ROCm 10: AMD stellt KI-Plattform mit 3,3x schnellerem Inferenz vor

AMD bringt ROCm 10 mit ROCm.AI heraus, bündelt neue Entwicklerwerkzeuge und meldet interne Leistungszuwächse bei Inferenz und Training.

AMD hat am 27. August 2026 die zehnte Generation seiner Open-Source-Softwareplattform ROCm veröffentlicht und macht damit gleichzeitig ROCm.AI allgemein verfügbar. Die neue Plattform bündelt mehrere Werkzeuge, die den Einsatz und die Optimierung von KI-Workloads auf AMD-Grafikprozessoren vereinfachen sollen: AMD Skills, die ROCm CLI sowie das Tool Hyperloom.

Vereinfachte KI-Bereitstellung auf Instinct-GPUs

Laut AMD zielt ROCm 10 darauf ab, die Bereitstellung von KI-Anwendungen auf Instinct-GPUs zu erleichtern. Dazu gehören validierte Container für vLLM und SGLang, ein überarbeitetes ROCm Core SDK sowie Verbesserungen an der RCCL-Bibliothek für die Kommunikation zwischen GPUs. Die neue Version basiert auf dem sogenannten TheRock-Build-System.

Die ROCm CLI selbst ist laut AMD als Technologievorschau gekennzeichnet – sie befindet sich also noch nicht im finalen Reifegrad, bietet aber laut einer Installationsbeschreibung auf Ubuntu 26.04 mit einem AMD Ryzen AI MAX+ 395 bereits Befehle wie „rocm version“, „examine“, „engines list“, „model“ und „dash“. Bei diesem Testaufbau kam ROCm in der Version 10.0.0 mit AMD-SMI 27.0.0 zum Einsatz.

Vertrieben wird ROCm 10 künftig über das konsolidierte Repositorium repo.amd.com. AMD kündigte an, in etwa sechswöchigem Abstand Nebenversionen nachzuliefern.

Hyperloom soll Optimierungsaufwand drastisch senken

Ein zentraler Bestandteil von ROCm.AI ist Hyperloom, ein Werkzeug, das laut AMD die Optimierung automatisiert und den dafür nötigen Aufwand von zuvor mehreren Wochen auf wenige Stunden reduzieren soll. Darüber hinaus optimiert ROCm 10 die Bildgenerierungs-Oberfläche ComfyUI für mehrere Modelle, darunter Wan2.2, FLUX.2 KLEIN, SD 3.5 Medium, SD 2.1 und SDXL Base.

Anzeige

Wer sich mit dem Einsatz neuer KI-Technologien befasst, muss auch die damit verbundenen Sicherheitsrisiken und rechtlichen Pflichten im Blick behalten. Dieser kostenlose Report klärt auf, welche Anforderungen und Bedrohungen Unternehmer jetzt kennen müssen. Neue KI-Gesetze und Cyberrisiken: Kostenlosen Report anfordern

Für Windows-Nutzer bringt die neue Version eine strukturelle Änderung: Das bisherige HIP SDK wird durch das neue ROCm Core SDK ersetzt.

Leistungssteigerungen laut AMD-eigenen Tests

AMD verweist auf interne Performance-Messungen, wonach ROCm.AI auf einer Plattform mit acht AMD Instinct MI355X-GPUs im Schnitt eine 3,3-fache Verbesserung bei Inferenz-Workloads und eine 2,4-fache Verbesserung beim Training gegenüber der Vorgängerversion ROCm 7 erzielt habe. Diese Zahlen stammen laut AMD von den AMD Performance Labs und wurden am 7. Juli 2026 erhoben.

Eine frühere Vorschauversion von ROCm.AI, die noch auf ROCm 7.2.2 basierte, habe auf demselben Achtfach-MI355X-Setup ebenfalls eine durchschnittliche Inferenzverbesserung von 3,3x gegenüber ROCm 7.0 gezeigt. Konkret nennt AMD für die Modelle GLM-5 und DeepSeek-R1 eine um das 3,3-Fache gesteigerte Inferenzleistung, während das Training von DeepSeek-V3 um das 2,4-Fache beschleunigt worden sei.

Anzeige

Neben der technischen Optimierung von KI-Workloads spielt der proaktive Schutz der IT-Infrastruktur eine entscheidende Rolle für den langfristigen Unternehmenserfolg. Erfahren Sie in diesem kostenlosen E-Book, wie Sie Sicherheitslücken schließen und Ihre Firma effizient vor Angriffen schützen. Gratis-E-Book: IT-Sicherheit ohne teure Investitionen stärken

Marktreaktion verhalten

Trotz der Produktankündigung reagierte die AMD-Aktie am 27. August verhalten: Sie schloss bei 476,67 US-Dollar, ein Minus von 0,86 Prozent gegenüber dem Vortag. Andere Marktbeobachtungen sprechen von einem Rückgang um 1,39 Prozent am selben Tag.

Als möglichen Belastungsfaktor werden mögliche US-Halbleiterzölle genannt. Unabhängig von der Kursreaktion bewerten Analysten das Papier laut diesen Beobachtungen weiterhin mit „Strong Buy“ und einem Kursziel von 647,19 US-Dollar, was einem Aufwärtspotenzial von 36,28 Prozent entspräche.

Mit ROCm 10 und ROCm.AI positioniert AMD seine Softwareplattform als direkten Konkurrenten zu etablierten KI-Software-Stacks und setzt dabei auf kürzere Update-Zyklen sowie eine engere Integration von Entwicklerwerkzeugen für Instinct-basierte Rechenzentren.