OpenAI hat den Rosalind Academic Plan ins Leben gerufen, ein Förderprogramm für die biowissenschaftliche Forschung. Das Angebot richtet sich an förderfähige akademische Biologielabore an Universitäten in den Vereinigten Staaten. Diese können bis zu 30 kostenlose ChatGPT Business Standard Seats für 0 US-Dollar pro Nutzer und Monat über einen Zeitraum von bis zu 12 Monaten erhalten.
Nach einer Genehmigung über das hauseigene Trusted-Access-Programm gewährt OpenAI zudem Zugriff auf das spezialisierte Life-Sciences-Modell GPT-Rosalind.
Umfang des Programms und Zugangsbeschränkungen
Der bereitgestellte Plan umfasst den Zugriff auf alle kommerziell verfügbaren Frontier-Modelle von OpenAI innerhalb der festgelegten Nutzungslimits. Ein Standard Seat schließt sowohl ChatGPT als auch Codex mit den jeweiligen Obergrenzen ein. Nicht im Förderpaket enthalten sind dagegen API-Zugänge sowie API-Guthaben.
Forschungsdaten werden laut den Programmrichtlinien standardmäßig nicht für das Training von Modellen verwendet. Allerdings bietet das Paket kein sogenanntes Zero Data Retention; es greifen die regulären Datenspeicherungsregeln des Anbieters.
Das Programm steht ausschließlich akademischen Laboren an US-Universitäten offen. Einzelne Forschende ohne Laboranbindung, unaffiliierte Personen und kommerzielle Einrichtungen sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Die Bewerbung muss zwingend durch Laborleitungen beziehungsweise Principal Investigators (PI) erfolgen.
Nach erfolgreicher Prüfung fungiert die jeweilige Laborleitung als alleiniger Workspace-Owner für maximal 30 Seats. Externe Kooperationspartner können nicht über das Kontingent eingebunden werden, da alle Labor-Mitglieder eine verifizierte E-Mail-Adresse auf derselben institutionellen Domain wie die Laborleitung vorweisen müssen.
Antragsverfahren und Sicherheitsüberprüfung
Für die Bewerbung bestehen zwei unterschiedliche Pfade: Labore an Institutionen ohne bestehendes Enterprise Agreement mit OpenAI reichen den Antrag direkt über die Laborleitung ein. Besteht bereits ein institutioneller Rahmenvertrag, erfolgt die Abwicklung über den regulären institutionellen Prozess.
US-Universitätslabore können bis zu 30 kostenlose Seats für Frontier-KI-Modelle beantragen — doch die Bewerbung läuft ausschließlich über die Laborleitung und verlangt .edu-Adresse, PI-Profil und einen Biosicherheitskontakt. Unser kostenloser Leitfaden führt Sie Schritt für Schritt durch den Antragsweg und die Trusted-Access-Prüfung. Kostenlosen Antragsleitfaden jetzt anfordern
Im Zuge der Bewerbung müssen Antragsteller unter anderem eine universitäre E-Mail-Adresse mit der Endung .edu, Angaben zur Institution, Abteilung und Labor-Website, das PI-Profil, Angaben zu den Mitgliedern, den geplanten Nutzungszweck sowie einen Sicherheitskontakt für Biosicherheit hinterlegen.
Zudem ist eine Identitätsverifizierung der Leitungsperson erforderlich. Bei der Einrichtung des Arbeitsbereichs muss eine Zahlungskarte hinterlegt werden; das System weist dabei das Gültigkeitsdatum des Angebots sowie die im Anschluss greifenden Konditionen aus.
Werkzeuge für Genomik und Laborforschung
Nach erfolgter Freigabe kann die Laborleitung GPT-Rosalind sowie die Rosalind Workbench für die Labormitglieder freischalten, wobei der Zugriff auf das Modell für jede Person einzeln aktiviert werden muss. Das System umfasst die Rosalind Workbench mit den Arbeitsmodi Explore und Research für Bereiche wie medizinische Chemie, Genomik und Nasslabore. Die Werkzeuge lassen sich auch innerhalb von Codex verwenden.
Das Modell soll Forschungsteams dabei unterstützen, biologische Fachliteratur und komplexe Datenbestände auszuwerten, während die Wissenschaftler die Versuchsführung steuern.
Zu den Einsatzfeldern gehören die Literatursynthese, die Priorisierung von Angriffspunkten für Medikamente, Sequenz- und Proteinanalysen, die Interpretation von Omics-Daten, die Versuchsplanung sowie die Fehlersuche im Nasslabor.
Zu den behandelten Forschungsfeldern zählen unter anderem das Wirkstoff- und Proteindesign, Krankheitserkennung, Impfstoffe, Gen- und RNA-Therapien sowie Antibiotikaresistenzen und ökologische Fragestellungen.
Fehlender Zugang zu Frontier-Modellen bremst viele Grundlagenlabore aus — der Academic Plan öffnet ihn, verlangt aber eine Identitätsverifizierung der Leitung und eine hinterlegte Zahlungskarte beim Setup. Unser Leitfaden zeigt, welche Datenschutz- und Biosicherheitsauflagen dabei greifen und wie Sie den Workspace sauber aufsetzen. Leitfaden zu Datenschutz und Setup jetzt sichern
Zu den frühen Anwendern der Technologie gehören das Zhao Lab der University of California in San Francisco, Dr. Mathieu Bourdenx vom Bourdenx Lab sowie Dr. Brian Hie von der Stanford University und dem Arc Institute.
Die Bereitstellung des Plans folgt auf frühere Entwicklungsschritte des Anbieters: Am 28. August 2026 führte OpenAI die Rosalind Workbench ein, um Analysetools und Datenschnittstellen zu bündeln. Am 11. September 2026 verließ das Modell GPT-Rosalind schließlich die anfängliche Testphase und wurde über das Prüfverfahren für Organisationen geöffnet.

