Gleich mehrere Schwergewichte kündigten am Montag neue Flotten und Testprogramme in Europa und den USA an.
Uber setzt auf Münchner KI-Partnerschaft
Uber und das Münchner Unternehmen Autobrains starten ein neues Robotaxi-Programm in der bayerischen Landeshauptstadt. Die Ankündigung fiel während der NVIDIA GTC-Konferenz in Taipeh. Das Besondere: Die Technologie basiert auf modularen KI-Agenten, die eigenständig Entscheidungen treffen – anders als herkömmliche End-to-End-Modelle.
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Die Software läuft auf der NVIDIA DRIVE Hyperion-Plattform und ist fahrzeugunabhängig. Das könnte Uber ermöglichen, die Technik in Serienmodelle verschiedener europäischer Hersteller zu integrieren. Noch steht das Projekt unter dem Vorbehalt der behördlichen Genehmigung – allerdings erlaubt die deutsche Gesetzgebung bereits fahrerlosen Betrieb in definierten Zonen.
Für Uber ist dies eine strategische Rückkehr nach Europa. Der Konzern hatte seine eigene autonome Sparte an Aurora Innovation verkauft und setzt nun voll auf Partnerschaften. Die Aktie notierte am Montag bei rund 70 Euro.
Waymo: Erstes maßgeschneidertes Robotaxi rollt aus
In den USA startete Waymo den öffentlichen Betrieb seiner sechsten Robotaxi-Generation namens Ojai. Entwickelt wurde das Fahrzeug gemeinsam mit Zeekr, einer Tochter des chinesischen Geely-Konzerns. Es ist Waymos erstes speziell für den Robotaxi-Einsatz konstruiertes Modell.
Die ersten kostenlosen Fahrten begannen in San Francisco, Los Angeles und Phoenix. Weitere Städte wie Denver, Las Vegas und San Diego sollen folgen. Die Sensorik umfasst 13 Kameras und vier Lidar-Einheiten. Das Kosten-Ziel pro Fahrzeug liegt laut Waymo bei unter 20.000 Euro.
Aktuell bewältigt Waymo mehr als 500.000 Fahrten pro Woche in elf Städten. Die internen Sicherheitsdaten zeigen: Autonome Systeme sind an 92 Prozent weniger schweren Unfällen beteiligt als menschliche Fahrer. Allerdings läuft in New York City gerade die Genehmigung aus – Waymo muss die Testlizenz dort erneuern.
Volkswagen testet ID. Buzz in Los Angeles
Auch Volkswagen mischt kräftig mit. Seit dem 31. Mai testet der Konzern seine ID. Buzz Robotaxis in Los Angeles – vollständig autonom, aber noch mit Sicherheitsfahrern an Bord. Die Flotte umfasst über 100 Fahrzeuge, betrieben von der VW-Tochter MOIA.
Die Technik: 27 Sensoren (13 Kameras, neun Lidar, fünf Radars), gesteuert von einer Mobileye-Plattform. Ab Ende 2026 sollen die ID. Buzz-Robotaxis auch über Ubers Netzwerk buchbar sein.
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NVIDIA baut globales Ökosystem aus
Die zeitgleichen Ankündigungen in München und Kalifornien sind Teil einer größeren Strategie. NVIDIA bestätigte vier neue Partnerschaften für sein DRIVE Hyperion-Ökosystem, die alle auf Level 4 – also vollständig autonomes Fahren in definierten Bereichen – abzielen.
Neben der Zusammenarbeit mit Uber und Autobrains in München sind dies:
- Foxconn: Start in Kaohsiung (Taiwan) für 2028 geplant
- VinFast und Autobrains: Ausbau in Südostasien
- HUMAIN: Autonome Mobilität in Saudi-Arabien
Die Branche befinde sich in der Phase der industriellen Skalierung, so NVIDIA. Ein weiteres Zeichen: Erst vor wenigen Tagen startete in Zagreb der erste kommerzielle Robotaxi-Dienst Europas – betrieben mit Technologie von Pony.ai. Kroatien hatte bereits 2023 spezielle Gesetze für autonome Fahrzeuge verabschiedet.

