Autonome Lieferroboter breiten sich weltweit rasant aus und machen den letzten Kilometer zur kommerziellen Realität. Die Branche verzeichnet massive Expansionen, neue Partnerschaften und drängt in Nischen wie Krankenhäuser und Hotels.
Serve Robotics, ein führender Anbieter, hat seine Präsenz innerhalb eines Jahres von einer auf 20 US-Städte ausgeweitet. Dazu zählen Metropolen wie Atlanta, Dallas und Chicago. Eine Flotte von rund 2.000 Robotern navigiert dort auf Bürgersteigen. Das Unternehmen, das 2025 einen Umsatz von 2,7 Millionen Euro erzielte, peilt für 2026 ambitionierte 26 Millionen Euro an. Eine Partnerschaft mit der Fast-Food-Kette White Castle soll dieses Wachstum stützen. Kunden in ausgewählten Zonen können über Uber Eats bestellen, wobei die Roboter speziell für temperatursensitive Ware ausgelegt sind.
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Doch Serve setzt nicht nur auf Essen. Die Übernahme von Diligent Robotics markiert den Einstieg in die Gesundheitsbranche. Künftig sollen Serviceroboter in Krankenhäusern zum Einsatz kommen. Jede Fahrt der Außenroboter generiert wertvolle Daten zu Gehwegen und Fußgängerströmen. Diese Informationen speisen einen lernenden Algorithmus, der die autonomen Systeme stetig verbessert.
Uber Eats startet mit Avride in Philadelphia
Parallel treibt auch der Gigant Uber Eats die Automatisierung voran. Gemeinsam mit dem Roboterentwickler Avride startete der Dienst Anfang März eine autonome Lieferflotte im Zentrum Philadelphias. Die Roboter sind für dichte Innenstädte konzipiert, fahren bis zu acht Kilometer pro Stunde und transportieren bis zu 25 Kilogramm. Sie sollen auch bei Regen und Schnee funktionieren.
Datenschutz ist ein gemeinsam Thema. Die Kamerasysteme der Roboter sind so programmiert, dass sie Gesichter von Passanten und Kfz-Kennzeichen automatisch unkenntlich machen. Philadelphia ist nach Austin, Dallas und Jersey City der vierte große Markt für Avride. Kunden können ihren Roboter-Kurier in der Uber-Eats-App live verfolgen und bei Ankunft das Fach entriegeln. Eine Ausweitung des Servicegebietes ist geplant.
Globaler Wettlauf um die letzte Meile
Die Dynamik ist international. In Südkorea kündigte Kakao Mobility gemeinsam mit Robotiz ein Geschäftsmodell für Roboterlieferungen in großen Hotels an. Der Schritt unterstreicht den wachsenden Bedarf an Automatisierung in der Gastronomie, die unter Personalmangel leidet.
Der Branchenveteran Starship Technologies hält indes seine massive globale Präsenz. Das Unternehmen hat bereits über neun Millionen autonome Lieferungen absolviert. Nach einer Finanzierungsrunde über 50 Millionen Euro plant Starship, seine Flotte von derzeit 2.700 Robotern bis 2027 auf über 12.000 Einheiten auszubauen. Der Wettbewerb zwischen Serve, Avride und Starship wird immer härter. Es geht um einen Milliardenmarkt, der bisher von hohen Personalkosten und Ineffizienzen geprägt war.
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Die harte Realität der Profitabilität
Trotz des schnellen Wachstums steht die Branche vor wirtschaftlichen Herausforderungen. Analysten weisen darauf hin, dass die Profitabilität komplex bleibt. Hohe Forschungs- und Entwicklungskosten sowie die Ausgaben für Hardware belasten die Bilanzen. Teilweise sinken sogar die Umsätze pro Roboter, während das Netzwerk wächst – ein Zeichen für zu geringe Auslastung.
Gegensteuern wollen die Firmen mit neuen Einnahmequellen. Im Gespräch sind Roboter-Werbung, Software-Lizenzen und der Verkauf der gesammelten Gehweg- und Verkehrsdaten. Die Partnerschaft mit großen Plattformen wie Uber Eats soll zudem die Akquisitionskosten senken und für stetige Aufträge sorgen. Doch regulatorische Hürden und öffentliche Akzeptanz könnten die aggressiven Expansionspläne noch bremsen.
Die Zukunft geht über Burger und Pizza hinaus
Die nächste Phase der Expansion wird vielfältiger. Der Fokus verschiebt sich von der Essenslieferung hin zu Supermarktlogistik, Paketdienstleistungen und spezialisierten Indoor-Services. Der Vorstoß in Krankenhäuser und Hotels zeigt: Geschlossene Ökosysteme werden zum riesigen Zukunftsmarkt.
Künstliche Intelligenz bleibt der Schlüssel. Je mehr Daten die wachsenden Flotten sammeln, desto besser meistern die Roboter komplexe Situationen. Bis 2027 könnten autonome Kuriere in Dutzenden Städten zum Alltagsbild gehören – und die Wirtschaftlichkeit lokaler Lieferdienste grundlegend verändern.





