RTX 5090: NVIDIA-Flaggschiff kostet bis zu 4.700 US-Dollar

AMD verteuert RX-9000-Modelle um bis zu 15 Prozent. Grund sind explodierende GDDR7-Speicherpreise, die auch NVIDIA und den gesamten Markt belasten.

Der US-Halbleiterhersteller AMD hat die Preise für seine Grafikkarten der RX 9000-Serie um 10 bis 15 Prozent angehoben. Branchenberichten zufolge sind die signifikant gestiegenen Beschaffungskosten für den neuen GDDR7-Speicher der Hauptgrund für diese Anpassung. Damit folgt das Unternehmen einem allgemeinen Markttrend im August 2026, in dessen Zuge auch der Wettbewerber NVIDIA seine Preise für Grafikkarten um mindestens 10 Prozent erhöht hat.

Massive Preissteigerungen bei Endkunden-Modellen

Die Auswirkungen der gestiegenen Produktionskosten zeigen sich deutlich in der aktuellen Marktpreisgestaltung. Während die unverbindliche Preisempfehlung (MSRP) für die AMD RX 9070 XT bei 599 US-Dollar lag, wird das Modell im Handel derzeit für rund 720 US-Dollar gelistet.

Auch im Einstiegssegment verschärft sich die Lage. Die für die Regionen Lateinamerika und Asien-Pazifik vorgesehene RX 9050 mit 8 GB GDDR6-Speicher wird für etwa 280 US-Dollar angeboten, wobei Experten einen Preis von maximal 200 US-Dollar für angemessen halten würden.

NVIDIA verzeichnet unterdessen noch drastischere Abweichungen zwischen Preisempfehlung und Marktpreis. Die RTX 5090 mit einer UVP von 1.999 US-Dollar wird im Einzelhandel teilweise für bis zu 4.700 US-Dollar gehandelt.

Ähnliche Tendenzen zeigen sich bei der RTX 5070, die statt der empfohlenen 549 US-Dollar rund 900 US-Dollar kostet – ein Anstieg von 88 Prozent gegenüber dem Jahresende 2025. In Südkorea erreichten die Preise für eine RTX 5090 im Juli 2026 bereits ein Niveau von rund 7.140.000 Won.

Speichermarkt im Ungleichgewicht

Die Ursache für die Teuerung liegt primär in einer Knappheit bei GDDR7-Modulen begründet. Marktanalysen zufolge priorisieren Speicherhersteller derzeit die Produktion von High Bandwidth Memory (HBM) für Anwendungen im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI). Das Marktforschungsunternehmen Gartner prognostiziert, dass die Preise für DRAM und SSDs bis Ende 2026 um 130 Prozent gegenüber dem Vorjahr steigen könnten.

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Der Speicherproduzent SK Hynix warnte in diesem Zusammenhang vor einer sogenannten Chipflation und dem schwersten Speicher-Ungleichgewicht für das Jahr 2027. Das Unternehmen investiert derzeit 38,1 Milliarden US-Dollar in zwei neue Fabriken, die jedoch erst Ende 2028 beziehungsweise Mitte 2029 den Betrieb aufnehmen sollen.

In den USA würden die Baukosten für solche Anlagen doppelt so hoch ausfallen wie in Südkorea. Die angespannte Lage bei den Komponenten könnte zudem dazu führen, dass NVIDIA die Einführung der kommenden Rubin-Serie (RTX 60) auf das Jahr 2028 verschieben muss.

Wirtschaftliche Auswirkungen auf die Hersteller

Trotz der Herausforderungen im Gaming-Sektor verzeichnen die großen Chip-Akteure starke Finanzzahlen, getrieben durch das Rechenzentrumsgeschäft. AMD meldete für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2026 einen Umsatz von 11,54 Milliarden US-Dollar, was einem Zuwachs von 50,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht.

Das Data-Center-Segment wuchs dabei um 107 Prozent auf 6,7 Milliarden US-Dollar. Für das dritte Quartal wird ein Umsatz von rund 13 Milliarden US-Dollar erwartet.

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Gleichzeitig warnte AMD jedoch vor einem möglichen Rückgang der Gaming-Umsätze um mehr als 20 Prozent in der zweiten Jahreshälfte 2026. Auch PC Partner wies auf eine sich verschärfende Knappheit bei Einstiegs-Grafikkarten hin. Der durchschnittliche Verkaufspreis für GPUs sei im Jahresvergleich bereits um 10,7 Prozent gestiegen, während die Lieferzeiten für CPUs und DRAM-Komponenten deutlich zugenommen hätten.

Im professionellen Bereich verdoppelten sich die Preise ebenfalls. Die NVIDIA RTX PRO 6000 Blackwell, die ursprünglich für 8.000 US-Dollar eingeführt wurde, kostet aktuell 16.000 US-Dollar. Analysten halten weitere Anstiege auf über 20.000 US-Dollar für möglich.