine abfragen, verschieben oder neue Einträge vornehmen – alles per Sprachbefehl. Ein Beispiel: Der Fahrer sagt, er wolle ein Meeting auf 19:00 Uhr verschieben, und der Assistent erledigt das direkt im Google-Kalender.

Noch beeindruckender ist die Möglichkeit, mehrere Aktionen in einem einzigen Befehl zu verketten. Rivian demonstrierte, wie der Assistent den Terminkalender checkt, ein Café entlang der Route vorschlägt und einem Kontakt per SMS die aktualisierte Ankunftszeit mitteilt – alles auf eine einzige natürlichsprachliche Anweisung hin.

Schluss mit Alexa: Eigenentwicklung ersetzt Drittanbieter

Der neue Assistent basiert auf Rivians eigener KI-Plattform „Rivian Unified Intelligence“, die erstmals im Dezember 2025 auf einem Autonomie- und KI-Tag vorgestellt wurde. Die hauseigene Lösung kombiniert maßgeschneiderte Sprachmodelle mit einer Orchestrierungsebene, die den spezifischen Fahrzeug- und Fahrerkontext versteht.

Konsequenz: Amazon Alexa wird abgeschaltet, sobald der Rivian Assistant aktiviert wird. Rivian setzt damit vollständig auf Eigenentwicklung.

Neben Produktivitätsfunktionen dient der Assistent auch als „fahrzeuginterner Experte“. Er ist mit den Daten des Handbuchs gefüttert und beantwortet Fragen zur Bedienung – etwa, wie man einen Reifen wechselt oder die Klimaanlage für einzelne Passagiere einstellt.

Abo-Pflicht und Datenschutz

Der Rivian Assistant ist Teil des Connect+-Abos, das 14,99 Euro pro Monat oder 149,99 Euro pro Jahr kostet. Neben dem KI-Assistenten enthält das Paket einen WLAN-Hotspot, Satellitenbilder für die Navigation und Zugang zu Streaming-Apps wie YouTube und Apple Music.

Für die Google-Kalender-Anbindung ist mindestens Version 3.12 der Rivian-App erforderlich. Ein neuer Bereich namens „Rivian Intelligence“ erlaubt die Aktivierung der Kalendersynchronisation und einer „Memory“-Funktion – beide sind standardmäßig deaktiviert.

Die Privatsphäre steht im Fokus: Persönliche Daten werden nur dem jeweiligen Fahrerprofil zugeordnet, nicht fahrzeugweit geteilt. Nutzer können die Aktivierungswörter „Hey Rivian“ oder „Okay, Rivian“ deaktivieren, den Standortzugriff einschränken und den Speicher jederzeit löschen. Ein PIN-Code mit vier bis sechs Ziffern schützt die persönlichen Einstellungen zusätzlich.

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Wettbewerbsvergleich: Rivian zieht an Tesla vorbei

Mit dem fahrzeugeigenen, agentischen Assistenten positioniert sich Rivian in einer Nische, die andere Hersteller bisher nicht besetzen. Während Tesla mit seinem „Grok“-Assistenten zwar früh dran war, fehlt diesem die Kontrolle über Klima, Medien und andere Hardware-Funktionen – eine Lücke, die Rivian von Anfang an schließt.

Mercedes-Benz bietet mit MBUX zwar seit Jahren umfassende Fahrzeugsteuerung, doch Rivians Fokus auf Aufgabenverkettung geht einen Schritt weiter. Die Entscheidung, mit Google Calendar zu starten, nutzt die bestehende Partnerschaft mit Google, die bereits die Navigationskarten umfasst.

Ausblick: Apple und Microsoft folgen

Aktuell beschränkt sich die externe Integration auf Google Calendar. Rivian hat jedoch bestätigt, dass Unterstützung für Apple iCloud und Microsoft Outlook in Entwicklung ist. Bis dahin helfen Workarounds: Einige Nutzer spiegeln ihre Outlook- oder iCloud-Termine in ein Google-Konto, um die Funktionen bereits zu nutzen.

Die Expansion von Rivian Unified Intelligence soll sich durch das gesamte Jahr 2026 ziehen. Künftige Updates könnten die Steuerung von Smart-Home-Geräten und eine tiefere Integration mit professionellen Kommunikationsplattformen umfassen.

Aktuell ist der Assistent nur auf Englisch verfügbar. Ein Zeitplan für die Lokalisierung in andere Sprachen oder für Familienrabatte beim Connect+-Abo steht noch aus.