Die Ferienzeit lockt Millionen Deutsche ins Ausland – und Kriminelle auf die Lauer. Sicherheitsbehörden und Verbraucherschützer schlagen Alarm: Nicht nur der physische Diebstahl von Smartphones auf Rastplätzen oder in Touristenzentren nimmt zu. Auch digitale Fallstricke wie horrende Roaming-Kosten und dreiste Betrugsmaschen lauern auf Urlauber. Experten sind sich einig: Effektiver Schutz beginnt bereits vor der Abreise.
Cloud-Backup und Ortungsdienste aktivieren
Der Verlust des Smartphones ist ärgerlich – der Verlust aller darauf gespeicherten Daten ist eine Katastrophe. IT-Sicherheitsexperten raten daher zur konsequenten Nutzung von Cloud-Backups. Ob Google Drive für Android oder iCloud für iPhones: Kontakte, Fotos und Dokumente sollten regelmäßig synchronisiert sein. Vor der Abreise gilt es zudem, das Betriebssystem zu aktualisieren und eine starke Bildschirmsperre sowie die Geräteverschlüsselung zu aktivieren.
Ein entscheidender Schritt ist die Aktivierung der Ortungsdienste. Bei Android-Smartphones läuft das über die Funktion „Mein Gerät finden“, bei Apple-Geräten über das „Wo ist?“-Netzwerk. Im Ernstfall können Nutzer ihr Gerät so aus der Ferne orten, als verloren markieren oder alle Daten löschen. Fachleute empfehlen zudem, die individuelle Seriennummer (IMEI) vorab zu notieren – sie ist für eine polizeiliche Anzeige zwingend erforderlich.
Rastplätze und Touristen-Hotspots: Hier schlagen Diebe zu
Der Auto Club Europa (ACE) warnt aktuell vor Diebstahlserien auf Autobahnrastplätzen. Die Täter setzen auf Ablenkungsmanöver, um Wertsachen aus unverschlossenen Fahrzeugen zu entwenden. Die Devise: Auch bei kurzen Pausen das Auto immer abschließen und Mobilgeräte oder Taschen nie sichtbar im Innenraum liegen lassen.
Ob im Urlaub oder im Alltag – Ihr Smartphone ist ein begehrtes Ziel für Kriminelle, die es auf sensible Daten und Bankzugänge abgesehen haben. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt Ihnen 5 einfache Schritte, mit denen Sie Ihr Gerät sofort wirksam gegen unbefugte Zugriffe absichern. 5 Schutzmaßnahmen jetzt kostenlos entdecken
Auch das Auswärtige Amt weist in seinen Sicherheitshinweisen auf länderspezifische Gefahren hin. In China ist die Kriminalität zwar insgesamt gering, in Ballungsräumen und bei großen Menschenansammlungen kommt es jedoch zu Taschendiebstählen. In Albanien warnen die Behörden besonders im Sommer vor Einbrüchen in Wohnmobile und Autos. In der chinesischen Region Xinjiang gelten zudem verschärfte Regeln: Das Fotografieren von Sicherheitseinrichtungen und Personal ist dort verboten.
1.000 Euro für eine Minute: Die Roaming-Falle
Außerhalb der EU können selbst kurze Datennutzungen teuer werden. Ein aktueller Fall zeigt die Brisanz: In Thailand fielen für eine einminütige Datennutzung Kosten von 1.000 Euro an. Grund: Es wurden etwa 100 Megabyte übertragen, bevor eine automatische Sperre des Anbieters griff. Da der EU-Roaming-Deckel in Drittstaaten nicht gilt, empfehlen Experten, das Datenroaming vor der Einreise komplett zu deaktivieren und ausschließlich gesicherte WLAN-Verbindungen zu nutzen.
Vorsicht ist auch bei der Buchung von Reisedienstleistungen geboten. Die Polizei Bielefeld berichtet von Betrugsfällen, bei denen Urlauber über Messenger-Dienste zu Vorabzahlungen per Link gedrängt wurden. Nach der Überweisung blieb die Buchungsbestätigung aus. Auch am Flughafen Düsseldorf warnen Behörden vor unseriösen „Park & Fly“-Anbietern. In der Region Ratingen wurden Fahrzeuge solcher Anbieter für Privatfahrten oder illegale Rennen zweckentfremdet. Reisende sollten den Kilometerstand bei der Fahrzeugübergabe dokumentieren.
Besonders bei der Nutzung von Banking-Apps oder Messenger-Diensten im Ausland können kleine Sicherheitslücken fatale Folgen haben. Erfahren Sie in diesem Gratis-Leitfaden, wie Sie WhatsApp, PayPal & Co. vor Spionage schützen und die Kontrolle über Ihre Daten behalten. Kostenlosen Sicherheits-Ratgeber herunterladen
Im Ernstfall: Schnell handeln, richtig reagieren
Wurde das Smartphone trotz aller Vorsicht gestohlen, ist schnelles Handeln gefragt. Neben der sofortigen Ortung und Sperrung über die Online-Portale des Herstellers muss der Diebstahl bei der örtlichen Polizei angezeigt werden.
Für alle, die ihre Hardware aufrüsten möchten, gibt es neue regulatorische Vorgaben: Nach aktuellen Regeln der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation (ICAO) dürfen Powerbanks ausschließlich im Handgepäck mitgeführt werden. Hersteller kündigen bereits neue Modelle für den Sommer an – darunter Geräte mit 20.000 mAh Kapazität und integrierten Ladekabeln oder flache, magnetische Titan-Powerpacks for den mobilen Einsatz.

