Wer dort nicht aufpasst, dem drohen saftige Rechnungen.
Wenn das Handy ins Ausland „entwischt“
Am Bodensee und im Dreiländereck bei Basel passiert es schnell: Das Smartphone sucht sich automatisch das stärkste Signal – und landet unbemerkt im Schweizer Netz. Das Problem: Die Schweiz gehört nicht zur EU. Die „Roam like at Home“-Verordnung gilt dort nicht. Die Folge sind happige Zusatzkosten.
Die Verbraucherzentralen schlagen Alarm. Telefonate können demnach bis zu drei Euro pro Minute kosten. Besonders tückisch: Schon der Datenverbrauch im Hintergrund kann die Rechnung in die Höhe treiben. In Extremfällen sollen monatliche Fünfstellige Beträge aufgelaufen sein.
So schützt man sich vor der Kostenfalle
Die Experten raten zu einfachen, aber wirkungsvollen Maßnahmen. Wer in Grenznähe unterwegs ist, sollte die automatische Netzwahl deaktivieren. Stattdessen das Handy manuell auf den heimischen Anbieter festlegen. Auch das Daten-Roaming besser ganz ausschalten, wenn die Grenze nah ist.
Internationale Anbieter reagieren
Während die Probleme an der Schweizer Grenze lokal sind, haben mehrere internationale Telekommunikationsfirmen ihre Roaming-Dienste angepasst. Der armenische Anbieter Ucom erweiterte seine uTravel-Pakete. Sie bieten nun Datenvolumen zwischen vier und neun Gigabyte, gültig für sieben Tage in 167 Ländern. In 55 dieser Länder ist sogar 5G-Roaming verfügbar.
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Der serbische Provider MTS verdoppelte die Datenmengen seiner 5ica-Tarife. Kunden der mittleren und höheren Preisklassen bekommen nun bis zu 16 Gigabyte fürs Ausland.
Einen anderen Weg geht der südkoreanische Anbieter LG Uplus. Sein neuer „ixi-O Roaming Call“-Dienst erlaubt Telefonate aus dem Ausland mit der heimischen Nummer – per App und über WLAN oder einen Roaming-Tarif. Gestartet ist der Dienst in Japan, 100 weitere Länder sollen folgen.
Strengere Kontrollen an der Grenze
Doch nicht nur beim Telefonieren lauern Fallstricke. Die Schweizer Behörden gehen verstärkt gegen Verstöße vor. Erst am 4. Juli wurde ein deutscher Influencer von Schweizer Zöllnern zu 900 Schweizer Franken Strafe verdonnert. Der Grund: Er führte einen Radarwarner mit sich – in der Schweiz verboten. Das Gerät wurde beschlagnahmt.
Auch beim Mülltransport wird schärfer kontrolliert. Die Zollbehörden verzeichneten 2025 insgesamt 138 Fälle illegaler Abfalltransporte aus der Schweiz. Die Strafen beginnen bei 300 Euro. Im Wiederholungsfall droht sogar die Beschlagnahmung des Fahrzeugs.
Bahn-Chaos und drohende Staus
Schon der Datenverbrauch im Hintergrund kann die Handyrechnung in die Höhe treiben – in Extremfällen monatlich fünfstellig. Erfahren Sie, wie Sie Ihr Smartphone richtig einstellen und im Notfall reagieren. Notfall-Checkliste für Schweizer Roaming sichern
Die Grenzregion kämpft zudem mit logistischen Problemen. Die Schweizer Bundesbahn SBB entschuldigte sich nach einer Panne beim Nachtzug von Zürich nach Berlin. Zwei Liegewagen mussten durch normale Sitzwagen ersetzt werden – ohne Vorankündigung. Die SBB bietet betroffenen Fahrgästen nun Entschädigungen an.
Und noch eine Hiobsbotschaft für Reisende: Der Flughafenverband ACI warnt vor langen Wartezeiten an den EU-Außengrenzen. Das biometrische Einreisesystem EES, das seit Oktober 2025 läuft, könnte in den Sommermonaten Juli und August zu Wartezeiten von bis zu fünf Stunden führen. Der Verband fordert eine vorübergehende Aussetzung bestimmter Kontrollen, um ein Verkehrschaos zu verhindern.

