RTX 5090: Chinesische Fabriken zerlegen Spielerkarten für KI-Server

Chinesische Werkstätten rüsten RTX-5090-Komponenten für KI-Rechenzentren um; Exportregeln und knappe Bestände prägen den Markt.

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Ein am 23. Oktober 2026 von HKEPC auf der Plattform X veröffentlichtes und inzwischen gelöschtes Video dokumentiert ungewöhnliche Vorgänge in chinesischen Fabriken.

Die Aufnahmen zeigen Fertigungslinien, in denen hunderte, möglicherweise tausende fabrikneue Exemplare der Nvidia Geforce RTX 5090 systematisch zerlegt werden. Betroffen sind Grafikkarten diverser Hersteller, darunter Modelle von Asus, Gigabyte, PNY und MSI sowie die hauseigene Founders Edition von Nvidia.

Aufwendiger Umbau für dichte KI-Server

In den gezeigten Werkstätten durchlaufen die Grafikkarten einen mehrstufigen industriellen Prozess, der von der Beschaffung über das Auspacken und Demontieren bis hin zum Entlöten reicht. Mittels BGA-Löttechnik werden der GB202-Grafikprozessor sowie der GDDR7-Arbeitsspeicher mit einer Kapazität von 32 GB VRAM von den ursprünglichen Platinen abgelöst. Diese BGA-Löttechnik zur Weiterverarbeitung wurde in Shenzhen bereits seit Juli 2025 beobachtet.

Die gewonnenen Kernkomponenten werden anschließend auf eigens gefertigte Leiterplatten gelötet, die mit kompakten Dual-Slot-Kühlern mit Blower- beziehungsweise Turbinenlüftern ausgestattet sind. Dieses Format ermöglicht eine dichte Bestückung von Server-Racks für künstliche Intelligenz.

Nach dem Umbau durchlaufen die Einheiten Belastungstests mit Benchmark-Programmen wie FurMark sowie 3DMark Fire Strike Extreme, werden neu verpackt und an Rechenzentren sowie KI-Labore ausgeliefert. Die Umbauten erfolgen dabei ohne Herstellergarantie.

Wirtschaftliche Anreize und Exportbeschränkungen

Hintergrund der Modifikationen ist der Kostenvorteil: Grafikkarten mit 32 GB VRAM sind deutlich günstiger als dedizierte Profi-Hardware. Während die professionelle RTX Pro 6000 rund 16.000 US-Dollar kostet, erzielen die umgebauten Spielerkarten auf Sekundärmärkten Verkaufspreise von etwa 8.500 bis knapp 10.000 US-Dollar. Ein modifiziertes ROG-Astral-Modell wird mit rund 10.000 US-Dollar gehandelt.

Aufgrund von US-Exportbeschränkungen darf die reguläre RTX 5090 in China offiziell gar nicht vertrieben werden; legal ist dort lediglich die angepasste RTX 5090 D erhältlich.

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Der Hersteller MSI sprach mit Blick auf die Verfügbarkeit von Schmuggelimporten. Das aufgetauchte Video belegt allerdings weder, dass die chinesischen Fabriken die Hauptursache der aktuellen Marktverknappung darstellen, noch dass Nvidia diese Betriebe direkt beliefert. Die Gesamtzahl der umgebauten Karten lässt sich anhand der Videoaufnahmen nicht ermitteln.

Angespannte Marktlage und Umgehungsversuche

Die reguläre RTX 5090 ist seit Anfang Oktober knapp. Am 10. Oktober 2026 kursierten Berichte über einen angeblichen Produktionsstopp zugunsten margenstärkerer Profi-Beschleuniger wie der RTX Pro 6000 auf Blackwell-Basis, woraufhin Nvidia die Karte aus dem US-Onlineshop entfernte.

Nvidia-Manager Jeff Fisher widersprach solchen Gerüchten am 16. Oktober 2026 in Taipeh und dementierte einen Produktionsstopp; der GB202-Chip werde trotz angespannter Lieferketten weiterhin ausgeliefert.

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Dennoch sind die Bestände im Handel vielerorts erschöpft. In Deutschland ist die RTX 5090 nahezu ausverkauft; gelistete Exemplare erreichten mit Stand vom 17. Oktober 2026 Preise zwischen 6.800 und 9.999 Euro, während andere Angebote bei 6.700 Euro lagen und damit fast doppelt so hoch ausfielen wie im Januar.

In den USA liegen Drittanbieterpreise bei über 8.000 bis nahe 10.000 US-Dollar, während in Malaysia ein Durchschnittspreis von 28.000 RM verzeichnet wird.

Der Druck im asiatischen Markt betrifft auch High-End-Serverware: Laut einem Bericht vom 25. Oktober 2026 entdeckte das Sicherheitsunternehmen Lava über einen ungeschützten DCGM-Exporter ohne Passwort 32 Nvidia Blackwell Ultra B300 in der Infrastruktur von China Telecom.

Physischer Standort und Lieferweg blieben unklar. Der B300-Chip mit 288 GB HBM3E-Speicher ist ausschließlich autorisierten Abnehmern vorbehalten. Nvidia bestätigt den Fund nicht und verwies auf eine Abzweigungsquote von unter 0,5 Prozent in jüngsten Gerichtsverfahren.

Bereits im August 2026 klagte die taiwanische Justiz neun Personen wegen illegaler B300-Exporte an, woraufhin Supermicro Beschäftigte entließ. Für ältere A100-Server werden unterdessen bis zu 82.000 US-Dollar aufgerufen.

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