Der europäische Zahlungsverkehr erhält eine neue Infrastruktur. Mit Beyond by RS2 können Fintechs und digitale Plattformen jetzt in wenigen Monaten eigene Karten- und Zahlungsdienste in Europa anbieten – ohne jahrelange Lizenzverfahren.
Regulatorische Hürden als Geschäftsmodell
Der Schlüssel liegt in einem regulatorischen Sponsoring-Modell. RS2 Financial Services GmbH, bereits seit 2021 als E-Geld-Institut von der BaFin lizenziert, stellt seine Aufsichtsrahmen und seine direkten Mitgliedschaften bei Visa und Mastercard zur Verfügung. Partner wie Softwareanbieter oder digitale Banken können so unter eigener Marke auftreten, während RS2 die komplexe Compliance-Last trägt. Das spart Zeit und Kapital.
Technologisch basiert die Lösung auf der cloud-nativen Plattform BankWORKS. Sie vereint Kartenausgabe und Zahlungsabwicklung in einem System. Über eine einzige API-Schnittstelle erhalten Kunden Echtzeit-Transaktionsdaten, Tools zur Prozessoptimierung und volle Kontrolle über ihre Zahlungsströme.
Pilot in Deutschland und skalierbare Einnahmen
Bereits im Live-Betrieb zeigt ein Pilotprojekt die Möglichkeiten: Bei den Nürnberg Ice Tigers, einem Eishockey-Erstligisten, betreibt Beyond ein digitales Fan-Ökosystem. Es verbindet kartenbasierte Zahlungen, eine Mobile App und ein Belohnungssystem.
RS2 verdient an der Infrastruktur über ein hybrides Modell. Es umfasst monatliche Plattformgebühren, Transaktionsentgelte, Kartengebühren und eine Beteiligung am Interchange. Die Einnahmen skalieren also mit dem Erfolg der Partner – ein attraktives Wachstumsmodell.
Treiber für Embedded Finance in Europa
Die Lancierung kommt zur rechten Zeit. Immer mehr digitale Marktplätze und Plattformen wollen Finanzdienstleistungen direkt in ihre Angebote einbetten (Embedded Finance). Laut einer RS2-Prognose könnte bis 2030 fast die Hälfte des globalen B2B-Umsatzes über solche Marktplätze laufen.
„Die Plattform beseitigt erhebliche technische und regulatorische Hindernisse“, erklärt RS2-Group-CEO Radi El Haj. Sein Kollege Jens Mahlke, CEO von Beyond, betont den Geschwindigkeitsvorteil: Partner könnten nun „innovative Zahlungsprodukte in Rekordzeit“ auf den Markt bringen.
Das System unterstützt ein breites Spektrum: von der klassischen Zahlungsabwicklung über Cloud-Kassensysteme bis zu digitalen Geldbörsen wie Apple Pay und Google Pay.
EU-weite Expansion per Passporting geplant
Nach dem Start in Deutschland plant RS2 eine rasche Expansion in die gesamte Europäische Union. Möglich macht dies der Mechanismus der Lizenzpassportierung: Eine Zulassung in einem EU-Mitgliedstaat erlaubt das Anbieten der Dienstleistung im gesamten Binnenmarkt.
Beobachter erwarten, dass solche „Plug-and-Play“-Infrastrukturen die Eintrittsbarrieren für Fintech-Startups deutlich senken werden. RS2 konsolidiert mit Beyond die bislang fragmentierten Anforderungen aus Softwareentwicklung, Netzwerkmitgliedschaft und Regulierung zu einem einzigen Angebot. Damit positioniert sich das Unternehmen als Fundament für die nächste Generation digitaler Bank- und Bezahldienste in Europa.





