RTX 5090-Betrug: Manipulierte Grafikkarten auf Kleinanzeigen

Eine manipulierte Palit RTX 5090 wurde als Gebrauchtkarte verkauft. Hohe Speicherpreise, Lieferengpässe und neue GPU-Lösungen prägen den Markt.

In der deutschen Hardware-Szene sorgt aktuell ein schwerwiegender Betrugsfall bei Grafikkarten für Aufsehen. Der bekannte Übertakter und Hardware-Experte Roman „der8auer“ Hartung deckte laut Berichten vom 6. September 2026 auf, dass manipulierte Modelle der Nvidia GeForce RTX 5090 im Umlauf sind.

Ein Käufer hatte über die Plattform Kleinanzeigen.de ein gebrauchtes Modell des Herstellers Palit für 1.800 Euro erworben, das sich bei einer technischen Untersuchung als funktionslose Attrappe ohne kritische Komponenten herausstellte.

Professionelle Manipulation bei Gebrauchtverkäufen

Nachdem die erworbene Grafikkarte kein Bildsignal ausgab, untersuchte Hartung das Gerät genauer. Die Analyse ergab, dass sowohl der Grafikprozessor (GPU) als auch die Speicherchips fachmännisch ausgelötet worden waren. Das äußere Erscheinungsbild der Karte blieb dabei weitgehend unversehrt, was den Betrug sichtlich schwer erkennbar machte. Der Fall wurde mittlerweile zur Anzeige gebracht.

Die Preisgestaltung des Angebots gilt rückblickend als deutliches Warnsignal. Während das betroffene Modell im Sommer 2026 für 1.800 Euro angeboten wurde, liegen die aktuellen Marktpreise für eine neue RTX 5090 bei über 5.000 Euro. Selbst in früheren Zeiträumen wurden für diese Hardware-Klasse Preise von rund 4.000 Euro aufgerufen. Die enorme Preisdifferenz spiegelt die angespannte Lage am Markt für High-End-Komponenten wider.

Angespannte Marktsituation und steigende Kosten

Die Hintergründe für die hohen Endkundenpreise finden sich in der gesamten Lieferkette. Nvidia-Finanzvorstand Colette Kress bezeichnete die Speicherpreise bereits in einem Earnings-Call Ende August als extrem und prognostizierte für das kommende Jahr weitere Steigerungen.

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Das Unternehmen meldete eine Bruttomarge von 75 Prozent, rechnet jedoch für das vierte Quartal mit einem Rückgang auf 71 bis 72 Prozent. Nvidia hat zudem Kaufverpflichtungen gegenüber Lieferanten in Höhe von rund 279 Milliarden US-Dollar abgeschlossen, wovon etwa 160 Milliarden US-Dollar auf Speicherkomponenten entfallen.

Zusätzlich treiben Engpässe bei modernen Speichertechnologien die Kosten. Am Spot-Markt wird ein 36GB HBM3E-Stack derzeit mit etwa 2.100 US-Dollar gehandelt, was dem Vier- bis Fünffachen der üblichen Vertragspreise entspricht.

Analysten von TrendForce berichten, dass Hersteller wie Samsung, SK hynix und Micron die finale Validierung für den kommenden HBM4-Standard vorbereiten, um die nächste Generation von Nvidia-Beschleunigern zu unterstützen. Eine Entlastung der Angebotsseite wird in der Branche nicht vor 2027 erwartet.

Absatzrekorde und technologische Ausweichmanöver

Trotz der hohen Preise und Sicherheitsrisiken im Gebrauchtmarkt bleibt die Nachfrage nach Grafikleistung hoch. Laut Daten von Jon Peddie Research stiegen die weltweiten GPU-Auslieferungen im zweiten Quartal 2026 auf 75,5 Millionen Einheiten, was einem Zuwachs von 10,4 Prozent gegenüber dem Vorquarter entspricht.

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Besonders diskrete GPUs verzeichneten ein Plus von 12,2 Prozent. Dabei konnte AMD seinen Marktanteil deutlich von 14 Prozent im Vorjahr auf nun 21 Prozent steigern, während Nvidia bei 23 Prozent und Intel bei 56 Prozent liegen.

Parallel zur Hardware-Knappheit treibt Nvidia die Software-Entwicklung voran. Mit der Vorstellung des „Personal AI Router“ (PAIR) bietet das Unternehmen eine quelloffene Lösung an, um ungenutzte GPUs im Heimnetzwerk für KI-Aufgaben zu bündeln. In Demonstrationen konnten drei vernetzte Geräte eine komplexe Aufgabe in unter neun Minuten lösen, für die ein einzelner Laptop doppelt so lange benötigte.

Gleichzeitig verbreiten sich in der Community Modifikationen wie „DLSS-NR-on-AMD“, die versuchen, Nvidias DLSS 5 Neural Rendering auf Konkurrenzkarten der Radeon-Serien lauffähig zu machen, wenngleich Experten hierbei vor Sicherheitsrisiken durch nicht öffentlichen Quellcode warnen.