Sicherheitsforscher des Unternehmens VulnCheck haben in Netzwerkgeräten des chinesischen Herstellers ZBT kritische Sicherheitslücken identifiziert. Berichten zufolge wurden in mehreren Router-Modellen gezielt platzierte Hintertüren und Überwachungsimplantate gefunden, die einen unbefugten Zugriff auf die Hardware ermöglichen.
Die Entdeckungen werfen Fragen zur Integrität der Lieferketten auf, da die betroffene Hardware unter zahlreichen verschiedenen Markennamen weltweit vertrieben wird.
Technische Hintergründe und Identifikation der Schwachstellen
In den untersuchten Geräten der Marke ZBT stießen die Experten auf drei spezifische Hintertüren, die unter den Bezeichnungen Endlessdoors, Darklantern und Speakingstone geführt werden. Diese Mechanismen erlauben es Angreifern, sich einen Root-Zugriff auf das Betriebssystem des Routers zu verschaffen, ohne dass eine Authentifizierung durch den rechtmäßigen Nutzer erforderlich ist.
Zwei der identifizierten Implantate wurden bereits offiziell klassifiziert. Die Schwachstelle SPEAKINGSTONE wird unter der Kennung CVE-2026-74232 geführt, während das Implantat DARKLANTERN die Kennung CVE-2026-74233 erhalten hat. Nach aktuellen Erkenntnissen sind unter anderem die Router-Modelle WE826-T2 und WE1326 von diesen Sicherheitsmängeln betroffen.
Internationale Verbreitung und betroffene Drittmarken
Ein besonderes Risiko stellt die Vertriebsstrategie des Herstellers dar. ZBT agiert häufig als Erstausrüster (Original Equipment Manufacturer) und verkauft seine Hardware an andere Unternehmen, die diese unter eigenem Namen vermarkten. So finden sich die betroffenen Router unter Drittmarken wie Deep Orange und MoFI wieder.
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Weitere Geräte, in denen die Sicherheitslücken vermutet werden oder nachgewiesen wurden, werden unter den Markennamen Lippert Components, Wave WiFi und Digineo vertrieben.
Diese Produkte sind nicht nur im asiatischen Raum präsent, sondern werden auch in den USA, Kanada, Australien und Deutschland verkauft. Dies erschwert es Endverbrauchern und Unternehmen erheblich, die potenziell unsichere Hardware in ihrer eigenen Infrastruktur zu identifizieren.
Analyse der Infektionswege und geografische Verteilung
Untersuchungen zur Verbreitung der infizierten Geräte zeigen einen deutlichen Schwerpunkt im Ursprungsland der Hardware. Von 392 Geräten, die eine Verbindung zu einem von Forschern eingerichteten Sinkhole aufnahmen, befanden sich 390 in China. Dabei wurde festgestellt, dass rund 83 Prozent dieser Geräte über den Provider China Mobile betrieben werden.
Trotz der Konzentration auf den chinesischen Markt ist die Bedrohung globaler Natur. Das Darklantern-Implantat wurde in 203 Instanzen nachgewiesen, die sich über insgesamt 22 Länder verteilen. Dies verdeutlicht, dass die Überwachungsfunktionen auch in exportierten Geräten aktiv sind oder aktiviert werden können.
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Reaktionen von Hersteller und Behörden
Der Hersteller ZBT hat auf die Vorwürfe reagiert, die Hintertüren jedoch anders bewertet als die Sicherheitsforscher. Das Unternehmen bezeichnete die kritischen Zugänge als Werkzeuge für den technischen Support. Eine Einstufung als bösartige Implantate wies die firma damit indirekt zurück.
Sicherheitsexperten und staatliche Stellen warnen hingegen vor der weiteren Nutzung der Hardware. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat bereits auf die Funde reagiert und rät betroffenen Anwendern ausdrücklich zum Austausch der Router.
Auch Branchenanalysten sehen in der Weiternutzung ein unkalkulierbares Risiko und empfehlen, die Geräte durch Modelle anderer Hersteller zu ersetzen, bei denen keine derartigen Hintertüren dokumentiert sind.

