Romance-Scamming: Kriminelle kapern die Liebe im Netz

Organisierte Banden erschleichen sich über Dating-Apps Vertrauen und erbeuten Millionen. Einsamkeit macht Nutzer besonders anfällig für die perfide Masche.

Sicherheitsbehörden warnen vor einer neuen Welle professioneller Liebesbetrüger in sozialen Netzwerken. Die Täter erschleichen sich über Dating-Apps das Vertrauen einsamer Menschen, um sie anschließend finanziell auszubeuten. Die Schäden gehen in die Millionen – und die Masche wird immer raffinierter.

Eine perfide Masche mit System

Die sogenannten Romance-Scammer agieren in organisierten Banden, oft aus dem Ausland. Sie erstellen auf Plattformen wie Facebook, Instagram oder Tinder aufwendige Fake-Profile. Als Grundlage dienen gestohlene Fotos attraktiver Personen und erfundene Lebensläufe. Die Täter geben sich als Soldaten im Auslandseinsatz, Ingenieure auf Bohrinseln oder erfolgreiche Geschäftsleute aus.

Ihr Vorgehen folgt einem klaren Muster: Nach dem ersten Kontakt überschütten sie das Opfer mit Aufmerksamkeit und bauen über Wochen eine intensive emotionale Bindung auf. Sie malen eine gemeinsame Zukunft aus – doch ein persönliches Treffen findet niemals statt. Immer kurz davor kommt das „dramatische Unglück“.

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Immer neue Vorwände für Geld

Genau hier setzt der eigentliche Betrug an. Die Täter täuschen eine akute Notlage vor:
* Ein schwerer Unfall
* Ein Raubüberfall im Ausland
* Notoperationen für Familienmitglieder
* Probleme mit Kreditkarten oder Visa

In dieser emotional aufgeladenen Situation bitten sie um finanzielle Hilfe. Die bereits emotional abhängigen Opfer überweisen oft hohe Summen. Doch die Aufforderungen hören danach nicht auf – stattdessen werden immer neue Probleme erfunden.

Einsamkeit als Einfallstor

Soziale Netzwerke bieten den Kriminellen ideale Jagdreviere. Eine Studie des österreichischen Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KFV) zeigt: Einsamkeit ist ein maßgeblicher Faktor für die Anfälligkeit. Die Täter suchen gezielt nach Profilen, die auf Verletzlichkeit hindeuten.

Die Polizei Hamburg warnt vor leichtfertig angenommenen Freundschaftsanfragen. Sobald Vertrauen aufgebaut ist, verlagern die Betrüger die Kommunikation auf private Kanäle wie WhatsApp oder Skype. Eine gefährliche Eskalationsstufe: Opfer werden unbewusst zu „Money Mules“, indem sie Gelder weiterleiten und sich so der Geldwäsche strafbar machen.

Millionen-Schäden und eine hohe Dunkelziffer

Der finanzielle Schaden ist immens. Allein in Bayern registrierte die Polizei 2023 rund 450 Fälle mit einer Schadenssumme von etwa 5,3 Millionen Euro. Experten gehen von einer deutlich höheren Dunkelziffer aus – viele Betroffene schämen sich und erstatten keine Anzeige.

So schützen Sie sich vor Love-Scams

Verbraucherzentralen und Polizeibehörden geben klare Empfehlungen:
* Nie Geld überweisen an Personen, die man nicht persönlich kennt
* Identität prüfen durch umgekehrte Bildersuche der Profilfotos
* Keine sensiblen Daten wie Ausweisnummern oder Bankdaten weitergeben
* Emotionalen Druck ignorieren – echte Notlagen lösen Freunde vor Ort
* Außenstehende einbeziehen – Freunde oder Familie haben oft einen nüchterneren Blick

Sollte es bereits zu einer Überweisung gekommen sein, gilt: Sofort den Kontakt abbrechen, alle Beweise (Chatverläufe, Belege) sichern und umgehend Anzeige bei der Polizei erstatten.

KI könnte Betrug noch gefährlicher machen

Sicherheitsexperten blicken mit Sorge in die Zukunft. Kriminelle könnten verstärkt generative Künstliche Intelligenz einsetzen, um ihre Angriffe zu perfektionieren. KI-gestützte Chatbots könnten dann noch authentischere und manipulativere Gespräche führen – was die Erkennung von Betrug noch schwieriger macht.

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