Hardware-Enthusiasten entwickeln und dokumentieren Methoden, um ältere Grafikkarten der GeForce-RTX-Reihe zu modifizieren. Neben physischen Upgrades der Videospeicherkapazität (VRAM) stehen Techniken zur Leistungsfreischaltung im Fokus, um die Rechenfähigkeiten der Chips in anspruchsvollen Szenarien zu erweitern.
Software-Tools heben interne Tensor-Drosseln auf
Ein Ansatz setzt auf Softwareebene vor dem eigentlichen Betriebssystem an. Das Open-Source-Projekt nv-uefi-unlocker des Entwicklers physicsdolphin bootet von einem FAT32-formatierten USB-Stick noch vor dem Laden des Nvidia-Treibers.
Die V67-Payload setzt dabei zwei Speed-Selector-Register, um Nvidias Tensor-Drossel auf Modellen der Serien RTX 20, RTX 30 und RTX 40 sowohl im Desktop- als auch im Laptop-Segment aufzuheben. Ein Flashen des VBIOS oder ein modifizierter Treiber sind nicht erforderlich. Die Modifikation geht bei Stromverlust verloren und muss nach jedem Kaltstart erneut ausgeführt werden.
Nach Angaben des Entwicklers steigt die FP16-GEMM-Leistung einer Laptop-RTX 4060 von 29,89 auf 49,33 TFLOPS, was einem Zuwachs von 65 Prozent entspricht. Bei einer Desktop-RTX 2070 erhöht sich die FP32-Matrix-Leistung von 36 auf 60 bis 63 TFLOPS (plus 67 bis 75 Prozent).
Messwerte aus der Community unter Windows zeigen bei einer RTX 3060 12GB einen Anstieg von 25,37 auf 45,79 TFLOPS (Faktor 1,80) und bei einer RTX 4080 im BF16-Format von 100,37 auf 192,18 TFLOPS (Faktor 1,91).
Eine RTX 4090 legte power-limitiert von 118,42 auf 171,52 TFLOPS zu (Faktor 1,45), während eine Laptop-RTX 3070 von 35,43 auf 56,04 TFLOPS stieg. Ein Besitzer einer RTX 3080 LHR verzeichnete in ComfyUI SDXL ein Leistungsplus von 28,8 Prozent.
Voraussetzung für den Einsatz sind der UEFI-Modus, deaktiviertes oder selbstsigniertes Secure Boot sowie bei Laptops eine aktive dedizierte GPU. Unter Windows sind 17 Karten bestätigt, darunter Desktop-Modelle wie die RTX 3080 inklusive LHR, RTX 3060 Ti, RTX 4090, RTX 4070 sowie Notebook-Chips wie die RTX 4060 Laptop.
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Bei der RTX-20-Serie funktionieren nur die RTX 2070 und 2060 Super, während Modelle wie die RTX 2080 Ti beim Start scheitern. Die RTX-50-Reihe wird nicht unterstützt, die GTX-16-Reihe experimentell. Spiele und DLSS profitieren laut Messungen nicht, zudem blockieren Anti-Cheat-Systeme mit Secure-Boot-Pflicht den Start.
Ähnliche Ansätze verfolgen die Projekte GPU-unlock des Modders Zagittas für RTX 30 und gpu-unlock-ada für RTX 40. Sie heben Nvidias Software-Limitierung für KI-Berechnungen auf. Demnach verdoppelt sich bei einer RTX 4090 die theoretische Instruktionsrate, real bleiben Zuwächse von 12 bis 34 Prozent.
Bei lokalen Bild- und Videomodellen gibt das Projekt Beschleunigungen von bis zu 60 Prozent an. Bei Chatbots beschleunigt sich die Prompt-Verarbeitung um 14 bis 36 Prozent, während die Antwortgenerierung speicherbandbreitenlimitiert kaum zulegt.
Speicher-Upgrades per Modifikation: RTX 2080 Ti mit 22 Gigabyte
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Neben Software-Eingriffen rücken physische Speichererweiterungen in den Mittelpunkt. PC Games Hardware untersuchte eine über Alibaba bezogene GeForce RTX 2080 Ti, die nachträglich von 11 auf 22 Gigabyte VRAM aufgerüstet wurde.
Hierbei wurden elf 2-Gigabyte-GDDR6-Module von Samsung anstelle der standardmäßigen 1-Gigabyte-Module verbaut. Die Karte arbeitet unverändert mit dem TU102-Grafikchip an einem 352-Bit-Bus mit 616 GB/s, benötigt kein modifiziertes BIOS und läuft mit Standard-Treibern.
In Benchmarks bei 4K-Auflösung mit DLSS Performance und FSR Frame Generation erzielte die modifizierte Karte im Flight Simulator 2024 52,5 FPS gegenüber 30,2 FPS beim 11-Gigabyte-Original (rund 74 Prozent schneller). In Spider-Man 2 stiegen die Werte von 39,4 auf 64,0 FPS, während Indiana Jones and the Great Circle auf dem Basismodell abstürzte.
Beide Testkarten liefen identisch getaktet mit 1,9 GHz, 15 GT/s und 280 Watt Leistungsaufnahme. Die VRAM-Zuweisung kletterte auf bis zu 13,9 Gigabyte in Spider-Man 2 und 12,9 Gigabyte im Flight Simulator 2024. In einem KI-Test mit ComfyUI, Krea-2 Turbo und Qwen 3-VL 4B sank die Renderzeit für das erste Bild von knapp 540 Sekunden auf rund 315 Sekunden.
Fertig umgebaute Modelle kosten auf Marktplätzen wie Alibaba oder eBay etwa 499 bis 500 US-Dollar, reine Umbauten in Japan rund 280 bis 282 US-Dollar.
Zum Vergleich liegt eine reguläre RTX 5060 Ti mit 16 Gigabyte in Deutschland bei 770 Euro. PC Games Hardware verweist jedoch auf Risiken: Fehlerhafte Lötstellen können sich erst nach Wochen bemerkbar machen, zudem handelt es sich um Hardware, die bereits acht Jahre alt ist.
Spekulationen um zukünftige Kapazitätserweiterungen
Auch neuere Generationen geraten in den Blick der Modder. Greg Sky von GPU Lab im US-amerikanischen Grand Rapids behauptete auf der Plattform X, die Firmware-Sperre gegen Speicher-Upgrades bei der RTX 5090 überwunden zu haben, und stellte Kapazitäten von 64 und 96 Gigabyte in Aussicht. Unabhängige Benchmarks oder Firmware-Details legte er nicht vor.
Die serienmäßige RTX 5090 verfügt über 32 Gigabyte GDDR7 an einem 512-Bit-Bus über 16 Module à 2 Gigabyte. Eine Verdopplung auf 64 Gigabyte würde 32 Module im Clamshell-Layout erfordern, 96 Gigabyte den Einsatz von 3-Gigabyte-Bausteinen analog zur professionellen RTX PRO 6000 Blackwell.
Die 3-Gigabyte-Module bezifferte Sky auf rund 100 US-Dollar pro Stück. Auf Alibaba tauchten zuvor vereinzelt Angebote auf: Im September 2026 war dort eine 96-GB-RTX-5090 mit widersprüchlichen Angaben für 3.888 US-Dollar gelistet, während in China eine auf 48 Gigabyte modifizierte RTX 4090 für 3.400 US-Dollar angeboten wurde.

