ROG Raikiri II: Asus setzt mit neuem Premium-Controller auf Anti-Drift-Technologie

Asus stellt einen High-End-Controller mit neuartiger TMR-Joystick-Technologie vor, die das Drift-Problem bekämpfen soll. Das Gerät bietet umfangreiche Pro-Features und ist für PC, Xbox und ROG Ally verfügbar.

Asus bringt mit dem ROG Raikiri II einen High-End-Controller für PC, Xbox und die eigene Handheld-Konsole ROG Ally auf den Markt. Das Kernstück sind neuartige Joysticks, die das lästige Drift-Problem lösen sollen. Der Preis: stolze 189 Euro.

Nach der ersten Vorstellung auf der Gamescom 2025 ist der Controller nun im Handel erhältlich. Asus positioniert ihn damit als direkten Konkurrenten zu etablierten Premium-Modellen wie dem Xbox Elite Series 2. Neben der vielversprechenden Joystick-Technologie bietet der Raikiri II eine umfangreiche Pro-Ausstattung mit Tri-Mode-Konnektivität, umfangreichen Anpassungsmöglichkeiten und Mikroschalter-Tasten.

Der Kampf gegen den Joystick-Drift: TMR-Technologie als Gamechanger?

Die Hauptattraktion des ROG Raikiri II ist der Einsatz von Tunneling Magnetoresistance (TMR) in den Analogsticks und Triggern. Diese Technologie stellt eine Weiterentwicklung gegenüber herkömmlichen Potentiometern und sogar den neueren Hall-Effekt-Sensoren dar, die bereits in einigen Anti-Drift-Controllern verbaut sind.

Laut Asus bieten die TMR-Joysticks eine höhere Genauigkeit und sind energieeffizienter als Hall-Effekt-Lösungen. Entscheidend ist das Funktionsprinzip: Die Bewegung wird über magnetischen Widerstand erfasst – ganz ohne physischen Kontakt der Bauteile. Das soll den mechanischen Verschleiß eliminieren, der über tausende Spielstunden typischerweise zum unpräzisen Drift-Phänomen führt. Auch die Trigger profitieren von der Technologie und ermöglichen einen sanften, analogen Eingabebereich, ideal für Rennspiele.

Pro-Features und umfangreiche Individualisierung

Der Raikiri II ist mit allen Features ausgestattet, die man von einem Spitzen-Controller erwartet. Die Tri-Mode-Konnektivität erlaubt die Verbindung per 2,4-GHz-Dongle (mit geringer Latenz), Bluetooth oder kabelgebunden über USB-C. PC- und ROG-Ally-Nutzer profitieren von der ROG-SpeedNova-Technologie, die im 2,4-GHz- und Kabelmodus eine ultraschnelle Abtastrate von 1.000 Hz für minimale Eingabeverzögerung ermöglicht. An der Xbox-Konsole liegt die Rate bei soliden 250 Hz.

Die Individualisierung steht im Mittelpunkt. Der Controller verfügt über vier programmierbare Hintertasten, die ergonomisch platziert sind. Die Trigger bieten einen Dual-Mode: Neben dem vollen TMR-Analogmodus gibt es einen Kurzhub-Mikroschalter-Modus für schnelle Feuertakte in Shootern. Viele Tasten – inklusive ABXY, Steuerkreuz, Schultertasten und Paddles – nutzen Mikroschalter für ein präzises, taktiles Klickgefühl. Feinjustierungen für Tastenbelegung, Trigger-Totzonen, Vibration und Joystick-Kurven sind über die browserbasierte Asus Gear-Link-Software möglich.

Premium-Haptik und Ausstattung

Erste Tests loben das hochwertige Verarbeitungsgefühl und den ergonomischen Griff. Der Controller ist etwas kompakter als ein Standard-Xbox-Controller, was für manche Spieler einen sichereren Halt bedeuten kann. Eine hautfreundliche, rutschfeste Textur und dezente RGB-Beleuchtung an den Griffen runden das Design ab.

Zum Premium-Preis gehört auch eine hochwertige Ausstattung. Der Controller wird in einer stabilen Tragetasche geliefert, die auch das Zubehör aufnimmt. Im Lieferumfang enthalten sind ein entfernbarer Ladestand, ein geflochtenes USB-C-Kabel und zwei alternative Joystick-Aufsätze. Die Akkulaufzeit gibt Asus mit bis zu 50 Stunden im 2,4-GHz-Modus an – vorausgesetzt, Vibration und RGB-Licht sind deaktiviert.

Marktposition und erste Resonanz

Mit 189 Euro bewegt sich der Raikiri II im obersten Preissegment. Sein größtes Alleinstellungsmerkmal ist die TMR-Technologie, die eine interessante Alternative zu den sich verbreitenden Hall-Effekt-Sensoren darstellt.

Die ersten Bewertungen fallen überwiegend positiv aus. Gelobt werden das umfassende Feature-Set, der Komfort und das taktile Feedback der Mikroschalter. Die Anti-Drift-Sticks sind ein starkes Verkaufsargument. Kritisch angemerkt wird jedoch die etwas weitere Mulde um die Joysticks, die ein Gefühl von „Over-Aiming“ verursachen und eine Eingewöhnungsphase erfordern kann. Ein anfänglich berichtetes Problem mit der Joystick-Totzone wurde Berichten zufolge bereits per Firmware-Update behoben.

Für ambitionierte Spieler auf Xbox und PC, insbesondere für Besitzer des ROG Ally, für den der Controller spezielle Shortcut-Tasten bietet, ist der Raikiri II eine vielversprechende Option. Die Investition ist hoch, doch die zukunftsweisende Technologie und die tiefgehenden Anpassungsmöglichkeiten machen ihn zu einem ernstzunehmenden Werkzeug für den anspruchsvollen Gaming-Einsatz.