Rokarolla-Trojaner: Android-Malware zielt auf 217 Banking-Apps

Indische Axis Bank senkt Betrugsfälle um 70 Prozent, während der Android-Trojaner "Rokarolla" 217 Banking-Apps bedroht.

Deutsche Finanzinstitute verzeichnen deutliche Fortschritte im Kampf gegen Online-Betrug – doch eine neue Schadsoftware bedroht weltweit Bank- und Krypto-Kunden.

Sicherheitsrevolution bei Indiens Großbank

Die indische Axis Bank meldet einen spektakulären Erfolg: Durch die Umstellung von SMS-TANs auf In-App-Sicherheitscodes sank die Zahl der Internet-Banking-Betrugsfälle um 70 Prozent. Im gesamten Geschäftsjahr 2026 verzeichnete das Institut einen Rückgang der digitalen Retail-Betrugsfälle um 40 Prozent.

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Die Verbesserung ist das Ergebnis einer Kombination aus KI-gestützter Risikoüberwachung, Gesichtserkennung und kundenkontrollierten Sicherheitsfunktionen wie individuellen Transaktionslimits und der Möglichkeit, Festgelder zu sperren.

Auch in Lateinamerika rüstet man auf: Die venezolanische Bancamiga mit über 1,2 Millionen Kunden setzt auf Echtzeit-Transaktionsüberwachung und KI-gestützte Cybersicherheit. Ein dreistufiges Prüfverfahren (3Ds) schützt Online-Zahlungen, hinzu kommt die kürzlich erfolgte Re-Zertifizierung nach dem Sicherheitsstandard PCI DSS 4.0.1.

„Rokarolla“ – eine neue Gefahr für Android-Nutzer

Während die Banken ihre internen Systeme verstärken, haben Sicherheitsforscher von Zimperium einen neuen Android-Banking-Trojaner namens „Rokarolla“ entdeckt. Die Schadsoftware zielt auf 217 verschiedene Banking- und Kryptowährungs-Apps ab und kann über 137 verschiedene Befehle die vollständige Kontrolle über ein Gerät übernehmen – inklusive Diebstahl von PINs, SMS-TANs und Zugangsdaten.

Die verbreitung erfolgt über gefälschte Websites, die als beliebte Plattformen wie TikTok oder Google Chrome getarnt sind. Einmal installiert, deaktiviert der Trojaner Sicherheitsmaßnahmen wie Google Play Protect und blockiert eingehende Betrugswarnanrufe der Banken, sodass Nutzer keine Warnung vor verdächtigen Aktivitäten erhalten.

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Rechtsstreit um Kontozugang in Deutschland

Das Verwaltungsgericht Chemnitz hat am 18. Juni eine endgültige Entscheidung im Streit um Kontozugang und sogenanntes „Debanking“ gefällt. Die Richter lehnten einen Eilantrag des Identitären-Aktivisten Martin Sellner ab, nachdem die Sparkasse Chemnitz sich geweigert hatte, ein Geschäftskonto für sein geplantes Institut zu eröffnen.

Die Bank hatte die Ablehnung bereits am 9. Februar auf ein vorheriges Bundesgerichtsurteil gestützt, das Sellners Konzepte als verfassungsfeindlich eingestuft hatte. Das Gericht sah keine Dringlichkeit für die Kontoeröffnung.

In einem weiteren Fall erklärte Rechtsanwalt Markus Haintz am 17. Juni, dass die Sparkasse Berlin sein privates Konto gekündigt habe – obwohl Bankmitarbeiter sein Nutzungsverhalten zuvor ausdrücklich genehmigt hatten.

Digitale Innovationen und anhaltende Risiken

Trotz der komplexen Sicherheitslage bauen die Regionalbanken ihr digitales Angebot weiter aus. Die VR-Bank Würzburg hat am 18. Juni den Handel mit Kryptowährungen direkt in ihre Mobile-Banking-App integriert. In Sachsen entwickelt die afb Application Services derweil eine neue Finanzierungslösung für den Point-of-Sale-Bereich für die Ostsächsische Sparkasse Dresden.

Während die Institute innovieren, bleibt der Betrug an Verbrauchern ein Dauerproblem. Die Behörden in Donauwörth berichteten am 17. Juni von einem 60-jährigen Anleger, der nach mehreren Überweisungen ins Ausland fast 100.000 Euro an einen betrügerischen Finanzberater verloren hat.

Auch die Sicherheit der physischen Bankinfrastruktur gerät zunehmend in den Fokus. Nach einem Einbruch in eine Sparkassen-Filiale, bei dem Schmuck und Dokumente aus Schließfächern gestohlen wurden, fordern betroffene Kunden nun massive Entschädigungen. Der Fall ist Teil einer breiteren Untersuchung der öffentlich-rechtlichen Sender zur Verwundbarkeit deutscher Tresoranlagen gegen spezielle Bohrer und Tunnelangriffe.