Rivian und Uber beschleunigen die autonome Zukunft

Rivian übertrifft Liefererwartungen und startet mit Uber ein milliardenschweres Robotaxi-Projekt. Die Allianz plant bis zu 50.000 autonome Fahrzeuge für die Uber-Plattform ab 2028.

Die autonome Mobilität erhält durch die Allianz von Rivian und Uber neuen Schub. Ein erfolgreiches Quartal des E-Auto-Herstellers und klare Strategien für das gemeinsame Robotaxi-Projekt markieren einen Wendepunkt.

Rivian übertrifft Erwartungen und bereitet R2-Start vor

Der Elektrofahrzeug-Hersteller Rivian startet mit Schwung ins Jahr 2026. Im ersten Quartal lieferte das Unternehmen 10.365 Fahrzeuge aus – deutlich mehr als die von Analysten erwarteten 9.678 Einheiten. Das entspricht einem Plus von fast 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

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Diese Zahlen sind bemerkenswert. Denn sie fallen in eine Phase, in der US-Steuergutschriften ausliefen und Rivian die Produktion der aktuellen R1-Modelle bewusst drosselte. Der Grund: Das Werk in Normal, Illinois, wird für die Anlaufphase der neuen R2-Plattform vorbereitet. Der Mittelklasse-SUV, der ab etwa 45.000 Euro starten soll, ist das Herzstück der Partnerschaft mit Uber. Erste Auslieferungen an Mitarbeiter beginnen noch im April.

Trotz der Produktionsrückgänge hält Rivian an seiner Jahresprognose von 62.000 bis 67.000 Fahrzeugen fest. Diese Planungssicherheit stärkt das Vertrauen der Investoren. Wichtig ist sie auch für die massive Erweiterung des Werks in Illinois, das um über 100.000 Quadratmeter wachsen soll. Analysten der BNP Paribas gehen davon aus, dass Rivian erst 2028 einen bereinigten operativen Gewinn erzielen wird. Die Kapitalspritze aus dem Uber-Deal verschafft dem Unternehmen jedoch den nötigen finanziellen Spielraum, um die hohen Entwicklungskosten für die Level-4-Autonomie zu stemmen.

So funktioniert die Milliardendeal-Allianz

Die am 19. März 2026 offiziell vorgestellte Partnerschaft sieht ein Gesamtinvestment von bis zu 1,25 Milliarden Euro von Uber bis 2031 vor. Der Deal konzentriert sich auf den Einsatz von bis zu 50.000 vollautonomen Rivian R2-Fahrzeugen, die exklusiv auf der Uber-Plattform verfügbar sein werden.

Technisch setzt Rivian auf eigene Hochleistungsrechner. Die RAP1-Inferenzplattform mit Dual-Chip-Design soll 1600 TOPS (Tera Operations Per Second) an KI-Rechenleistung bringen. Elf Hochauflösungskameras, fünd Radareinheiten und ein spezielles Lidar-System komplettieren den Sensor-Satz. Diese Hardware soll „Physical AI“ ermöglichen – also die Fähigkeit, komplexe städtische Situationen mit logischen Gedankenketten zu bewältigen.

Finanziell startet Uber mit einer ersten Zahlung von 300 Millionen Euro. Weitere Tranchen sind an das Erreichen spezifischer Meilensteine bei der autonomen Leistung geknüpft. Die erste Ausrollphase mit 10.000 Robotaxis ist für 2028 in San Francisco und Miami geplant. Bis 2031 wollen die Partner in 25 Städten in Nordamerika, Europa und Kanada präsent sein. Für Uber war Rivians vertikale Integration – die Kontrolle über Fahrzeugdesign, Software und Fertigung – ein Hauptgrund für das milliardenschwere Engagement.

Ubers Strategie: Der große Aggregator für autonome Fahrzeuge

Die Partnerschaft mit Rivian ist nur ein Teil von Ubers größerem Spielplan. Das Unternehmen positioniert sich zunehmend als zentrale Plattform für autonome Fahrzeugdienste. CEO Dara Khosrowshahi betonte kürzlich, dass Uber nun mit über 20 verschiedenen AV-Technologieunternehmen zusammenarbeitet.

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Diese „Multi-Player“-Strategie erlaubt es Uber, autonome Dienste schnell zu skalieren, ohne die immensen Kosten für die Entwicklung eines eigenen Systems tragen zu müssen. Neben Rivian erweitert Uber die Zusammenarbeit mit Nvidia, um bis 2028 Level-4-Fahrzeuge in 28 Städten einzusetzen. Auch Partnerschaften mit Baidus Apollo Go, Waymo, Zoox und Lucid sind im Portfolio.

Externe Faktoren begünstigen diesen Trend aktuell. In Kalifornien und anderen großen Märkten sind die Benzinpreise aufgrund geopolitischer Spannungen im Nahen Osten auf bis zu 3,80 Euro pro Liter (umgerechnet ca. 10 US-Dollar pro Gallone) gestiegen. Diese Kosten treiben sowohl Fahrgäste als auch Flottenbetreiber vermehrt in die Elektromobilität. Ubers Ziel, bis 2029 mehr autonome Fahrten zu vermitteln als jede andere firma, rückt damit in greifbare Nähe.

Der Fahrplan: Von der Testphase zur globalen Flotte

Bis die ersten Uber-Kunden in einem fahrerlosen Rivian sitzen, sind jedoch noch Hürden zu nehmen. Während das Serienmodell R2 2027 auf den Markt kommt, durchlaufen die autonomen Varianten für Uber umfangreiche Tests in 2026 und 2027. Die Strategie sieht eine schrittweise Einführung vor: Zunächst sammeln Testflotten Daten, um die KI-Modelle auf städtische Besonderheiten zu trainieren. Es folgen Versuche mit Sicherheitsfahrern am Steuer.

Ende 2027 sollen dann die ersten Kunden ihren R2 erhalten – ein entscheidender Stresstest für Rivians Hochlauf der Serienfertigung. Der offizielle Start des Uber-Robotaxi-Dienstes 2028 markiert den Beginn einer dreijährigen Expansionsphase. Erreichen die Partner ihre Ziele für 2031, könnte ihre 50.000 Fahrzeuge umfassende Flotte eine der größten ihrer Art weltweit sein.

Die Branche blickt nun gespannt auf den 30. April 2026. Dann veröffentlicht Rivian die vollständigen Finanzergebnisse für das erste Quartal. Sie werden zeigen, wie sich das Uber-Investment und der R2-Produktionshochlauf auf den Weg zur Profitabilität auswirken. Die Kombination aus überraschend starken Lieferzahlen und einer klaren Robotaxi-Roadmap positioniert Rivian und Uber bereits heute als prägende Kräfte der nächsten Verkehrsrevolution.