Der Grafikspezialist plant einen fundamentalen Architekturwechsel für KI-Prozessoren. Die neue CPU-Generation soll autonome KI-Agenten massiv beschleunigen.
Nvidia hat Details zu seiner kommenden Rosa-CPU-Architektur veröffentlicht. Der Chip markiert einen strategischen Kurswechsel: Statt auf immer mehr Kerne zu setzen, konzentriert sich das Design auf maximale Single-Thread-Leistung – eine entscheidende Voraussetzung für komplexe KI-Entscheidungen in Echtzeit. Der Start für Rechenzentren ist für 2028 vorgesehen.
Rigel-Kern: Mehr Power pro Takt
Herzstück der Rosa-Plattform ist der neu entwickelte Rigel-Kern, der auf dem Arm-v9.2-Befehlssatz basiert. Die technischen Spezifikationen, die Anfang Juli 2026 bekannt wurden, zeigen einen radikalen Bruch mit bisherigen Ansätzen.
Der Rigel-Kern soll über einen deutlich vergrößerten L2-Cache verfügen – bei gleichbleibender Chipfläche. Branchenkreisen zufolge könnte die Rosa-CPU mehr als 128 Kerne bieten und eine IPC-Steigerung (Instructions per Clock) von über 50 Prozent erreichen. Die Architektur ist als Partner für die Feynman-GPU-Serie konzipiert, um ein durchgängiges KI-System für Rechenzentren zu bilden.
TSMC A16: Revolution in der Fertigung
Für die Produktion setzt Nvidia offenbar auf TSMCs hochmodernen A16-Prozess. Die Fertigungstechnologie nutzt „Super Power Rail“ – eine rückseitige Stromversorgung, bei der die Leistungselektronik auf die Wafer-Rückseite verlagert wird. Das verbessert Wärmemanagement und Energieeffizienz erheblich.
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Im Vergleich zum Vorgängerknoten N2P verspricht A16:
- 8 bis 10 Prozent höhere Taktraten
- 15 bis 20 Prozent geringeren Stromverbrauch
- 1,1-fache Steigerung der Transistordichte
Der Technologiewechsel dürfte die Nachfrage nach chemisch-mechanischem Polieren (CMP) ankurbeln – ein Vorteil für taiwanesische Zulieferer wie Chung-Shan Semiconductor, Suntech Power Semiconductor und Song Sheng.
Vera-CPU: Schon heute im Einsatz
Während Nvidia die Rosa-Roadmap vorantreibt, ist der aktuelle Vera-Prozessor bereits bei führenden KI-Unternehmen im Einsatz. Mit 88 Olympus-Kernen und einer um 50 Prozent höheren IPC als die Grace-Architektur liefert Vera 1,2 TB/s Speicherbandbreite und 3,4 TB/s Kern-zu-Kern-Bandbreite. Das Ergebnis: die 1,8-fache nachhaltige Pro-Kern-Leistung im Vergleich zu klassischen x86-Architekturen.
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Zu den Kunden zählen OpenAI, Anthropic, Oracle und SpaceX. Perplexity nutzt Vera speziell für KI-Agenten-Aufgaben und meldet 1,5-fach schnellere Codierungs-Workloads sowie eine 1,9-fache Beschleunigung von Sandbox-Starts.
Roadmap: Vom Rechenzentrum in den PC
Nvidias langfristige Strategie sieht eine schrittweise Einführung der Rosa-Architektur vor. Nach dem Rechenzentrums-Start 2028 – einige Schätzungen reichen bis 2029 – sind auch Consumer-Varianten geplant.
PC-spezifische Versionen unter den Bezeichnungen RTX Spark oder Rosa Feynman Spark sollen 2030 auf den Markt kommen. Sie würden die Fortschritte bei der Single-Thread-KI-Verarbeitung und der rückseitigen Stromversorgung in High-End-Workstations und Personal Computer bringen – und damit das Ökosystem für autonome KI-Anwendungen weiter ausbauen.

