Das Pilotprojekt soll bis zum Sommer 2027 auf vollständig autonomes Fahren der Stufe 4 umgestellt werden.
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München als europäischer Testballon
Die bayerische Landeshauptstadt wird zum Schauplatz eines ambitionierten Mobilitätsexperiments. Auf der GTC Taipei-Konferenz gaben Uber und Autobrains bekannt, dass der Ride-Hailing-Riese seine Plattform mit der sogenannten „Agentic AI“ des israelischen Technologieunternehmens kombinieren wird. Technische Basis ist die NVIDIA DRIVE Hyperion-Plattform für autonomes Fahren der Stufe 4.
Das Besondere: Das System ist herstellerunabhängig konzipiert. Es lässt sich in verschiedene Serienfahrzeuge integrieren – ein entscheidender Vorteil für die spätere Skalierung.
Sechs Monate mit Sicherheitsfahrer
Der Münchner Pilotbetrieb startet mit einer sechsmonatigen Einführungsphase. In dieser Zeit sind die Fahrzeuge noch mit einem Sicherheitsfahrer besetzt. Danach soll der Dienst auf vollständig autonomen Betrieb umgestellt werden – Zieltermin ist der Frühsommer 2027.
Autobrains setzt dabei auf einen kamerabasierten Ansatz statt auf teure Lidar-Sensoren. Sechs Kameras, agentische KI und Luftbildaufnahmen reichen aus, um die Fahrzeuge zu navigieren. Schon in der Anfangsphase dürfen die Robotaxis auf 40 Prozent des Münchner Stadtgebiets operieren – und das bei Geschwindigkeiten von bis zu 110 km/h. Ride-Pooling ist vorerst nicht vorgesehen.
Investoren von BMW bis Toyota
Autobrains hat sich für die Entwicklung 140 Millionen Dollar (rund 130 Millionen Euro) an Wagniskapital gesichert. Zu den Investoren zählen namhafte Größen der Automobil- und Industriebranche: BMW, Toyota, Continental und Knorr-Bremse.
CEO Igal Raichelgauz gibt sich ambitioniert: Das Unternehmen peilt bis Ende 2028 eine Präsenz in 20 europäischen Städten an. München gilt als erster entscheidender Schritt, um autonomes Ride-Hailing auf dem Kontinent skalierbar zu machen.
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Globaler Wettlauf um autonome Mobilität
Die Münchner Ankündigung fällt in eine Phase rasanter Expansion des NVIDIA-Ökosystems. Auf der GTC Taipei präsentierte der Chipkonzern mehrere internationale Partnerschaften für Level-4-Robotaxi-Flotten: mit Foxconn in Taiwan (Start 2028), VinFast in Südostasien und HUMAIN in Saudi-Arabien.
Auch in Europa tut sich etwas: Am 5. Juni 2026 startete Project 3 Mobility einen kommerziellen Robotaxi-Dienst in Zagreb. Auch dieser Service wird von Uber unterstützt und nutzt Technologie von Pony.ai – vorerst noch mit Sicherheitsfahrer, bis die vollständige Zulassung erteilt ist.
Neue KI-Tools für autonome Fahrzeuge
Um die Integration zu erleichtern, stellte NVIDIA auf der GTC Taipei zudem neue KI-Werkzeuge vor. Dazu gehören das „Alpamayo 2 Super“ -Reasoning-Modell speziell für autonome Fahrzeuge sowie „Cosmos 3“ , ein offenes Weltmodell für physische KI, das die Szenariogenerierung und physikalische Genauigkeit für Robotiksysteme verbessern soll.
Ob München tatsächlich zum Vorreiter der autonomen Mobilität in Europa wird, dürfte sich in den kommenden Monaten zeigen. Eines steht fest: Der Wettlauf um die Robotaxi-Zukunft hat gerade erst richtig Fahrt aufgenommen.

